Katholische Jugendfürsorge

16.12.2014 15:47

Aus dem Matthäusevangelium kennen wir die Erzählung von der Flucht nach Ägypten. Auch heute gibt es Menschen, die wie die Heilige Familie um ihr Leben fürchten und flüchten. Wir kennen ihre Heimatländer: Syrien, Afghanistan, Sudan oder Eritrea. Im Bistum Augsburg hat sich zum Beispiel die Katholische Jugendfürsorge (KJF) minderjähriger Flüchtlinge angenommen, die ohne ihre Eltern zu uns gekommen sind.

Fotos: Winfried Karg/KJF.

Da ist ein junger Mann. Nennen wir ihn hier Ahmed. Er ist 15. Sein Vater und sein älterer Bruder wurden getötet, er selbst ist aus Somalia geflohen, um zu überleben. „Alles in meinem Land ist ein Problem“, berichtet er. Ahmed lebt in Immenstadt-Bühl mit acht weiteren Jugendlichen in einer betreuten Wohngruppe.

Sie haben verschiedene Herkunftsländer, Muttersprachen und Religionen. Was sie vereint, ist ihre Vergangenheit: Sie alle sind von irgendwo auf der Welt geflohen, ohne erwachsene Verwandte oder Begleiter.

Die Gruppe in Bühl wird betreut von Mitarbeitern des KJF-Förderzentrums St. Georg unter der Leitung von Heilpädagogin Carolin Krug.

Auf der Flucht waren die Jugendlichen auf sich allein gestellt, sie lebten oft in den Tag hinein. Jetzt hat ihr Tagesablauf eine regelmäßige Struktur. Klare Regeln bestimmen ihr Miteinander: Freundlichkeit, Geduld und Ehrlichkeit sind Grundlagen des Zusammenlebens in der Gruppe. „Sie sind von ihrer Grundhaltung her sehr ehrgeizig und möchten etwas erreichen“, so die Erfahrung von Carolin Krug. „Man merkt, dass sie im Vergleich zu deutschen Jugendlichen andere Werte mitbringen wie etwa Respekt vor Älteren.“

Winfried Karg (Referent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der KJF)