Gedenken für Lebende und Tote

 

 

 

Ein Grabkreuz - entdeckt auf dem Friedhof des Salzburger Stiftes Nonnberg - gibt ein beeindruckendes Zeugnis christlichen Glaubens ab.

 

"In te domine speravi. Non confundar in aeternum." - "Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden."

 

Darunter ist zu lesen: "Orate" - "Betet!" Wer mit den letzten Versen des Tedeums so vertrauensvoll beten kann, weiß sich über den Tod hinaus bei Gott geborgen.

 

Die Hoffnung des Betenden gründet im Glauben an den Auferstandenen, der im Schatten über dem Grabkreuz mehr zu erahnen als zu erkennen ist - ein gleichnishaftes Bild für die Situation der Glaubenden, wie sie der Hebräerbrief treffend beschreibt: "Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht." (Hebr 11,1)

 

Die Aufforderung "Betet", die zunächst zur Fürbitte für die Verstorbenen aufruft, kann in diesem Sinne auch als Einladung verstanden werden, für sich und andere um diese Glaubensüberzeugung zu beten.

 

 

Regina Wühr, Gemeindereferentin

 

Foto und Text: Regina Wühr, Bischöfliches Seelsorgeamt, Außenstelle Augsburg, Fachbereich Spiritualität und KAB-Diözesanverband Augsburg