Corona-Pandemie

Ostergruß an alle Kirchenmusiker/innen im Bistum Augsburg

04.04.2020 15:38

Liebe Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in unserem Bistum Augsburg,

 

 

vor vier, fünf Wochen, da war doch noch fast alles wie immer, auch was die Kirchenmusik hier bei uns betrifft: In den Chören wurde bereits für die Kar- und Ostertage fleißig geprobt. Mancherorts standen neben der Kirchenmusik in den Gottesdiensten Passions- und Osterkonzerte auf dem Programm, für die schon die ersten Karten ausgegeben worden waren. Jeder und jede von Ihnen, gleich ob haupt- oder nebenberufliche/r Kirchenmusiker/in hatte wohl schon mit den Vorbereitungen begonnen, damit die Ostertage durch die Musik in unseren Kirchen landauf und landab, vom Hohen Dom bis zur kleinen Kapelle, wieder einmal liturgisch zum strahlenden Leuchten gebracht werden würden. Und nun?

Grabmal auf dem Konventfriedhof des Klosters Roggenburg © Kloster Roggenburg

Nun sind unsere gesamten Lebensstrukturen durch das winzige Corona-Virus Covid-19 aus den Fugen geraten, in der großen Welt, in unserer kleinen Welt, in unseren Pfarrgemeinden, für unsere Chöre und Ensembles und wohl auch bei jeder und jedem von uns in der Privatheit des persönlichen Lebens.

„What difference a day makes“ (Welchen Unterschied ein Tag ausmacht) ist der Titel eines alten Songs von Dinah Washington – „What difference four weeks have made“ (Welchen Unterschied vier Wochen nun gemacht haben) müsste man sagen, wenn wir uns staunend und fassungslos erinnern, was inzwischen geschehen ist, wenn wir sehen, was gerade jeden Tag passiert und zwischen Bangen und Hoffen denken, was noch auf uns zukommen wird.

Wie werden wir persönlich durch diese Krise gehen und aus ihr wieder herauskommen? Hier gibt es im Moment doch überhaupt keine tragende Antwort! Oder vielleicht doch?

Für mich selbst ist und bleibt das Osterfest selbst die Antwort: Hier ist vor und für uns einer den Weg in die Tiefe gegangen, in Leid und Tod, in Gottverlassenheit, hier hat einer die Zerbrechlichkeit unserer menschlichen Existenz, unserer irdischen Zeit durchlitten und ist doch nicht darin ins Nichts versunken, sondern verwandelt und mit dem wahren Leben, das nie mehr zerbrechen kann, daraus hervorgegangen. Er, JESUS CHRISTUS, hat das vor und für uns getan und uns dadurch die Hoffnung aller Hoffnungen für uns und unsere Welt geschenkt.

Das feiern wir Christen in den kommenden Tagen – aber diesmal so ganz anders als sonst. Wir müssen diesmal Ostern feiern ohne Vieles: ohne die festlichen Gottesdienste, in denen wir singen und spielen, ohne Konzerte in unseren schönen Kirchenräumen, ohne Begegnungen, ohne Gäste zuhause, ohne, ohne, ohne … .

Ostern ist diesmal ohne Vieles, was sonst ist. Das ist schmerzlich, gewiss. Aber es ist doch Ostern und es ist auch in Corona-Zeiten nicht ein Ostern ohne Hoffnung. Das Wesentlichste von Ostern ist da, auch diesmal. Und das sollten wir, das müssen wir feiern, aber halt anders als sonst.

In diesem Sinn möchte Ihnen gesegnete Kar- und Ostertage wünschen. Mögen Sie alle gut und gestärkt und musikalisch unbeschadet durch diese Krisentage kommen.

So grüßt Sie und Euch alle, in Vorfreude auf viele schöne kirchenmusikalische Begegnungen in der Zeit nach Corona, die es bestimmt geben wird

 

Ihr und Euer

P. Stefan Kling O. Praem. -

Leiter des Amts für Kirchenmusik  mit  Mitarbeiter/innen .

 

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN!

Ostergruß zum Download und Ausdrucken: