Porträt

Freundlichkeit kann vieles auffangen: Susanne Berktold ist seit über zwanzig Jahren Pfarrsekretärin

19.12.2018 08:55

Seit 23 Jahren arbeitet Susanne Berktold als Pfarrsekretärin. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Doch das Wichtigste ist in all der Zeit geblieben: der Kontakt mit Menschen. Es gibt für sie nichts Schöneres. Ihren Beruf hat Susanne Berktold ihrer Hochzeit zu verdanken: „Nach meiner Trauung in Eschenlohe hat mich der Pfarrer gefragt, ob ich nicht als Pfarrsekretärin arbeiten möchte. Das war vor 24 Jahren. Kurze Zeit später war ich angestellt“, erzählt sie. Mittlerweile ist sie in beiden Büros der Pfarreiengemeinschaft im Einsatz: in Murnau und Eschenlohe.

(Foto: Maria Steber / pba)

An den recht mühsamen Anfang als Sekretärin erinnert sich die gelernte Bürokauffrau noch gut: „Ich bin richtig reingeschmissen worden. Computer gab es damals noch nicht, wir mussten alles noch mit der Schreibmaschine erledigen.“ Durch die technische Entwicklung habe sich aber schnell vieles vereinfacht und verbessert, fügt sie an und wird vom Klingeln des Telefons unterbrochen. Stichwort Telefon: Es soll nicht das letzte Mal läuten an diesem Dezember-Vormittag. Ein herzlich, warmes „Griaß Eana“ spricht Susanne Berktold in den Hörer, wieder einmal: für jeden ihrer Anrufer hat sie dieses sympathische Willkommen parat. „Als Sekretärin ist es wichtig, offen und zugänglich zu sein.“ Freundlichkeit kann vieles auffangen, lautet ihre Devise.

Auch wenn die Arbeit als Pfarrsekretär/-in mit Taufanmeldungen, Messintentionen, Trauerfällen oder Mailverkehr mehr als vielfältig ist, den Kontakt mit den Menschen möchte Susanne Berktold am wenigsten missen. „Es ist schön, wenn man Menschen weiterhelfen kann. Da geht man einfach zufrieden nach Hause“, sagt sie. „Wo hat man schon solche Möglichkeiten?“, ergänzt sie. Die Kirche gehört seit ihrer Kindheit zu ihrem Leben dazu: Sie ist Lektorin und war viele Jahre auch Mitglied im Kirchenchor. „Es ist einfach eine schöne Gemeinschaft“, erklärt sie kurz. 

Ihren reichen Wissensschatz aus der über 20-jährigen Berufserfahrung gibt Susanne Berktold seit fünf Jahren auch an andere Pfarrsekretär/-innen weiter: Als eine von acht Mentorinnen der Diözese Augsburg berät und unterstützt sie Mitarbeiter/-innen bei ihren Aufgaben, ist Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen. Viel Vertrauen werde ihr dabei entgegenbracht, das sei besonders schön, schildert sie. Besondere Tipps, die sie jungen Kolleg/-innen mit auf den Weg geben kann, kann Susanne Berktold schnell benennen: „Gelassenheit, Ruhe, auch mal Nein sagen zu können und vor allem Humor, viel Humor“, betont sie. Und wie kann es anders sein: Sie lacht dabei.

Maria Steber