„Kirchenaustritt“ – kirchlich

Wenn jemand den Austritt aus der Kirche erklärt, geschieht das kaum von heute auf morgen. Wir müssen uns als Kirche auch fragen, wo wir Anlass zu diesem Schritt gegeben haben. Wir verstehen Kirche als eine Gemeinschaft aus allen Getauften. Für viele wird das zu wenig erfahrbar. Aber mit allen, die gehen oder sich nicht mehr aktiv und auch kritisch in diese Gemeinschaft einbringen, verlieren wir an Lebendigkeit. Ein Körper, dem Glieder fehlen, schmerzt. Wir glauben auch, dass man Christ nicht ohne Gemeinschaft sein kann und dass denen, die sich aus dieser Gemeinschaft verabschieden, Maßgebliches fehlt.

Manche sprechen von der Kirchensteuer als Hauptgrund für einen Austritt. Das mag für einen Teil zutreffen. Für einen nicht unerheblichen Teil kann das aber keine Rolle spielen, da sie entweder gar keine oder nur geringe Kirchensteuer zahlen. Trotzdem fehlt unserer Kirche natürlich auch das Geld, das durch „Kirchenaustritte“ wegfällt. Dieses Geld wird für vielfältige Aufgaben eingesetzt, unter anderem auch für Dienste, die Menschen unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit zugute kommen.

Was uns aber mehr fehlt als Geld ist Ihre aktive Teilhabe an der Gemeinschaft der katholischen Kirche.

Äußerlich dokumentiert sich der Kirchenaustritt durch den Wegfall der Kirchensteuer. Doch mit Ihrer Erklärung haben Sie sich auch außerhalb der sichtbaren kirchlichen Gemeinschaft gestellt und damit auch vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen.

Sie dürfen die Sakramente der Eucharistie, der Firmung, der Buße und der Krankensalbung – außer in Todesgefahr – nicht mehr empfangen.

Sie können keine kirchlichen Ämter bekleiden und Funktionen wahrnehmen. Sie dürfen z.B. nicht Taufpate oder Firmpate werden.

Sie verlieren das aktive und passive Wahlrecht in der katholischen Kirche; Sie können nicht Mitglied in kirchlichen Gremien und Räten sein.

Wenn Sie katholisch heiraten möchten, sind dafür eine besondere Erlaubnis des Bischofs notwendig und Ihr Versprechen, den Glauben zu bewahren und an die Kinder weiterzugeben.

Im Fall eines Begräbnisses, kann der Seelsorger Ihre Angehörigen zwar begleiten, doch ein kirchliches Begräbnis ist nur möglich, wenn deutlich erkennbar war, dass Sie von Ihrer damaligen Entscheidung Abstand genommen haben. Informieren Sie deshalb bitte Ihre Angehörigen über Ihren Schritt.

Wir nehmen Ihre Aufkündigung der kirchlichen Gemeinschaft ernst. Das fällt uns nicht leicht und wir werden nach Ihnen Ausschau halten. Wir sind da, wenn Sie sich der Kirche wieder annähern wollen.