Barmherzigkeitssonntag

Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit im Jahr 2022 - ein Rückblick

Die diesjährige zentrale Feier des Barmherzigkeitssonntags fand am Sonntag, den 24. April ab 13:30 Uhr in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg statt. Die Feier dieses Sonntags geht auf die heilige Sr. Faustina Kowalska, eine polnische Ordensfrau zurück, die als "Botin der göttlichen Barmherzigkeit" gilt. Viele sind der Einladung an diesem Nachmittag gefolgt und haben Gottes Barmherzigkeit im gemeinsamen Gebet und im Empfang des Sakraments der Versöhnung in den Mittelpunkt gerückt. 

Einige Gedanken aus der Katechese des diesjährigen Nachmittags (Pfr. Reinfried Rimmel/Katharina Weiß):

Gottes Barmherzigkeit ist ohne Maß - sie zeigt sich in der Hl. Schrift, z. B. im Buch Hosea (Kap. 11,8), wo deutlich wird, dass Gott "ein Herz" für sein Volk hat. Im neuen Testament greift Jesus im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter die Frage auf: "Wer ist mein Nächster?" Und es wird deutlich: Mein Nächster, dem ich Barmherzigkeit erweisen soll, ist der Mensch, der im Moment vor mir steht.

Auch wenn die Barmherzigkeit Gottes in der Bibel schon sehr präsent ist, so bündeln der Barmherzigkeitssonntag und die Botschaften an Sr. Faustina diese Barmherzigkeit Gottes nochmals wie einen Lichtstrahl, der auf ein Brennglas fällt. Drei Aspekte wurden dabei in den Blick genommen:

  • Jesus ist mir persönlich barmherzig: An mir ist es, ihm zu antworten mit dem Wort "Jesus, ich vertraue auf dich", das auch ein Stoßgebet in schweren Zeiten sein kann.
  • Ich bin gerufen, auch anderen gegenüber barmherzig zu sein (in Tat, Wort und Gebet). Ein Gebet aus dem Tagebuch von Sr. Faustina kann dabei helfen:
  • Wenn Gott mit mir barmherzig ist, dann darf auch ich mit mir barmherzig sein, auch wenn ich immer wieder in Sünde falle, obwohl ich mich so bemüht habe, mich zu bessern. In diesen Momenten darf ich einfach zu Jesus kommen. 

In der abschließenden Hl. Messe hob Pfr. Reinfried Rimmel drei kurze Sätze hervor, die uns als Stoßgebete begleiten können und uns die Barmherzigkeit Gottes näher bringen können:

  • die Bildunterschrift des Bildes, das Sr. Faustina im Auftrag Jesu malen ließ: "Jesus, ich vertraue auf dich"
  • die Worte des Apostels Thomas, als er dem Auferstandenen begegnet: "Mein Herr und mein Gott" (Joh 20,28)
  • die Worte des Schächers an Jesus: "Denk an mich" (Lk 23,42)

Ein Interview mit Pfr. Reinfried Rimmel (Leiter der Abteilung Evangelisierung) zum Barmherzigkeitssonntag finden Sie hier.

Hintergrund: Was ist Barmherzigkeit?

Letztlich jemandem sein Herz schenken.

Am Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit (Sonntag nach Ostern) steht also im Zentrum, dass Gott uns sein Herz schenkt. Die Feier des Sonntags der göttlichen Barmherzigkeit wurde im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. in Verbindung mit der Heiligsprechung von Sr. Faustina Kowalska eingeführt. Sr. Faustina Kowalska (1905 – 1938), Ordensfrau in der Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit, hatte von Gott den Auftrag erhalten, den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes neu in der Kirche des 20. Jh. zum Leuchten zu bringen. Papst Johannes Paul II. entsprach diesem Auftrag durch die weltweite Einführung des Barmherzigkeitssonntags mit der Empfehlung, der Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes in unserem Jahrhundert besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Barmherzigkeit Gottes dürfen wir auf vielfältige Weise in unserem Leben erfahren, ganz besonders im Sakrament der Eucharistie und im Sakrament der Versöhnung. Deshalb spielen diese beiden Sakramente am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit auch eine große Rolle. Wir sind auch aufgerufen, diese Barmherzigkeit an andere weiterzuschenken - in Wort, Tat und Gebet.

Wichtige Texte und liturgische Hilfen zur Feier des Sonntags der göttlichen Barmherzigkeit finden Sie unter „Materialien“.

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