Kurzinfos: 15 Jahre Bischöflicher Hilfsfonds Pro Vita

Wie wurde Pro Vita gegründet?
Auf Initiative des Augsburger Bischofs Dr. Viktor Josef Dammertz OSB stimmt das oberste Finanzgremium, der Diözesansteuerausschuss, am 19. März 1999 zu, mit der Summe von 1,5 Mio. DM aus diözesanen Geldern den Kapital-Grundstock für die neue Stiftung, „Bischöflicher Hilfsfonds Pro Vita“ zu legen.
Pro Vita ist inzwischen als Kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts anerkannt.

Was waren die Anliegen für die Gründung?
Im damaligen Ringen um die richtige Form der kirchlichen Schwangerenberatung war Bischof Dr. Dammertz überzeugt, dass unabhängig vom Ausgang dieser Frage ein Zweifaches nottut:
Bewusstsein bilden für die Mitverantwortung aller, dass werdende Eltern/Mütter in unserer Gesellschaft „Ja“ sagen können zu ihrem Kind, auch wenn die Bedingungen nicht ideal scheinen.
Unsere konkreten Hilfen verstärken – und zwar unter Beteiligung aller, also des Bistums wie der einzelnen Gläubigen, Gruppierungen, Verbände... in der Kirche, damit sich niemand aus materieller Not oder Sorge gegen ein Kind entscheiden muss.

Was ist in diesen 15 Jahren möglich geworden?
Durch Spenden und Zustiftungen sowie durch Einlage von diözesanen Geldern ist der Kapitalstock der Stiftung angewachsen.
Jedes Jahr können 280.000 € an Mütter und Familien ausgereicht werden, die im Gebiet des Bistums Augsburg wohnen und durch Schwangerschaft und Geburt eines Kindes in materielle Not geraten.
Diese jährliche Vergabesumme setzt sich zusammen aus Spenden, Kirchensteuermitteln und Erträgen der Stiftung.

Was kann Pro Vita damit für Menschen tun?
Insgesamt konnten in diesen 15 Jahren über 4,7 Mio. € an Unterstützungsgeldern ausgereicht werden.
Bis zum 31.12.2014 wurden 7307 Anträge an Pro Vita bewilligt; dazu kamen 3867 Soforthilfen, durch die in extremen Notfällen direkt mit Bargeld die schlimmsten Nöte gelindert werden konnten (z.B., wenn eine Schwangere von den Eltern/dem Partner aus dem Haushalt gewiesen wurde; wenn einer Familie der Strom abgeschaltet werden sollte etc....).
So wurden insgesamt viele Tausend Mütter, Kinder und Familien in schwierigen Situationen wirksam unterstützt.
In vielen Fällen zeigte sich auch, dass über die finanzielle Hilfe hinaus die Frauen/Paare an den Schwangerenberatungsstellen Rat und Unterstützung für andere Fragen (z.B. Partnerschaftskonflikte, Umgang mit dem Baby ...) holten und so das Zusammenleben in der Familie zusätzlich gestärkt wurde.

In welchen Fällen wird geholfen?
Die Nöte von Schwangeren/Familien sind so vielfältig wie das Leben selbst.
Besonders häufig sind Hilfen für

  • Erstausstattung des Kindes
  • Zuschuss für Kaution, wenn eine größere Wohnung nötig wird
  • zur Überbrückung, bis öffentliche Gelder (z.B. vom Jugendamt, ALG II) zu fließen beginnen – dies dauert oft viele Wochen!
  • wenn die Nebenkosten für Heizung, Strom etc. unplanbar hoch wurden
  • für Hilfsmittel, Umbauten etc. bei Behinderung eines Kindes
  • als Überbrückung zur Kinderbetreuung, bis die Mutter die Ausbildung beendet
  • für Mehrkindfamilien und Alleinerziehende, die es zunehmend schwer haben

Wohin wenden sich Mütter/Familien, die Hilfe suchen?
Die Mütter/Paare stellen nach entsprechender Beratung und der Vorlage erforderlicher Nachweise an den Katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen im Bistum oder an einer Kreis-/Stadt-Caritasstelle den Antrag an Pro Vita.

Wer entscheidet über die Geldervergabe?
Der Bewilligungsausschuss, der sich aus fünf erfahrenen Mitarbeitern/-innen aus der sozialen Arbeit des Bistums zusammensetzt, entscheidet über die Bewilligung und Vergabehöhe anhand der Bischöflichen Richtlinien für den Hilfsfonds.
Die Sitzungen finden alle 4 Wochen statt, so dass zügige Bewilligung möglich ist, die von vielen als sehr große unbürokratische Hilfe erlebt wird.
Der Bewilligungsausschuss gibt über die Vergabe dem Kuratorium unter Vorsitz des Bischofs von Augsburg Rechenschaft über die ordnungsgemäße Vergabe.

Wieviel Spendengeld geht in die Verwaltung?
Beratung für die Antragstellung sowie alle Verwaltungsvorgänge werden vom Sozialdienst kath. Frauen, dem Caritas-Verband sowie den Dienststellen im Bischöflichen Ordinariat geleistet.
Die Spendengelder können damit zu 100% für die Zwecke von Pro Vita eingesetzt werden – für Verwaltung wird also kein Cent abgezogen!

Warum weiter Spenden benötigt werden?
Es darf uns freuen, dass in 15 Jahren von Einzelpersonen und Gruppen über 1,89 Mio. € gespendet wurden.

Doch auch weiterhin wird Hilfe gebraucht. In der Zeit großer Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt (Leiharbeit, Zeitarbeit, befristete Verträge, Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit ... sind zuallererst wieder Familien, besonders diejenigen mit mehreren Kindern und einem allein erziehenden Elternteil, betroffen. Und leider birgt in unserem Land die Geburt eines (weiteren) Kindes auch weiterhin Risiken bis hin zum ernsten Armutsrisiko.

Damit Menschen trotz vieler Schwierigkeiten „Ja“ zum Kind sagen können, braucht es vielerlei Unterstützung – von einer kinderfreundlichen Umgebung über Nachbarschaftshilfe bis hin zur materiellen Hilfe.
Im Namen derer, die über Pro Vita konkrete finanzielle Unterstützung bekommen konnten, sagen wir allen Spendern von Herzen „Vergelt’s Gott!“
Im Namen derer, die künftig Hilfe brauchen, bitten wir weiter um Ihre Spenden!

Damit Leben bei uns weiterhin gute Chancen hat!

Konto für Spenden und Zustiftungen:
Bischöflicher Hilfsfonds Pro Vita

Pro Vita Logo

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