Einblicke in den Alltag der „Basicals“

06.02.2015 11:00

Im „Basical-Haus“ in der Augsburger Innenstadt wohnen seit Oktober zehn junge Erwachsene in einer Wohngemeinschaft zusammen. Sie leben, essen und lachen hier gemeinsam. Nichts Besonderes? Doch: Denn irgendwas in dieser WG läuft hier ein bisschen anders ab als anderswo.

„Basicals“, so nennen sich die Jugendlichen hier. Es sind junge Erwachsene zwischen 18 und 23 Jahren, die sich neun Monate Zeit nehmen, um Gott und sich selbst besser kennenzulernen. Seit dem 1. Oktober 2014 widmen sie sich im Basical den Fragen: In welchem Beruf kann ich meine Talente einsetzen? Was ist Gottes Plan für mein Leben?

Das Wohnzimmer der WG, das sich an die sieben Einzel- und Doppelzimmer am Ende des Ganges anschließt, ist vor allem eines: gemütlich. DVDs und Spiele für gemeinsame Abende stehen in den Regalen, Bücher liegen verteilt auf dem Tisch. An der Wand hängt ein großes Poster: „Sei nicht zufrieden mit Mittelmäßigkeit!“ steht groß darauf.

Die Basicals wollen dieses Zitat von Papst Johannes Paul II. in die Tat umsetzen. Ihr Ziel ist es, keinen „mittelmäßigen“ Beruf ausüben zu müssen. Sie wollen ihre Berufung spüren. „Wir orientieren uns durch verschiedene Praktika. Dadurch habe ich die Bestätigung bekommen, dass der Beruf der Hebamme wirklich gut zu mir passt“, sagt Bernadette, 18 Jahre, aus Bad Grönenbach.

Ein ganz besonderer Ort in der WG ist die Hauskapelle. Die Basicals nutzen sie nicht nur zum gemeinsamen Gebet, sondern auch zum Musizieren. „Ich spiele dort oft Lobpreislieder auf dem Klavier. Die anderen Basicals singen dazu“, erzählt Daniela. Authentisch und fröhlich wollen sie ihren Glauben leben, sagen sie.

Der Glaube ist für die Jugendlichen ein besonders wichtiger Aspekt im Leben. In der WG selbst kommt er in vielen Facetten zum Tragen: in den Seminaren über Theologie, Sozialethik oder Anthropologie einerseits, im Gebetsleben, bei heiligen Messen, verschiedenen Projekten oder sozialem Engagement andererseits. „Wir beten dreimal am Tag gemeinsam und auch zwischendurch gehen wir Basicals gerne mal alleine in die Kapelle, was uns total weiterhilft“, erzählt Manuel, 18 Jahre, aus Bellenberg.

Sowohl Gemeinschaft, aber auch die Möglichkeit, sich zurückziehen zu können, ist den Jugendlichen im Basical wichtig. Manche Zimmertüren auf dem langen Gang sind geschlossen, weil ein Teilnehmer etwas zu tun hat, telefoniert oder sich ausruht. Andere Türen sind offen, auf dem Gang stehen sie in kleinen Gruppen zusammen, scherzen, lachen und reden miteinander.

„Wir sind hier wie in einer großen Familie: Wir helfen uns gegenseitig, teilen unsere Sorgen und sind füreinander da. Wenn zum Beispiel einer von uns krank ist, helfen alle zusammen, wir erledigen dessen Aufgaben und kümmern uns um ihn. Außerdem haben wir einfach total viel Spaß hier.“

Katharina Hauser

Die Autorin ist 19 Jahre alt und kommt aus Altenstadt. Sie ist selbst Teilnehmerin des Basical-Orientierungsjahrs und lebt in der WG.

Am Tag der offenen Tür stellen Dir die Basicals 2014/15 das Projekt vor. Am 19. April 2015 um 15 Uhr im Basical-Haus, Alte Gasse 15, Augsburg

Weitere Informationen unter: www.basical.de