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Holbeinaltäre

Joachims Opfer und Joachim bei den Hirten von Hans Holbein d. Ä., 1493
Joachims Opfer und Joachim bei den Hirten von Hans Holbein d. Ä., 1493

Die Nebenaltäre an den vier östlichen Langhauspfeilern schmücken Meisterwerke des Augsburger Malers Hans Holbein des Älteren (1460/70 - 1524). Dabei handelt es sich nicht um ursprünglich für den Dom geschaffene Werke, sondern um die Flügel eines Schreinaltars, der in der Marienkapelle des Benediktinerklosters in Weingarten stand. Auf der Tafel 'Darstellung Jesu im Tempel' findet sich eine Inschrift auf dem Gürtel einer Frau: „Michl Erhart pildhaver 1.4.1493 - Hans Holbain maier / o Mater miserere nobis“. Der Altar war demnach dem Bildhauer Michael Erhart in Ulm in Auftrag gegeben.

Ursprünglich ist die „Darstellung im Tempel" als die Innenseite des rechten Flügels zu denken, auf der äußeren Werktagsseite war die „Geburt Mariens" dargestellt; auf dem linken Flügel außen 'Joachims Opfer' und innen „Tempelgang Mariens". Die Werktagsseite (bei geschlossenen Flügeln) hat farbig gestalteten Hintergrund, die Sonn- und Feiertagsseite goldenen Grund. Hans Holbeins Kunst, über zwanzig Jahre hindurch Augsburg verbunden, hat den Ruhm der Malerstadt begründet. Die Passionstäfelchen sind nicht zugehörig (spätes 15. Jh.).

Darstellung Jesu im Tempel und Marienkrönung von Hans Holbein d. Ä., 1493
Darstellung Jesu im Tempel und Marienkrönung von Hans Holbein d. Ä., 1493

Die vier westlichen Langhauspfeiler schmücken vier Tafeln vom ehemaligen Hochaltar der Pfarrkirche in Unterknöringen (Landkreis Günzburg), geweiht 1484: Geburt Christi, Anbetung der Könige, Tod Mariens, Krönung Mariens sind dem Ulmer Maler Jörg Stocker zuzuschreiben. Gegenüber der Kanzel von Karl Killer, 1946, - am Pfeiler Malerei von Franz Nagel - steht der Petrus Canisiusaltar. Ab 1560 bis Sommer 1566 predigte der gelehrte Jesuit Canisius (1521 - 1597) etwa 600 mal im Dom und in der Dompfarrkirche St. Johannes. An den Besuch zweier Päpste erinnern je eine Gedenktafel über dem Eingang zur Orgelempore für Pius VI., 1782, und am südlichen Langhauspfeiler für Johannes Paul II., am 3. und 4. Mai 1987, mit Portrait und Darstellung des Emmaus-Mahles (Künstler: Klaus Backmund).

 

Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
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