Was erwartet Sie auf den Augsburger Touren?

 

"Die Stille ist in den Bergen oft ungeheuer gegenwärtig und raumfüllend. Stille ist kein Mangel an Schall, kein Ausbleiben von Geräuschen, kein Ausdruck eines Fehlens  so wie die Dürre ein ausgeprägter Mangel  an Flüssigkeit ist. Sie ist ganz im Gegenteil ein Zustand der Fülle, etwas, das einen Raum ausfüllt und sogar das Auftreten von Lauten und Tönen überdauern kann. Manchmal bleibt es still, auch wenn Geräusche wahrnehmbar sind. In Augenblicken scheint es, als ließe sich in den Berge diese Stille sogar hören." (Berge sind stille Meister) 

 

Das Gebirge ist ein wundersamer Ort. Es kann uns erinnern an Fragen, die uns gerade jetzt oder schon lange begleiten. Und es kann uns einweisen in Erfahrungen der Stille, Einsamkeit, Weite und Tiefe unseres Daseins - Erfahrungen, die jeden ernsthaften spirituellen Weg begleiten.

Exerzitien haben eine lange Tradition. Unter dem Begriff „Exercitia spiritulia“ fasst die asketische Sprache des Mittelalters Übungen zusammen, die der Vertiefung des geistlichen Lebens dienen. Neben dem Gebet, der Meditation biblischer Texte und der Auseinadersetzung mit der eigenen Lebenswirklichkeit, sind die Erfahrungen der Einsamkeit und Stille wesentliche Elemente dieses geistlichen Weges. Exerzitien brauchen Zeit. Die klassischen ignatianischen Exerzitien dauern 4 Wochen, aber schon Ignatius hat davon abweichende Formen als legitime Adaptationen vorgesehen.

Bei Bergexerzitien führt dieser Weg der geistlichen Vertiefung durchs Gebirge. Das Gehen und Steigen ist ein integraler Teil der Exerzitien. Zwei grundlegende Annahmen bilden die Voraussetzung für die Möglichkeit von Bergexerzitien:

Erstens: Die Berge sind ein Ort, der sich in besonderer Weise für den Prozess einer spirituellen und damit immer schon existentiellen Auseinandersetzung mit Fragen der eigenen Lebenswirklichkeit und Gotteserfahrung eignet. Im Sinne der Annahme einer wechselseitigen Bezogenheit und Einflussnahme von dem, was wir vorhaben und dem Ort, an dem wir es zu tun gedenken, ist es gut, den Weg der geistigen Suche durch die Berge führen zu lassen.

Zweitens: Das tägliche Unterwegssein im Gebirge, das Steigen und lange Gehen, ist eine Bewegung, die den Exerzitienprozess intensivieren kann.

Das Gebirge ist ein wundersamer Ort. Auch, vielleicht sogar besonders, um der Frage nach Gott zu folgen. Aus diesem Grund gibt es Bergexerzitien.

Leiter*innen der Touren

Unsere Leiter*innen in Augsburg haben in der Regel einen akademischen theologischen Abschluss und sind zudem DAV-Wanderleiter*in. Nähre Angaben dazu finden sich in der Vorstellung des Teams.  

Schwierigkeiten der Touren

Die Touren unterscheiden sich deutlich im Schwierigkeitsgrad.

Für die Teilnahme an allen Touren setzen wir voraus, dass Sie über solide Vorerfahrungen im Bergwandern und entsprechende Ausrüstung verfügen.

Bitte überlegen Sie sich - anhand der "Bergwandercard" - vor der Anmeldung zu einer Tour genau, ob die angegebenen  Anforderungen Ihrem konditionellen und bergtechnischen Niveau entsprechen. Diesbezügliche Fehleinschätzungen stellen ein Sicherheitsrisiko für die gesamte Gruppe dar. Die Leitung der Tour kann in diesem Fall vor Ort entscheiden, dass die Teilnahme unverantwortlich ist. Im Zweifel wählen Sie bitte die leichtere Tour. 

Zur differenzierten Bewertung des bergsteigerischen Anspruchs der verschiedenen Angebote, haben wir eine Schwierigkeitseinteilung in leichte, mittelschwere und schwere Bergwanderungen vorgenommen. Die tägliche Gehzeit kann bei allen Touren 8 Stunden betragen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit setzen wir auch bei leichten Touren voraus.

Leichte Touren führen über befestigte und markierte Wege, die tägliche Aufstiegsleistung liegt unter 1000 Höhenmetern (Hm), mittelschwere Touren führen teilweise durch wegloses Gelände mit kurzen Kletterstellen im 1. Grad, täglich können bis 1200 Hm angestiegen werden, bei schweren Touren können die tägliche Anstiege bis zu 1500 Hm betragen. Bitte schätzen Sie Ihr Können im Vorfeld realistisch ein! Wir orientieren uns an der Bergwandercard des DAV.

BergwanderCard_2012

Auch wenn unsere Leiterinnen /Leiter Sie unterstützen, müssen Sie sich über mögliche Risiken bewusst sein, denen Sie sich bei einer alpinen Tour aussetzen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Sie bei den angebotenen Touren weder unfall- noch haftpflichtversichert sind. Eine Mitgliedschaft beim DAV empfehlen wir Ihnen ausdrücklich. Wir behalten uns vor, Sie nicht an der Tour teilnehmen zu lassen, wenn Sie nicht über die notwendige Ausrüstung und/oder die gesundheitlichen Voraussetzungen verfügen. In diesem Fall werden die Kosten nicht erstattet. Bitte nutzen Sie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme vor der Anmeldung.

Bitte geben Sie zu unserer Information bestehende Erkrankungen, die zu kritischen Situationen führen könnten (z.B. Epilepsie, schwere Allergie etc.) an.

Helmut Betz und Knut Waldau. Hier, am Stempeljoch im Karwendel,  begannen die ersten Bergexerzitien 2001 (Foto: Manfred Albang, September 2019)