„Mensch und Tier sitzen in einem Boot“ Studientag Tierethik im Bistum Augsburg

Studientag Tierethik im Bistum Augsburg

25.01.2020 13:30 bis 18:00

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„Mensch und Tier sitzen in einem Boot“
Studientag Tierethik im Bistum Augsburg

Wenn es um das Wort „Tierethik“ gehen, denken die einen vielleicht sofort „da will mir jemand ein schlechtes Gewissen machen, weil ich Fleisch esse“.  Andere wiederum denken bei dem Wort Tierethik eher „ja, endlich wird den Fleischessern mal gesagt, dass das böse ist was sie tun“.

Weder das eine noch das andere war beim Studientag „Tierethik“ der Fall, zu dem das Bistum Augsburg unter Schirmherrschaft von Diözesanadministrator Bertram Meier eingeladen hatte.

„Lassen wir uns überraschen, was der theologische Blick auf das Tier zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung über einen angemessenen Umgang mit dem Tier beitragen kann“, so Diözesanadministrator bei seiner Begrüßung . Der Referent, Professor Michael Rosenberger von der Privatuniversität Linz, legte anschließend die Grundlagen für eine Tierethik aus christlicher Sicht dar.

Was in den öffentlichen Diskussionen oft nicht gelingt, ist an diesem Studientag gelungen: Sowohl Landwirte als auch Tierschützer haben sich durch die klaren und leicht verständlichen Worte des Vortrags von Professor Rosenberger  in ihren Anliegen gesehen und ernst genommen gefühlt.

„Mensch und Tier sitzen in einem Boot“, so die Grundaussage des Referenten. Beide seien Geschöpfe Gottes, die von Gott aus Liebe ins Leben gerufen worden sind. Beide haben eine Würde und damit auch Rechte. Weiter führte Prof. Rosenberger aus: Das Tier ist dem Menschen von Gott als Gefährte und Hilfe zur Seite gegeben. Und dem Menschen ist das Tier von Gott anvertraut, dass er gut, klug und gerecht für es sorgt. Letzten Endes liege es an den Verbrauchern, dass Landwirte heute gut, klug und gerecht für ihre Tiere sorgen können. Denn „der Bauer kann dem Tier nur das geben, was er selber vom Konsument bekommen hat“, so der Moraltheologe.
An der Ladentheke entscheiden  die Verbraucher/innen über das Wohl  und die Würde unserer Nutztiere. Nämlich genau dann, wenn  sie die Wahl des Produkts nicht vom Preis, sondern von den Haltungsbedingungen des Tieres, dessen Fleisch sie kaufen, abhängig machen.

Hier sei laut Prof. Rosenberger die Kirche gefragt:  Denn  Kaufentscheidungen werden auch von uns  Christen getroffen. Bewusstseinsbildende  Maßnahmen über  die Würde des Tieres als Geschöpf Gottes können ein erster Schritt sein. Dann können weitere Schritte folgen. Die eigene Kaufentscheidung am Wohl des Tieres auszurichten sei einer davon.

Diözesanadministrator Bertram Meier gab in seinem Schlusswort den Hinweis: „Hier muss die Kirche in die Gesellschaft hineinwirken“ und versprach, dass weitere Schritte folgen werden.
Die rund 50 Teilnehmenden zeigten sich erfreut, dass die Diözese Augsburg mit der Abteilung „Kirche und Umwelt“ solch ein Seminar zur Tierethik  angeboten hat.

Veranstaltungsort

Haus Sankt Ulrich

Kappelberg 1
86150 Augsburg

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Veranstalter

Bistum Augsburg - Diözesaner Arbeitskreis "Schöpfung bewahren"