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Studientag "Religiöser Fanatismus"

Beginn: 25.03.2017, 09:00
Ende: 25.03.2017, 16:00

Religiöser Fanatismus lässt sich nicht auf Terrorismus und salafistische Propaganda im Internet reduzieren. Auch  rigoroser Druck auf die eigenen Mitglieder bei Jehovas Zeugen und die vergleichsweise harmlose Begegnung mit einem Schüler im Religionsunterricht, der die Evolutionstheorie aggressiv bestreitet, sind Ausformungen dieses Phänomens, die in jedem Fall zuerst Betroffenheit und Unverständnis hervorrufen: Wie kann man so sein, wie wird man so? Was haben die genannten und viele andere Verhaltensweisen gemeinsam, dass man sie mit dem Etikett „Fanatismus“ versehen kann? Gibt es so etwas wie eine fanatische Persönlichkeit, gibt es die fanatische Gruppe?

Eine psychologische Analyse fördert in der Tat gemeinsame, innerpsychische und soziale Merkmale des Fanatismus zutage, und sie führt zu der Einsicht, dass Ansätze religiösen Eiferertums in menschlichen Beziehungen allgegenwärtig sind. 

Theologisch bedeutsam ist die Gefahr des „Transzendenzverlusts“:  Die eigenen Interessen und der Wille Gottes rücken so nahe zusammen, dass sie nicht mehr unterscheidbar sind. Aus dieser Sicht werden Andersdenkende gleichsam zu Feinden Gottes.

Unter welchen Bedingungen fanatisierende Tendenzen in Einzelnen oder in religiösen Gruppen überhand nehmen, wird zu diskutieren sein. Ebenso steht die praktische Frage an, ob und wie in den Schulen und vor allem im konfessionellen Religionsunterricht, in der Gemeinde- und Öffentlichkeitsarbeit präventiv gewirkt werden könnte. Inwieweit gibt es dabei Möglichkeiten, mit fanatisierten Menschen ins Gespräch zu kommen, welche Chancen haben Beratung und Seelsorge? Wie sehen die religiösen Gegenkräfte aus, die zur Ausbildung einer gelungenen religiösen Identität führen, Fanatismus eingrenzen und einen konstruktiven Umgang mit Andersdenkenden ermöglichen?

Ablauf:

  • 09.00 Uhr: Begrüßung
  • 09.15 Uhr: Eifern für Gott (oder für sich selbst): die fanatische Persönlichkeit aus psychologischer Sicht (Referat mit Diskussion, schriftliche Vorlage)
  • 10.30 Uhr: Kaffeepause
  • 10.45 Uhr: Intensivgruppe, rigorose Gruppe, Terrorgruppe, hysterische Masse: die fanatische Gemeinschaft und die Religion (Beispiele mit PP, Referat und Diskussion)
  • 12.00 Uhr: Mittagspause
  • 13.00 Uhr: Von Fanatikern reden? Mit Fanatikern reden? Zum praktischen Umgang mit religiösem Fanatismus (Impuls und Rundgespräch, mit Ergebnissicherung)
  • 14.15 Uhr: Der Verlust der Transzendenz und der verborgene Gott: religionspsychologische und theologische Anstöße (Kurzreferat mit Abschlussdiskussion)

Referent: Dr. Hansjörg Hemminger

Leitung: Klaudia Hartmann, Dr. Christoph Goldt

Beginn: 25.03.2017, 09:00
Ende: 25.03.2017, 16:00
 
Veranstalter:  Fachbereich Religions- und Weltanschauungsfragen, Kath. Erwachsenenbildung
 erwachsenenbildung@bistum-augsburg.de
 
Veranstaltungsort:  Haus St. Ulrich
 Kappelberg 1, 86150 Augsburg
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