Grenzüberschreitungen …

Viele Grenzen gibt es in unserem Leben:
Grenzen aus Stein, und solche aus Stahl und Eisen.
Wir sprechen von Milieugrenzen, von Schamgrenzen oder gar von Ekelgrenzen. Menschen grenzen ein und grenzen ab. Sie grenzen auch aus.
Wie wir in den Evangelien lesen können hat Jesus immer wieder solche „lebenshinderliche“ Grenzen seiner Zeit überschritten:
zu Kindern und Frauen, zu Aussätzigen und Sündern, zu Zöllner
ja sogar die Grenze zum Tod.

Martin von Tours wurde schon zu Lebzeiten als ein Mann Gottes und ein Freund Jesu verehrt, so dass ihn die Kirche in die Zahl der Heiligen und Vorbilder aufnahm.
Seine berühmteste Grenzüberschreitung kennen wir aus der Geschichte von der Mantelteilung mit einem Bettler vor den Toren der Stadt.
Martin überschritt die Grenze des Standes, vielleicht auch die Grenze der Scham und des Wegschauens. Er teilte nicht nur seinen Mantel, sondern sein Herz. Offenbar ahnte er: Hinter jeder Grenze, die wir überschreiten, wartet Jesus, wartet das Leben in Fülle auf uns.
Christsein heißt: Grenzüberschreiter sein!

Foto: privat
Text: Anton Stegmair, Hauptabteilung Weltkirche