Veranstaltungsberichte

Schöpfung bewahren ist wichtige Aufgabe der Kirche

Europäisches Umweltzertifikat EMAS für zwei Pfarreien im Bistum Augsburg

Augsburg (pba). Die kleine Filialkirche Sankt Martin Lagerlechfeld und die große Stadtpfarrei Sankt Ulrich und Afra in Augsburg haben es geschafft: Sie sind umweltzertifiziert. In einer kleinen Feierstunde wurden die EMAS-Urkunden ausgehändigt. Sie bescheinigen, dass „zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung ein Umweltmanagementsystem nach der EG-Verordnung“ in der Pfarrei eingeführt wurde. Beide Pfarreien haben eine Umwelterklärung herausgegeben, in denen Bestandsaufnahmen, Vorgehensweisen und Umweltprogramme veröffentlicht werden. In seinem Grußwort würdigt der Bischof von Augsburg, Dr. Konrad Zdarsa, dieses Tun als „wichtiges und überzeugendes Engagement, für das Ihre ‚Umwelterklärung‘ eindrucksvoll Zeugnis gibt.“

Das „Eco Management and Audit Scheme“ (EMAS) ist eine von der Europäischen Union anerkannte Verordnung und somit ein europaweit gültiges Steuerungsinstrument für nachhaltiges Handeln. Sein Gesicht bekommt EMAS durch Umweltteams vor Ort. Das sind Ehrenamtliche und Freiwillige, die mit Kopf, Herz und Hand die Pfarrei ökologisch ausrichten und dies als Querschnittsaufgabe begreifen.

Hinter Einkauf, Ernährung, Verkehrsmittelwahl, Heizungs- und Energieverbrauch verbergen sich ganz konkrete, oft sich weltweit auswirkende Umweltbelastungen. Entscheidungen über Menge und Auswahl von Beschaffungen in den Pfarreien müssen daher verantwortet getroffen werden. Auch die pastorale Arbeit, die Verkündigung und die Bildungsarbeit in den Gruppierungen der Pfarrei werden unter den Aspekt der „Bewahrung der Schöpfung“ gestellt. 

Den Rahmen für dieses Engagement bildete das Projekt „Klimaschutz braucht Bildung“. Zentraler Baustein war ein von der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Augsburg angebotener Ausbildungskurs. Sieben Kursabsolventen erwarben die Qualifikation zum kirchlichen Umweltauditor. Dieser Ausbildungskurs wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit und der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Augsburg  gefördert. Ein weiterer zusätzlicher Partner ist die Bischöfliche Finanzkammer Augsburg, die sich an den Zertifizierungskosten beteiligte. 

 04.12.2014 / Bericht Internetseite Bistum Augsburg

 

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smart and big for creation
 

Kleine Filialkirche und große Stadtpfarrei im Bistum Augsburg haben jetzt ein anerkanntes Umweltmanagement 

Lang ist der Weg vom Wissen über das Wollen zum Handeln. Die Filialkirche Sankt Martin Lagerlechfeld und die Stadtpfarrei Sankt Ulrich und Afra in Augsburg sind diesen langen und nicht immer beschwerdefreien Weg gegangen. Von vielen Ehrenamtlichen und freiwilligen Helferinnen und Helfer wurde mit Hilfe von Checklisten und Bestandsaufnahmen ein bewährtes Umweltmanagementverfahren erlernt und dann in den Handlungsfeldern und Arbeitsabläufen der Pfarrei (z. B. Energie, Beschaffung, Müllentsorgung, Wasserverbrauch, nachhaltiges Pfarrfest, Schöpfung in Liturgie und Pastoral)  umgesetzt. Teams sind zusammengewachsen, die sich um die Bewahrung der Schöpfung kümmern, die mit Kopf, Herz und Hand die Pfarrei ökologisch ausrichten und dies als Querschnittsaufgabe begreifen.

Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine Zukunft in Gerechtigkeit und Frieden für alle Menschen. Er zeugt von großer Verantwortung und gelebter Glaubwürdigkeit. 

In beiden Pfarreien wurde ein wertvoller Prozess in Gang gesetzt, der mit der Validierung fortgeschrieben wird. Sie haben mit der Zertifizierung nach EMAS III * das beste Umweltmanagement der Europäischen Union eingeführt.

*Eco Management and Audit Scheme ist ein europaweit gültiges Steuerungsinstrument für nachhaltiges Handeln

23.10.14, Christoph Wessel

 

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Sieben Umweltauditoren im Bistum durch die Katholische Erwachsenenbildung ausgebildet

Von unten rechts: Siegfried Fuchs (Referent), Erwin Merz, Anton Kriesch, Heinz Löhning. Von oben rechts: Frank Kienle (Referent), Rudolf Brunner, Max Markmiller, Mia Grabolus, Christoph Wessel (Umweltbeauftragter), Herbert Luy

„Die Bewahrung der Schöpfung ist eine wichtige Aufgabe der Kirche und soll sich wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche einer Pfarrgemeinde ziehen“. Kurz und knapp fasst Kursteilnehmer Rudolf Brunner das Konzept des kirchlichen Umweltmanagements zusammen.  Dass sich dahinter viel Überzeugungsarbeit und beständiges Engagement verbirgt, weiß er und mit ihm die weiteren Kursteilnehmenden, die nach einer Ausbildungszeit von mehr als einem Jahr ihre Urkunden zum kirchlichen UmweltauditorIn erhalten haben. Bei  einer Feierstunde betonte der Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung Prof. Dr. Adalbert Keller: „Der globale Klimawandel trifft die am härtesten, die ihn am wenigsten verursacht haben: die Länder des Südens. Die Pfarrgemeinden sind daher zur Verantwortung aufgerufen. Mit ihrem Engagement, mit ihrem Einsatz sorgen sie sich um die Bewahrung der Schöpfung, also um einen biblischen Auftrag, der in der Gemeindepastoral von heute unverzichtbar ist.“

Praxisnah und immer vor Ort in den Pfarreien vermittelte der Kurs, wie Schöpfungsleitlinien entwickelt werden, wie eine ökologische Bestandsaufnahme in den Liegenschaften funktioniert und Verbesserungen erzielt werden, wie Menschen in der Pfarrei daran beteiligt werden. Die Bereiche Beschaffung, Energieverbrauch, Bepflanzungen, Müllentsorgung und vieles andere mehr werden dabei auf den Prüfstand gestellt. Der Blick richtet sich auch auf die Vorbereitung von Pfarrfesten und Veranstaltungen, die Gestaltung der Liturgie und spiritueller Angebote.

Die großzügige Förderung des Kurses durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit,  aber auch der lange Kurszeitraum und die intensive Praxisbegleitung, sind für den Umweltbeauftragten des Bistums, Christoph Wessel, Schlüsselelemente für das gute Gelingen des Kurses .

Fünf Pfarreien im Großraum Augsburg wollen dieses Konzept praktisch umsetzen. Sie haben Umweltteams gebildet und wollen sich im Herbst 2014 einer externen Überprüfung nach den europäischen EMAS III Richtlinien (Eco Mangement Autdit Scheme) stellen und damit ein international anerkanntes Umweltmanagement einführen. Ziel ist es, verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln zu vereinfachen, zu verstetigen und öffentlich darzustellen.

24.02.2014 Christoph Wessel

 

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"Die Energiewende ist gewollt"

Bischöflicher Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer bei Studientag zum Thema Energie in der Erzabtei Sankt Ottilien.

St. Ottilien / Augsburg (pm) Die Diözese Augsburg ist nicht nur Unterzeichnerin der Klimaallianz Bayern, sondern steht auch aktiv hinter der Energiewende in Deutschland. Es werde schon viel getan, so Dr. Klaus Donaubauer. Er war einer von insgesamt 7 Referenten, die am 9. November 2013 beim ersten Studientag des Arbeitskreises "Schöpfung bewahren" Projekte zur Energiewende vorstellten. Über 60 Personen aus Kirchenverwaltungen, Pfarrgemeinderäten und kirchlichen Einrichtungen waren der Einladung gefolgt.

Mit einem geistlichen Impuls eröffnete Erzabt Wolfgang Öxler den Tag: "Die Energiewende erfordert vor allem eine Wende in den Herzen der Menschen", so der Erzabt. „Unser verschwenderischer Lebensstil hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen in den armen Ländern der Welt. Christliches Handeln muss sich von der Frage nach Gerechtigkeit leiten lassen."

Energiewende ist notwendig und gewollt

Dass eine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen zu regenerativ erzeugter Energie dringend notwendig sei, verdeutlichte Prof. Dr. Wolfgang Mauch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Es gehe nicht nur um bessere Technik, sondern um mehr Effizienz. Das größte Potential stecke im Bereich der Wärmeenergieversorgung und in der Dämmung.

Im Bistum Augsburg ist die Energiewende auch gewollt. Dr. Klaus Donaubauer belegte diesen Willen anhand eines Bündels von Maßnahmen im Bistumsbereich. „Die Diözese hat im Jahr 2008 für ein bistumsweites Energie- und CO2-Programm 4,0 Mio. € bereitgestellt. Für alle kirchlichen Gebäude im Kernbestand der Pfarreien wurden kostenfreie Energieberatungen angeboten. Viele haben davon Gebrauch gemacht“, so Donaubauer. Sofortmaßnahmen zur energetischen Optimierung werden dabei zu fast hundert Prozent finanziert, größere Maßnahmen über den Regelzuschuss hinaus gefördert. Ab 2014 werde der von den rund 1000 Pfarreien und sonstigen diözesanen Einrichtungen bezogene Strom zu hundert Prozent aus Wasserkraftwerken in Bayerisch-Schwaben gewonnen. Auf zahlreichen Gebäuden des Bistums Augsburg gibt es Fotovoltaikanlagen. Bei Planungen Neubauten und Renovierungen werden energetische Fragen vorangestellt.   

Praxisbeispiele aus der Diözese vorgestellt

Fünf weitere Beiträge zur Umsetzung der Energiewende wurden am Nachmittag vorgestellt:  Bruder Josef Götz OSB, Cellerar und Verantwortlicher für die Liegenschaften des Klosters Sankt Ottilien, führte zusammen mit Prof. Mauch und Eugen Schäfer durch die Energiezentrale mit Hackschnitzelheizung und Biogasanlage. Wie kirchliches Umweltmanagement funktioniert, und wie man damit Menschen nicht nur aus der Gemeinde, sondern sogar religionsübergreifend ansprechen kann, zeigten Pfarrer Josef Kirchensteiner und Mitlieder des Umweltteams der Pfarrei Christkönig in Penzberg. 

Fotovoltaik auf dem Kirchendach? "Das gibt es in der Diözese!", berichtete Max König aus der Pfarrei Straßberg bei Bobingen. Ermöglicht wurde dies durch die Beharrlichkeit des Umweltteams im Umgang mit zahlreichen Widerständen. Seit September 2012 konnten mit der PV-Anlage schon 45 Tonnen CO2 eingespart. Die Pfarreien Heilig Kreuz in Straßberg und Christkönig Penzberg sind nach EMAS III zertifiziert.

EnergieVision, nennt sich eine christliche Genossenschaft, die nachhaltige Energieprojekte finanziert. "Ein Teil der Rendite fließt in soziale und kirchliche Projekte in der Region", so der Vorsitzende, Pastoralreferent Dr. Thomas Wienhardt. Zahlreiche Einzelpersonen und Kirchenstiftungen bringen sich seit Gründung im Jahr 2012 finanziell und auch ehrenamtlich mit ihrer Fachexpertise ein. 

Die Aktivitäten des Katholischen Frauenbundes und der Kindertagesstätte Janusz Korczak in Haunstetten stellten Sabine Slawik und Ursula Mai vor. Ihr Schwerpunkt liegt vor allem im Bildungsbereich. Schon bei Kindern werden von Anfang an über Hören und Tun die Themen "fair und nachhaltig" grundgelegt. Der Frauenbund hatte in mehreren Jahresthemen das Stoffgebiet „Nachhaltigkeit“ aufgegriffen.

Christoph Wessel, Umweltbeauftragter in der Diözese, und Anton Stegmair von der Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden teilten mit, dass es weitere Studientage geben werde.

Interessierte können sich über die website der Katholischen Erwachsenenbildung/Umweltbeauftragter in Augsburg kostenlos einen E-Mail-Newsletter bestellen oder direkt bei: http://tools.emailsys.net/130/534/15tpflj/subscribe/form.html.

Mitglieder des Arbeitskreises sind (alphabetisch):
Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden
Diözesan-Caritasverband
EnergieVision, Schrobenhausen
Erzabtei St. Ottilien
Fach  für Kindertagesstätten
Institut für Neuevangelisierung und Gemeindepastoral
Katholische Arbeitnehmerbewegung
Katholischer Deutscher Frauenbund
Katholische Landjugendbewegung
Katholische Landvolkbewegung
Oase Steinerskirchen
Zentrum für Umwelt und Familien im Kloster Roggenburg
Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern

Infos unter: www.schoepfungbewahren.info

Fotos privat

 

Impuls in der Ottilienkapelle mit Erzabt Wolfgang Öxler OSB
Ein Blick in die Energiezentrale von St. Ottilien