Aussendungsfeier

"Herzensfreude": Bischof Konrad beauftragt fünf Frauen und vier Männer für den pastoralen Dienst

Bischof Konrad gemeinsam mit den fünf beauftragten Frauen und vier Männern: (v.l.) Karin Braun, Michaela Hilbring, Vincent Semenou, Maria Gobleder, Bischof Konrad Zdarsa, Karin Gröger, Michael Leupolz, Anna Weber, Harald Weber, Benedikt Thuy. (Foto: Nicolas Schnall/Pressestelle Bistum Augsburg; Porträts: Annette Zoepf)
17.09.2016 14:00

Augsburg (pba). Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat heute fünf Frauen und vier Männer für den pastoralen Dienst im Bistum Augsburg ausgesendet. Bei der Aussendungsfeier im Hohen Dom überreichte der Bischof den fünf Gemeindereferenten/-innen, drei Pastoralreferenten und der einen Pfarrhelferin die Heilige Schrift und verband damit den Wunsch, dass in ihnen die Freude an der Frohen Botschaft erhalten bleibe und diese Freude auch unablässig von ihnen ausgehe. Zudem bedankte sich Bischof Konrad dafür, „dass sie sich der Herausforderung stellen, unseren Glauben in Worte zu übersetzen, die der heutige Mensch verstehen kann“. Die Feier stand unter dem Leitwort „Dein Wort ist mir Herzensfreude“.

Mit Blick auf das Leitwort stellte der Bischof fest, dass dieses „Ursprung, Maßstab und Ziel allen pastoralen Handelns“ sei. Zugleich ist es die „kürzest mögliche Zusammenfassung des Dienstes, zudem sie ausgesendet sind“, richtete sich Bischof Konrad an die Ausgesendeten. Als Eckpfeiler für die Ausübung dieses Dienstes nannte er den Glauben an das Wort des Herrn, die Berufung durch die Kirche, lebendige Begegnungen und die Weitergabe dessen, was sie selbst empfangen haben. „Wir dürfen hoffen, dass den guten Boden gibt, auf den wir den Samen ausstreuen“, wünschte der Bischof den Ausgesendeten in Anlehnung an die Worte des Evangeliums auf ihrem weiteren Weg, der sie an ganz unterschiedliche Orte führen wird.

„Reden und Handeln von und nach dem, wovon das Herz voll ist“, sei wichtige Voraussetzung dafür, dass dieser Weg positiv verlaufe, so Bischof Konrad. Und das gelte nicht nur bei Vorträgen und Gottesdiensten, sondern „zur rechten Zeit und in der richtigen Situation“. Auch dafür sei uns der Geist Gottes in der Firmung geschenkt.

 

Pastoralreferenten:

Vincent Semenou ist 43 Jahre alt und kommt aus Zafi, einem Dorf im südlichen Teil Togos (Westafrika), wo er seine Kindheit verbracht und die Grundschule besucht hat. Seine weiterführenden Schulen und sein Philosophiestudium hat er in der Hauptstadt Lomé absolviert. Theologie studierte er zwischen 2001 und 2004 in Innsbruck. Seine Pastoralassistenzzeit hat er in der Pfarrei St. Jakob in Friedberg verbracht. Seit diesem Monat arbeitet er im Referat Altenseelsorge des Bistums Augsburg. Er freut sich und ist dankbar dafür, die Pastoral hier im Bistum mitgestalten und sie mit seinem afrikanischen Hintergrund bereichern zu dürfen. Sein pastoraler Traum: „Ich träume von einer Kirche, die sich freuen kann wie ein Kind“.

 

Benedikt Thuy ist 35 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Rieder bei Marktoberdorf. Er stammt aus Bad Camberg (Hessen). Dort wuchs er in einer kirchlich engagierten Familie auf. Prägend waren für ihn die vielen Jahre als Ministrant und der Kontakt zu den Kaplänen sowie zu einem Pastoralreferenten, der ihn auf die Idee brachte, den Beruf zu ergreifen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung entschloss er sich, Theologie zu studieren. So führte ihn sein Weg nach Benediktbeuern, wo er Theologie und Soziale Arbeit studierte. Die Musik ist sein großes Hobby. Sie stellt für ihn eine wichtige Brücke dar, um Menschen vom christlichen Glauben zu begeistern. Ebenso ist die Spiritualität Don Boscos, die er in Benediktbeuern kennenlernen durfte, ein wichtiges Element für seine Arbeit mit Jugendlichen. Seit September ist er mit je einer halben Stelle in Kempten in der Klinikseelsorge und in der neuen Pfarreiengemeinschaft Jengen-Waal tätig.

 

Harald Weber aus Buchloe ist 40 Jahre alt. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte er Theologie in Benediktbeuern; er war zuletzt in der Pfarreiengemeinschaft Mariä Himmelfahrt in Landsberg sowie den zugehörigen Grund- und Mittelschulen als Pastoralassistent und Religionslehrer eingesetzt. Zu seinen Aufgabenbereichen zählten die Kinder- und Jugendpastoral, die Firmvorbereitung, die Begleitung von Familien und der Schulunterricht. „Es macht mir große Freude, verschiedene Menschen in ihren unterschiedlichen Situationen kennenzulernen und sie ein Stück auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten“, fasst er die zurückliegenden vier Jahre zusammen. Seit diesem Monat verstärkt er das Team der Katholischen Erwachsenenbildung im Haus St. Ulrich.

 

Gemeindereferenten/-innen:

Karin Braun ist ihrer Heimatstadt Rain seit ihrer Geburt im Jahr 1966 verbunden. Nach dem Besuch der Grundschule und der Staatlichen Realschule Rain absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. 1987 wurde sie Pfarrsekretärin der Stadtpfarrei Sankt Johannes der Täufer. Von 1993 bis 1998 studierte sie Theologie im Fernkurs und ließ sich zur Pfarrhelferin ausbilden. Ergänzend belegte sie 2013 den Religionspädagogischen Kurs und schloss die Ausbildung zur Gemeindereferentin ab. Nach einem weiteren Studium ab dem Jahr 2013 erwarb sie jetzt das Zeugnis, das sie als Gemeindereferentin ausweist. Ihr Aufgabenbereich ist umfangreich: Sie unterrichtet katholische Religionslehre an der Johannes-Bayer-Grundschule und an der Gebrüder-Lachner-Mittelschule, sie besucht Kranke und feiert Wortgottesdienste im Donau-Lech-Seniorenpark Rain. Routiniert organisiert sie zusammen mit verschiedenen Teams Kinderkartage, den Pfarrfasching, das Patrozinium, Adventsnachmittage und Meditationsandachten im Advent mit anschließendem Frühstück. „Ich freue mich, dass ich auch als Gemeindereferentin meiner Pfarrei in meiner Heimatstadt tätig sein kann“, sagt sie.

 

Maria Gobleder wird am Tag der Aussendung 28 Jahre alt und kommt gebürtig aus Peiting (Erzdiözese München und Freising). Jetzt lebt sie in Durach, wo sie auch ihre Assistenzzeit verbracht hat. Maria Gobleder ist gelernte Bankkauffrau. Schnell hat sie jedoch gemerkt, dass sie diesen Beruf nicht ihr Leben lang ausüben will. Mit ihrem Lieblingszitat „Für Gott ist nichts unmöglich“ aus dem Lukasevangelium geht sie nun in den Dienst der Diözese. Seit September ist sie für die entstehende Jugendkirche in Kempten und die Dekanatsjugendseelsorge Kempten und Sonthofen zuständig.

 

Karin Gröger wird am Tag nach der Aussendungsfeier 46 Jahre und wohnt mit ihrer Familie in Durach. Im Erstberuf ist sie Übersetzerin. Nach einer zwölfjährigen Elternzeit, in der sie sich um ihre vier Kinder kümmerte und ehrenamtlich in ihrer Heimatpfarrei engagiert war, entschied sie sich, nicht mehr in ihrem alten Beruf tätig zu sein und begann den Würzburger Fernkurs. Nach acht Jahren Ausbildungsweg (Fernstudium, Berufseinführung zur Pfarrhelferin und Berufseinführung zur Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Lorenz in Kempten) hat sie nun seit September ihren Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren aufgenommen. Das Hinhören auf die Anliegen der Menschen und das gemeinsame Suchen und Unterwegssein sind ihre Ziele für den Dienst an der neuen Stelle.

 

Michael Leupolz ist 38 Jahre alt und stammt aus Wackersdorf in der Oberpfalz. Seit gut einem Jahr wohnt er mit seiner Frau in der Nähe von Augsburg. Auf den Weg zum Gemeindereferenten brachten ihn seine guten Erfahrungen mit der Kirche. Zum einen war es die Ministrantengemeinschaft in seiner Heimatpfarrei, wo er auch in der Jugendarbeit aktiv war. Später – nach dem Abitur, dem Zivildienst und seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner – hat er ein Volontariat in Südamerika gemacht. Dort konnte er hautnah erleben, wie sich Menschen aus ihrem Glauben heraus für diejenigen einsetzen, die am Rand der Gesellschaft leben. Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien liegt ihm sehr am Herzen. Sein Wunsch ist es, dass sie auf vielfältige Weise in der Pfarrei vor Ort Jesus Christus begegnen und eine Heimat finden können. Da die Musik eines seiner Hobbies ist, ist sie ein guter Ansatzpunkt, Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Auf viele interessante Begegnungen an seinem künftigen Einsatzort in der Pfarreiengemeinschaft Göggingen-Inningen freut er sich schon sehr.

 

Anna Weber ist 31 Jahre, verheiratet und kommt ursprünglich aus Jedesheim bei Illertissen. Zum Beruf der Gemeindereferentin kam sie nicht auf dem direkten Weg. Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau hat sie sich entschlossen, über das Bischöfliche Jugendamt die Qualifikation zur Referentin für Orientierungstage mit Schulklassen zu erwerben. Diese nebenberufliche Tätigkeit und ihr ehrenamtliches Engagement in der Kinderpastoral ihrer Heimatgemeinde hat ihr so viel Freude bereitet, dass sie sich dazu entschied, auf einen pastoralen Beruf umzusteigen. So führte sie ihr Weg zunächst für drei Jahre an die Fachakademie für Pastoral und Religionspädagogik nach Freiburg im Breisgau. Ihre Assistenzzeit verbrachte sie in der Pfarreiengemeinschaft Mariä Himmelfahrt in Buchloe, in der sie auch ihren Mann kennenlernte. Dort wird sie noch für ein weiteres Jahr tätig sein. „Ich freue mich sehr, diesen Weg gegangen zu sein“, sagt sie, „denn jetzt habe ich eine Aufgabe, die mich wirklich erfüllt.“ Ihr Anliegen ist es, Menschen auf ihrem Glaubensweg zu begleiten und den Glauben lebensnah und bodenständig zu vermitteln, sodass er in der heutigen Zeit lebendig bleiben kann.

 

Pfarrhelferin: 

Michaela Hilbring ist 47 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Seestall in der Nähe von Landsberg am Lech. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten arbeitete sie mehr als zehn Jahre in diesem Beruf. Nach einer längeren Familienpause studierte sie Theologie im Fernkurs an der Domschule in Würzburg. Die Berufseinführung zur Pfarrhelferin absolvierte sie in der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt bei Schongau. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte waren die Erstkommunion- und Firmvorbereitung sowie die Trauerbegleitung. Ab September wird sie in der Pfarreiengemeinschaft Lechrain tätig sein.

 

Zu den Berufen:

Pastoralreferenten/-innen arbeiten als Theologen mit kirchlichem Auftrag in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und übernehmen dort Aufgaben in der sogenannten Kategorialseelsorge, zum Beispiel in der Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge sowie in den Bereichen Ehe- und Familienpastoral, Gemeindeentwicklung und Erwachsenenbildung. Teilweise werden Pastoralreferenten auch in Pfarrgemeinden eingesetzt. Voraussetzung für den Beruf des Pastoralreferenten ist ein Theologiestudium und die Teilnahme am Interessenten- und Bewerberkreis für Pastoralreferenten/-innen der Diözese Augsburg. Nach dem Studium ist die vierjährige Pastoralassistentenzeit zu absolvieren, die mit der zweiten Dienstprüfung endet.

 

Gemeindereferenten/-innen arbeiten in der Regel selbstständig in einer Seelsorgeeinheit unter der Leitung eines Pfarrers und im Religionsunterricht an Grund-, Mittel- und Förderschulen. Im pastoralen Bereich sind sie zum Beispiel eingesetzt in der Kinder- und Jugendarbeit, der Sakramentenkatechese, der Erwachsenenbildung sowie in der Schulung und Begleitung von Ehrenamtlichen. Sie leiten und begleiten Glaubenskurse, moderieren Arbeits- und Gesprächskreise und vernetzen und koordinieren Anliegen von Gruppen und Einzelpersonen. Für die Ausbildung zum Gemeindereferenten sind ein religionspädagogisches Studium und die Teilnahme am Bewerberkreis für Gemeindereferenten/-innen der Diözese Augsburg Voraussetzung. Nach dem Studium und dem berufspraktischen (Halb-)Jahr schließt sich eine zweijährige Assistenzzeit in einer Seelsorgeeinheit und im Religionsunterricht an, die mit der zweiten Dienstprüfung abgeschlossen wird.

 

Pfarrhelfer/-innen tragen in vielfältigen Aufgabenfeldern in Pfarrgemeinden beziehungsweise Pfarreiengemeinschaften zu einer lebendigen Seelsorge bei. Zu den pastoralen Aufgabengebieten gehören im Bereich der Verkündigung Tauf-, Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Erwachsenenbildung, Glaubensseminare und Bibelarbeit. Im Bereich der Diakonie kümmern sich Pfarrhelfer um den Aufbau und die Begleitung von Besuchsdiensten und die Seniorenarbeit. Zu ihren Aufgabengebieten im Bereich Liturgie gehören die Mitarbeit beziehungsweise die Leitung von Vorbereitungskreisen für Familien-, Kinder- und Jugendgottesdienste sowie von Wort-Gottes-Feiern. Voraussetzung für eine Anstellung als Pfarrhelfer ist der Studiengang „Pastorale Dienste“ des Würzburger Fernkurses. Begleitend zum Studium werden pastorale Praktika in der Heimatdiözese durchgeführt. Die zweijährige Berufseinführungszeit endet mit der zweiten Dienstprüfung.

 

Wenn Sie sich für einen pastoralen Berufe interessieren, wenden Sie sich an den Fachbereich Personalgewinnung und Ausbildung:

 

Haus Katharina von Siena, Thommstrasse 24a, 86153 Augsburg

E-Mail: ausbildung.pa-ga-ph@bistum-augsburg.de

Tel. 0821 3166-1211 oder -1213