Exerzitien sind Geistliche Übungen

 

Was geschieht bei diesem Üben?

  • Innehalten und im Beten hörbereit werden
  • Sein Leben von Gott her ordnen und neu ausrichten lassen
  • Sich auf den Weg mit Jesus Christus rufen lassen
  • Den Anregungen des Geistes Gottes nachspüren

 

Ignatius von Loyola (1491 - 1556) hat diese Geistlichen Übungen auf seinem Umkehr-Weg entdeckt. Er schreibt in seiner Sprache:

"... Denn so wie das Umhergehen, Wandern und Laufen leibliche Übungen sind, genauso nennt man 'geistliche Übungen' jede Weise, die Seele darauf vorzubereiten und einzustellen, ... den göttlichen Willen in der Einstellung des eigenen Lebens zum Heil der Seele zu suchen und zu finden."

 

 

Wer sich heute auf Ignatianische Exerzitien einlassen will, kann aus einem gestuften Angebot das für sich in Frage kommende auswählen:

  • Kurzexerzitien oder Exerzitientage in der Gruppe (4 - 6 Tage) Gebets- und Übungsweisen kennenlernen, Austausch in der Gruppe,  Eucharistiefeier.
  • Exerzitien mit Gemeinschaftselementen (6 - 8 Tage)
    Impulse für die persönlichen Gebetszeiten, tägliches Begleitgespräch, Eucharistiefeier. Bis auf die Gemeinschaftselemente verläuft der Kurs im Schweigen.
  • Einzelexerzitien (8 - 10 Tage)
    Durchgängiges Schweigen und tägliches Gespräch mit dem/der Exerzitienbegleiter/in u. a. mit Hinweisen für das Gebet auf dem ganz persönlichen Glaubensweg, Eucharistiefeier.

 

   

Erfahrungen mit Exerzitien:
  
"Exerzitien - was bedeuten sie für mich?  Ich sehe Exerzitien als Weg - ich ganz allein unterwegs mit Gott.  Das ist einmal eine große Herausforderung - denn es mit mir selbst auszuhalten - ohne Ablenkung - ist nicht immer leicht. Da tritt Vieles zu Tage, was im Trubel des Alltags erfolgreich verdrängt werden kann. Ich muss mich stellen, und das ist oft ernüchternd und schmerzhaft. Doch zum Glück gibt es den Exerzitienbegleiter, der mir hilft, viele Dinge klarzustellen, ehrlich zu hinterfragen, von einem anderen Blickwinkel aus zu urteilen.  Exerzitien geben mir die Chance, auf diesem Weg dem Herrn zu begegnen."
H. L.
     

"Ich bin dankbar für Exerzitien. Mir tut einfach die Zeit gut und der Tag mit seinem Rhythmus. Da kommen Leib und Seele zur Ruhe und wieder zum Leben. Für mich sind die Gebetszeiten und die Eucharistie eine große Kraft-quelle, die dann auch in den Alltag hineinwirkt. Gut, dass es Exerzitien gibt."
C. K.
   

"Exerzitien sind für mich eine Zeit des betenden Da-Seins vor Gott, bei dem ich mich selbst zurücknehme und ihm die Führung überlasse. Dabei erfahre ich, dass er mich liebt und annimmt, so wie ich bin. Gott zeigt mir durch sein Wort und durch seine Nähe, zu welchem konkreten Schritt er mich jetzt einlädt."  Mit dem heiligen Ignatius möchte ich sagen: "Die Exerzitien sind für mich ein großes Geschenk!"
M.R.

    

   

Andere Formen von Exerzitien:

Kontemplative Exerzitien - dauern in der Regel 8 - 10 Tage. Dazu gehören durchgängiges Schweigen, mehrmals täglich meditatives Sitzen. In diesen Gebetszeiten wird mit Formen der gegenstandslosen Meditation bzw. des Jesus-Gebetes auf den Weg der Kontemplation geführt.

Wanderexerzitien/Bergexerzitien - sind Exerzitien zu Fuß in einer kleinen Gruppe. Gebetszeiten, geistliche Übungen und Gespräch mit der Begleitung sind eingebunden in ein Unterwegssein auf einem Wander- oder Pilgerweg über 1-2 Wochen.

Besondere Exerzitienformen - wie Filmexerzitien, Straßenexerzitien, Sportexerzitien, Fastenexerzitien, Internetexerzitien … usw. wollen durch ihre je eigene Form helfen, dass der Einzelne Zugang zu seinem Innersten bekommt und so seine Beziehung zu Gott vertiefen kann.

 

Informative Links:

http://exerzitien.info/exerzitien

http://www.katholisch.de/beratung/seelsorge-von-a-z/exerzitien

 

Für alle Formen gilt:

"Man muss die Exerzitien machen, um sie kennen zu lernen."
Hans Urs von Balthasar