Geschichte des Archivs

Die Wiedererrichtung des Bistums Augsburg 1817/21 brachte gegenüber dem alten Fürstbistum größere territoriale Veränderungen mit sich. Dem Verlust einiger Pfarreien in Tirol und Vorarlberg sowie der Abtretung der Dekanate Ellwangen, Gmünd und Neresheim an das neu gegründete Bistum Rottenburg-Stuttgart stand der Zugewinn der vier Dekanate Legau, Lindau, Stiefenhofen und Weiler aus dem ehemaligen Bistum Konstanz gegenüber.
 
Während die Überlieferung der vor 1803 (Säkularisation) erwachsenen Bestände des Augsburger Hochstifts und des Domkapitels sich nach der Säkularisation heute im Staatsarchiv Augsburg befindet, konnte von dem um die Augsburger Bistumsgeschichte sehr verdienten P. Placidus Braun OSB (1756-1829) mit dem Aufbau eines Ordinariatsarchivs begonnen werden.
 
In den Jahren 1841 bis 1848 wirkte der spätere Erzbischof von München Dr. Anton von Steichele hier als Archivar, dessen breit angelegte historisch-statistische Beschreibung des Bistums Augsburg leider unvollendet blieb.
 
Durch den alliierten Fliegerangriff in der Nacht vom 25. zum 26. Februar 1944 erlitten die im Archiv verbliebenen, nicht ausgelagerten Bestände starke Verluste. Nach dem 1955 abgeschlossenen Wiederaufbau des Archivgebäudes in der Kornhausgasse wurden die ausgelagerten Bestände zurückgeholt und neu verzeichnet.
 
1977 erhielt das Archiv neue Räume mit ausreichenden Magazinkapazitäten am Hafnerberg 2. Die Umbenennung von Ordinariatsarchiv in Archiv des Bistums Augsburg markierte gleichzeitig den wesentlich erweiterten Aufgabenbereich, der die Betreuung der Dekanats- und Pfarrarchive beinhaltet.

Seit 2016 befindet sich das Archiv in Augsburg-Oberhausen.