Interview

„Heilige des Tages“ - Porträts von Eva bis Johannes Paul II.

16.12.2014 15:59

Herr Bornhausen, Sie betreuen das Projekt „Heilige des Tages“ auf der Bistumshomepage. Was bedeutet Ihnen Ihr Namenspatron ganz persönlich?

Seit aus dem standesamtlichen Peter bei meiner Erwachsenentaufe ein Peter Paul wurde, sind mir beide recht gegenwärtig, ich verehre sie sehr. Der Namenstag ist mir viel wichtiger als mein Geburtstag.

Dr. Peter Paul Bornhausen. (Foto: Nicolas Schnall)

Warum wurde „Heilige des Tages“ gestartet?

Wir möchten dazu ermuntern, sich mit seinem persönlichen Heiligen, mit seinem Leben und mit seiner Gottesnähe zu beschäftigen. Dazu sollen auch Informationen über die Namensbedeutung und die Namensvarianten helfen sowie möglichst ein ansprechendes Bild. Heilige dienen ja als Vorbild, man erkennt sich aber auch häufig in ihnen wieder.

Heilige als „Spiegelbilder“ meines eigenen Lebens?

Ja, natürlich. Bei der Taufe meines Patenkinds kam das Gespräch auf das Heiligenvorbild. Die Mutter wünschte sich „ein ganz normales Kind“, wie sie sagte. Ich entgegnete, etwas Normaleres als einen Heiligen gebe es nicht: einen Menschen, wie ihn Gott gewollt hat.

Wollen Sie mit der Datenbank auch Namen vor dem Vergessen bewahren?

Ein Name wie Genoveva, „die sich weit Bewegende“, wird sich in der nächsten Zeit nicht durchsetzen, obwohl Geneviève in Frankreich noch immer ein sehr beliebter Name ist. Aber wir wollen mit dem Projekt die Suche nach Namenspatronen erleichtern und die Erinnerung an sie wach halten.

Haben Sie bei der Wahl der Tagesheiligen auch Schwerpunkte?

Wir achten auf eine ausgewogene Mischung von Frauen und Männern, einheimischen und ausländischen, uralten und modernen Heiligen.

Von uralt bis modern?

Älter als Eva geht es wohl nicht, die feiern wir gemeinsam mit Adam am 24. Dezember. Das bringt übrigens schön zum Ausdruck, dass mit der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus die Tür zum Paradiesgarten wieder geöffnet ist. Den bislang modernsten Heiligen haben wir mit Johannes Paul II., der erst dieses Jahr heiliggesprochen wurde. Den kennen ja noch Kinder aus dem Fernsehen.

Dr. Peter Paul Bornhausen ist Theologischer Referent in der Abteilung „Gottesdienst und Liturgie“. Die Fragen stellte Karl-Georg Michel.