Orgelsommer im bayerischen Wald - Workshop für Orgelimprovisation in Liturgie und Konzert 10.-13. August 2021

18.08.2021 14:47

Musik ist aus dem Gottesdienst nicht mehr wegzudenken. Ihr Ursprung liegt hier in der Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes, die vor allem im Gemeindechoral ihre unverwechselbare Ausformung gefunden hat. Darüber hinaus entwickelt die gottesdienstliche Musik immer wieder zeitgemäße Ausdrucksformen und sorgt so für das stetige Weiterwachsen einer jahrhundertelangen Tradition (Wolfgang Bretschneider).

Im idyllischen Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau) traf sich unsere Gruppe zum gemeinsamen Start in den Orgelsommer: elf Musiker, die unterschiedlicher nicht sein konnten, vereint von einer Passion zum Orgelspiel und einer großen Neugier auf das, was uns erwarten sollte. Unser Leiter Werner Zuber hatte Max Pöllner als Referenten ausgesucht und schon bald stellte sich heraus, dass uns durch dessen Vernetzung in der Orgelwelt überall die Türen offenstanden. So durften wir im Laufe der nächsten Tage nicht nur 7 verschiede Orgeln hören und verstehen lernen, sondern sie auch alle spielen, z.T. auch ohne Aufsicht, einfach so für uns.

Gespielt wurde viel. Mit Humor, deftig-oberbayerischem Akzent und großem Sachverstand holte Max Pöllner im Unterricht jeden von uns da ab, wo wir musikalisch standen. Dabei konnten wir von den Unterrichtszeiten der anderen ebenso viel lernen, wie von den wertvollen Anleitungen, die er uns einzeln gab. Täglich tauchten wir ein in den vielfältigen Orgelklang, wobei jedes Instrument durch eigene (mitunter eigenwillige) Register überzeugte, die wir in kurzen Klangbeispielen erleben durften. Dabei wurde das Zusammenspiel von Raum und Orgel deutlich. Die Krönung der klanglichen Erlebniswelt war die Demonstration der Passauer Domorgel. Hier wurde uns das Privileg zuteil, ein Konzert des Domorganisten Ludwig Ruckdeschel von der Empore aus zu hören und zu sehen.

Ein weiterer Höhepunkt dieser Fortbildung war die Besichtigung der Eisenbarth Orgelbauwerkstatt in Passau, geführt von Cosmas Fruth, der uns sogar beim Intonieren einer Pfeife zusehen ließ.

Bei all den vielen Erlebnissen in dieser kurzen Zeit fühlten sich die Tage dennoch entspannt an, fuhren wir doch immer wieder in idyllisch gelegen Orte mit malerischen Kirchen, in denen "unsere" Orgeln standen. Zeit für gemeinsame Einkehr tagsüber, oder auch abends in Passau rundete den Orgelsommer ab. Werner Zuber verstand es, die Gruppe entspannt zu leiten und für alle fachlichen Fragen und organisatorischen Belange immer da zu sein. Mit vielen positiven Eindrücken und neu angeeignetem Wissen kehren wir nun in die eigenen Gemeinden zurück, hoch motiviert, das Meiste aus unseren Orgeln herauszuholen. Danke für den schönen Orgelsommer!

Daniela Bartha