Institutionelle Schutzkonzepte

Prävention nachhaltig gestalten

01.08.2019 08:12

Flächendeckend sollen im Bistum Augsburg in den nächsten Jahren Institutionelle Schutzkonzepte erarbeitet werden. Mit der Zusammenführung der einzelnen präventiven Elemente in einem Schutzkonzept wird eine zentrale Handlungsoption umgesetzt, um Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen den bestmöglichen Schutz vor sexualisierter Gewalt zu bieten. Bei der Erarbeitung dieses Schutzkonzeptes werden auch Betroffene beteiligt sein.

Elemente der Präventionsarbeit, wie sie seit 2010 in unserer Diözese aufgebaut wurde, sind die verpflichtende Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses und die Fortbildungen für haupt- und ehrenamtlich Tätige zum Thema Sexualisierte Gewalt. Konsequent werden die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch umgesetzt. Die Sorge um die Betroffenen steht im Mittelpunkt. Außerdem sind zur Prüfung von Hinweisen auf Sexualisierte Gewalt zwei unabhängigen Missbrauchsbeauftragte tätig sowie ein Arbeitsstab, der sie unterstützt.

Für einen nachhaltigen Kinderschutz in den Pfarreien, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen fehlte es aber oftmals an einer grundlegenden Risikoanalyse der jeweiligen Institution. Außerdem hat die MHG-Studie gezeigt, dass die Beschwerdemöglichkeiten auszubauen sind. Die Schutzkonzepte werden auch dazu führen, dass der Verhaltenskodex mehr Beachtung findet. Auf Grund der gewachsenen Sensibilität für eine angemessene Gestaltung von Nähe und Distanz ist bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Unsicherheit groß, was noch erlaubt ist und was nicht. Hier bietet der Verhaltenskodex Orientierung und gibt Sicherheit.

Wie Dr. Schuster, der Leiter der Abteilung Fortbildung, bei einem ersten Vorbereitungstreffen ausführte, erhalten Pfarreien, Verbände und kirchliche Einrichtungen bei der Erstellung ihrer Schutzkonzepte Unterstützung durch speziell ausgebildete Präventionsfachkräfte.