Wallfahrt nach Lisieux

19.03.2014 13:36

mit Weihbischof Florian Wörner

 

„Die hl. Therese v. Kinde Jesus und ihre seligen Eltern Louis und Zélie Martin
Vorbilder für die Neuevangelisierung“

Unter diesem Motto lud das „Institut für Neuevangelisierung und Gemeindepastoral“ vom 19. bis 27. März 2014 zu einer Pilgerreise nach Lisieux ein. Die geistliche Leitung übernahm Weihbischof Florian Wörner.

Therese von Lisieux, die Patronin der Missionen, kann in einer Zeit zunehmender Entchristlichung Ansporn sein, das Eigentliche des christlichen Lebens wieder ins Bewusstsein zu bringen:
„Es gibt nur eines zu tun auf dieser Erde: Jesus lieben und ihm Seelen gewinnen, damit auch diese ihn lieben“ (VI. Brief an Céline). Ihre Eltern begleiteten und teilten mit ihrem Gebet und einem evangeliumsgemäßen Leben den geistlichen Weg ihrer Tochter. Auf den Spuren dieser Vorbilder des Glaubens kann der eigene Glaube eine Vertiefung erfahren und sich eine Freude entwickeln, ihn weiter zu geben, sei es in der Familie, in der Gemeinde oder im Berufsleben.

Nachfolgend der Bericht eines Teilnehmers über die Fahrt

Institut für Neuevangelisierung unterwegs

Text: Rupert Strobl

43 Pilger kamen nach neuntägiger Busreise nach Lisieux, Frankreich, wieder gesund und wohlbehalten in Augsburg an. Sie fühlten sich reich beschenkt und erfreut von dieser Wallfahrt zur hl. Thérèse vom Kinde Jesus und ihrer seligen Eltern Louis und Zélie Martin. Der Glaube fand reiche Stärkung durch diese Vorbilder für eine neue Evangelisierung. Organisiert wurde die Reise vom „Institut für Neuevangelisierung und Gemeindepastoral“ des Bistums Augsburg mit Weihbischof Florian Wörner, Leiter des Instituts, Dr. Veronika Ruf, Referentin für Neuevangelisierung, und Monika-Maria Stöcker, Gemeindereferentin i.R.

Die erste Station führte zum Karmelitinnenkloster Hauenstein in der Pfalz. Die Pilger erfuhren von der Spiritualität der Karmelitinnen und feierten zusammen mit den Schwestern einen Pontifikalgottesdienst zu Ehren des hl. Josef, dem Tagesheiligen und Schutzpatron des Klosters. Von Saarbrücken ging es zum Marienwallfahrtsort „Notre Dame de L’Épine in der Nähe von Reims. Die Eucharistiefeiern, dazu gehörte auch der Gottesdienst in L’Épine, waren ein beeindruckendes Erlebnis. Ob Weihbischof Florian Wörner oder die mitreisenden Pfarrer Bernhard Hesse und Erwin Ruchte i.R., alle verstanden es, die jeweiligen Bibeltexte überzeugend auszulegen und zu vermitteln.

Bei der Fahrt nach Lisieux fielen in der Ebene der Champagne die großen Ackerflächen auf, während in der Normandie die leicht hügeligen und beweideten Grünlandflächen mit Hecken- und Obstbaumzeilen landschaftstypisch waren. Breiten Raum bei der Wallfahrt nahmen neben den Gottesdiensten die täglichen Zeiten für Laudes, Vesper und Rosenkranzgebet ein. Dabei kam das neue Gotteslob mit dem reichhaltigen Schatz von Psalmen und Liedern zum Einsatz. Beherbergt wurden die Pilger in Lisieux in der „Ermitage St. Thérèse“. Im Mittelpunkt des Aufenthalts standen die Begegnungsstätten der hl. Thérèse: das Karmelitinnenkloster, das Wohnhaus „Les Buissonnets“ der Familie Martin, die im 12. Jh. erbaute Kathedrale St. Pierre, wo Thérèse ihre erste Beichte ablegte und täglich die hl. Messe besuchte, und die Basilika St. Thérèse, eine der größten Kirchbauten des 20. Jh. Inspiriert wurden die Pilger dabei von den autobiographischen Texten der Heiligen, wenn diese etwa am Ende ihres Lebens von sich sagte: „Ich fühle, meine Mission wird nunmehr beginnen. Meine Mission, andere den lieben Gott so lieben zu lehren, wie ich ihn liebe…Ich will meinen Himmel damit verbringen, Gutes auf Erden zu tun.“

Den feierlichen Höhepunkt der Reise bildete ein Hochamt in der Krypta der Basilika, das Weihbischof Florian Wörner in französischer Sprache mit zahlreichen Priestern und Gläubigen zelebrierte. Anschließend wurde ihm eine Reliquie der im Jahre 2008 selig gesprochenen Eltern Louis und Zélie Martin für das Bistum Augsburg geschenkt. Diese sind durch ihr Leben aus dem Gebet und Vertrauen auf Gott heraus Vorbilder des Glaubens ganz besonders für Ehepaare und Familien.

Ein schönes Gemeinschaftserlebnis an einem Abend war ein „Interview“ der hl. Thérèse, von einer jungen Mitreisenden dargestellt, mit Weihbischof Wörner. Die Spielszene wurde von Monika-Maria Stöcker verfasst. Sie ist auch Autorin des Jugendbuches „Das Abenteuer einer großen Liebe“, das Papst Franziskus im Handgepäck beim Weltjugendtag in Brasilien bei sich trug. Der Weihbischof sagte zu Thérèse: „Mir wurde die Aufgabe übertragen, das „Institut für Neuevangelisierung“ im Bistum Augsburg aufzubauen. Da ich schon so viel von Ihnen gehört habe, bin ich nach Lisieux gekommen, um von Ihnen Impulse für meine Arbeit zu erhalten“. Im folgenden Frage- und Antwortspiel wurde die Kernaussage der hl. Thérèse deutlich: „Nur die Liebe zählt.“

Die Fahrt nach Honfleur an der Seinemündung brachte ebenfalls eine Begegnung mit der hl. Thérèse. Hier betete sie in der Wallfahrtskirche „Notre Dame de Grâce“, in der die Seefahrer den Schutz der Muttergottes erflehten, um den Erfolg ihrer Romreise. Sie wollte den Papst selbst bitten, mit 15 Jahren in den Karmel eintreten zu dürfen. Am Hochfest „Verkündigung des Herrn“ besuchte die Pilgergruppe Alençon, den Geburtsort der hl. Thérèse. Nach einer hl. Messe in der Kapelle des Geburtshauses fand in der Basilika „Notre Dame“ eine Tauferneuerungsfeier für die Pilger statt.

Dann galt es wieder die Rückreise anzutreten. Die Besichtigung der Kathedrale in Reims ließ erkennen, welche Bedeutung dieses Meisterwerk der gotischen Kunst des 13. Jh. für die französische Geschichte und für die Aussöhnung der Völker Frankreichs und Deutschlands hat. Bereits auf heimatlichem Boden in St. Wendel im Saarland feierte Weihbischof Florian Wörner in der Basilika „St. Wendelin“ mit Pfarrer Klaus Leist eine hl. Messe.

Die Pilger spürten die intensive Vorbereitung und Organisation der Reise, die ein geistliches Erlebnis ermöglichten. Alle Wallfahrer waren in die liturgischen Dienste einbezogen und konnten ihre Eindrücke den anderen mitteilen, so dass eine harmonische Gemeinschaft entstand. Auf den Spuren der hl. Thérèse und ihrer Eltern als Vorbilder des Glaubens entwickelte sich eine neue Freude, den Glauben selbst weiter zu geben.