Im Zeichen des Esels

Skulptur von Franz Höchstötter

Was sie sich wohl zu sagen gehabt haben,
damals,
draußen vor der Stadt,
der Herr dem Esel,
der Esel dem Herrn?

Was sie wohl der Welt
und uns Menschen sagen wollen,
der Herr,
der Esel?

Ein Herz und eine Seele,
Herr und Esel?
Esel und Herr,
einer das Spiegelbild des anderen?

Beide bereit zum Dienen.
Beide bereit zur Entbehrung.
Beide bereit, die Lasten der Welt zu tragen.
Beide bereit, alles zu geben
bis zum bitteren Ende,
bis zum Durchbruch neuen Lebens.

Der Esel, der Herr.
Der Herr, der Esel.

Der Herr, der Esel unterm Kreuz,
der die Schuld der Welt auf seine Schultern nimmt.

Der Herr, der Esel am Kreuz,
der auf seinem Rücken die Erlösung der Welt austrägt.

Der Herr, der Esel auf dem Kreuz,
der die Liebe zu den Seinen vollendet im Tod,
vollendet zur Auferstehung.

Hosanna, dem Herrn und Esel.
Hochgelobt, der kommt im Namen des Herrn.
Hochgelobt, der kommt im Namen des Esels.

Text und Foto:
Pfr. Rainer Remmele, Landvolkpfarrer der Diözese Augsburg
und Leiter der Landvolkshochschule Wies