Erwachsenenkatechese

23.02.2015 11:57

Augsburg (pba). Gestern Nachmittag war im Augsburger Dom Weltkirche auf ganz besondere Weise erfahrbar: Bischof Konrad hat zwei Dutzend Frauen und Männer sowie ein Kind in einem feierlichen Wortgottesdienst für den Empfang der Sakramente von Taufe, Firmung und Eucharistie zugelassen. Hinzu kamen 15 Kandidatinnen und Kandidaten, die bereits getauft sind und um Aufnahme in die katholische Kirche gebeten haben. Sie alle wohnen im Bistum Augsburg. Aber sie stammen nicht nur aus Bayern und Deutschland, sondern auch aus Guatemala und Sri Lanka, Kanada, Togo und verschiedenen Ländern Osteuropas.

Die Bewerberinnen und Bewerber wohnen im Bistum Augsburg. Aber sie stammen aus verschiedenen Kontinenten. (Foto: Annette Zoepf/pba)

Jeder von ihnen sei einen ganz eigenen Weg zum Glauben und zur Kirche gegangen, so Bischof Konrad in seiner Predigt. Aber jeder sei durch andere Menschen zum Glauben gekommen. „Und wenn es auch nur ein einziger gewesen wäre“, ergänzte er. Einem Menschen könne nichts Schöneres passieren, als durch einen vertrauten Menschen zur Kirche und zum Glauben geführt zu werden, so der Bischof in seiner Predigt weiter. Christen seien dazu berufen, dass auch andere ihre Berufung erfahren. „Darum muss unser eigenes Leben wieder mehr zur Frohen Botschaft werden“, forderte er auf. Was dies konkret bedeutet, wurde bei der Zulassungsfeier am Beispiel der Aussiedlerseelsorge deutlich: Dort werden die Taufbewerber teilweise von Frauen vorbereitet und begleitet, die ihre eigene Taufe in der Sowjetunion noch im Geheimen empfangen haben. In einem anderen Fall waren es Benediktinerinnen in Afrika: Sie haben durch ihr Wirken eine Frau aus Deutschland dazu bewegt, um Aufnahme in die katholische Kirche zu bitten.

Die Zulassungsfeier am ersten Sonntag der österlichen Bußzeit ist im Bistum Augsburg inzwischen zu einer guten Tradition geworden. Vorbereitet wurde sie wieder von Michaela Wuggazer aus der Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral. Bei der Begegnung im Kolpinghaus im Anschluss an den Wortgottesdienst wies sie darauf hin, dass heuer der Kreis der Bewerberinnen und Bewerber sehr bunt sei. „Nicht nur hinsichtlich der Herkunft aus fast allen Kontinenten, sondern auch was das Alter betrifft“, betonte sie: „Dieses Jahr haben wir die Ältesten, die wir je dabei hatten.“ Ein Ehepaar mit 89 beziehungsweise 83 Jahren habe um Aufnahme in die katholische Kirche gebeten.

Nach der gestrigen Zulassungsfeier geht es für die Katechumenen, also die Taufbewerber, auf die letzte Etappe ihres mehrere Monate langen Wegs in die Kirche. Sie werden nun in ihren Pfarreien oder auch von der Citypastoral weiter vorbereitet, um dann in der kommenden Osternacht das Sakrament der Taufe, der Firmung und der Eucharistie zu empfangen. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufnahme in die katholische Kirche werden die Sakramente der Firmung und der Eucharistie empfangen.