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Daten & Fakten

Diözesaner Flüchtlingsbeauftragter

Zum 1. Oktober 2015 wurde die Stelle eines diözesanen Flüchtlingsbeauftragten geschaffen, durch den die bisherigen Anstrengungen in der Flüchtlingsarbeit künftig gebündelt und dadurch intensiviert werden sollen. 

 

Ehrenamt

Ehrenamtliche betreuen Kinder von Flüchtlingsfamilien (Foto: Alois Sattlecker)
Ehrenamtliche betreuen Kinder von Flüchtlingsfamilien (Foto: Alois Sattlecker)

Nach wie vor ist das bürgerschaftliche Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe ungebrochen groß. In jedem Ort, in dem Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet wurden oder dies in absehbarer Zeit vorgesehen ist, bildeten sich Helferkreise, die je nach Größe der Einrichtungen und der Anzahl der zu betreuenden Personen zwischen 20 und 200 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassen. Pfarrgemeinden und Pfarreiengemeinschaften des Bistums Augsburg haben Helfergruppen gegründet, initiiert oder bringen sich in die bestehenden Kreise ein. Pfarrgemeinde- und Pastoralräte berücksichtigen die Flüchtlingsthematik in ihren Jahresprogrammen und planen Veranstaltungen für Mitbürger und Flüchtlinge (Fastenessen, Vorträge, Feiern im Jahreskreis, Begegnungsmöglichkeiten). Sie unterstützen auf diese Weise die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer direkt oder durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Infrastruktur. So wird es ermöglicht, die Hilfesuchenden im Alltag zu begleiten, Sprachkurse zu organisieren, Kulturprogramme anzubieten, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche zu helfen, Kleiderkammern einzurichten, Sach- und Geldspenden entgegenzunehmen und zu verwalten und die Begegnung mit der Bevölkerung zu erleichtern. Um das Engagement für Flüchtlinge in den Pfarreien vor Ort auch finanziell zu unterstützen, hat die Diözese einen Sonderfonds in Höhe von 200.000 Euro eingerichtet. Diese Summe stammt aus Erträgen, die aus der Vermietung kirchlicher Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen eingehen. Die formlosen Anträge mit der Projektbeschreibung unter Nennung der veranschlagten Kosten können beim Flüchtlingsbeauftragten der Diözese Augsburg eingereicht werden.

Zur Stärkung des Ehrenamtes wurden begleitende Strukturen in der Hauptabteilung II - Seelsorge und bei der Caritas ausgebaut. Die Fachabteilung Gemeindepastoral sowie die Stabsstelle Gemeindecaritas und Engagementförderung bieten Unterstützung im Bereich Ausbildung, Fortbildung und Begleitung ehrenamtlichen Engagements im Themenkreis Flüchtlingshilfe und Asyl, sowie Unterstützung im Aufbau und in der Vernetzung von Helferkreisen an. Für die Ehrenamtskoordination haben die Kreisverbände der Caritas sieben Stellen eingerichtet.

 

Verbände und Initiativen

Die Flüchtlingsunterkunft in einer ehemaligen Kaserne in Donauwörth ist die erste Erstaufnahmeeinrichtung in Bayern, die durch die Malteser Werke betreut wird. Im Auftrag der Regierung von Schwaben schaffen die Malteser dort die Grundlagen für ein konfliktarmes Zusammenleben. Neben der allgemeinen Betreuung der Asylbewerber bieten sie altersgerechte Freizeitgestaltung wie Kinderstube, Deutschunterricht, Frauentreff und weitere Aktivitäten an. Außerdem engagiert sich die Malteser Flüchtlingshilfe mit vielen ehrenamtlichen Kräften unter anderem in der Zugbegleitung (zentrale Koordinierung für die Diözese Augsburg) durch Notfallvorsorge, sanitätsdienstliche Absicherung der Flüchtlingszüge zu Aufnahmezentren in anderen Bundesländern und ergänzende Hilfestellungen über das Medizinische hinaus.

Die katholischen Verbände engagieren sich ebenfalls im Bereich der Ehrenamtsstärkung. So bietet das Kolpingwerk Augsburg verschiedene Kurse und Schulungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe an. Viele Kolpingsfamilien engagieren sich vor Ort in der Bildungs- und Flüchtlingsarbeit. Kurse bietet auch die Katholische Landvolkbewegung zu verschiedenen Themen an.

Rund 3700 Jugendliche aus verschiedenen Jugendverbänden, die dem BDKJ Diözesanverband Augsburg angehören, beteiligen sich an diversen Projekten zur Integration von Flüchtlingen. Das Angebot reicht von gemeinsamen Koch- und Spieletagen, über Fußballtraining, Wanderungen und Kegeln bis hin zum Drachenbau mit Flüchtlingskindern. Viele Verbände veranstalten Projekttage und Jahresaktionen zu Themen wie Flucht/Asyl, Gastfreundschaft und internationale Gerechtigkeit.

Der SKM Katholischer Verband für soziale Dienste arbeitet über seine Kümmerer in der Begleitung und Beratung der Geflüchteten eng mit den örtlichen Helferkreisen zusammen. Im Team sind auch ein Dolmetscher sowie Helfer der muslimischen Gemeinde im Einsatz. Außerdem wird eine Ehrenamtsgruppe (50 Mitarbeiter/innen) in der Not-Erst-Aufnahmeeinrichtung (ANEA) durch einen Mitarbeiter koordiniert, Dolmetscherdienste und Begleitung bei Behördengängen werden angeboten. Zusätzlich sind fünf ehrenamtliche Mitarbeiter und eine Teilzeitkraft bei der Erstantragstellung (ALG2) behilflich. Die Sachmittel stellt der SKM zur Verfügung.

Im Moritzpunkt der Cityseelsorge Augsburg wurde im vergangenen Jahr ein Projekt gestartet. In Kooperation mit der Gesellschaft für Psychotherapie Augsburg e.V. werden eine offene Gesprächsrunde sowie Team- und Einzelsupervision für ehrenamtliche und berufliche Flüchtlingshelfer angeboten.

 

Finanzmittel/Sachmittel/Personal

Im Doppelhaushalt 2015/2016 des Bistums Augsburg wurden 4.417.000 Euro für Flüchtlingsarbeit bereitgestellt. Diese Summe beinhaltete unter anderem 3 Millionen Euro für die Instandsetzung pfarrlicher Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen, Zuschüsse an das Kolping-Bildungswerk für die Betreuung von jugendlichen Flüchtlingen sowie 800.000 Euro für die Asylsozialberatung des Diözesan-Caritasverband (DiCV).

Darüber hinaus hat der Diözesansteuerausschuss Anfang März 2016 beschlossen, außerplanmäßig insgesamt 1,4 Millionen Euro für den Neubau eines Flüchtlingsheimes durch den Stadt-Caritasverband Augsburg und für die Instandsetzung eines Objektes in der Frischstraße in Augsburg bereitzustellen. Somit stellte die Diözese in 2015 und 2016 Mittel von fast 6 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereit.

Hinzu kommen die Erträge, die bei der Vermietung kirchlicher Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen generiert werden. Diese kommen in vollem Umfang wieder der Flüchtlingshilfe zugute. Deshalb hat das Bistum aus diesen Mitteln einen Sonderfonds von 200.000 Euro eingerichtet, um Projekte und Initiativen der Pfarrgemeinden in der Flüchtlingshilfe zu unterstützen. Ebenfalls aus den Mieterträgen fließen 30.000 Euro in den Bischöflichen Hilfsfonds Pro Vita, um schwangeren Flüchtlingsfrauen bzw. Flüchtlingsfrauen mit Kleinkindern zu helfen.

Derzeit sind beim Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. 68 Mitarbeiter/-innen in Voll- und Teilzeitbeschäftigung in der Asylsozialberatung sowie im Bereich Migration und Rückkehrberatung tätig. Die Asylsozialberater sind in 26 Gemeinschaftsunterkünften und in einer stetig wachsenden Zahl von dezentralen Unterkünften aktiv. Die Kolping-Akademie beschäftigt zurzeit 210 Mitarbeiter/innen im Bereich der Flüchtlingshilfe. Darüber hinaus ist eine große Zahl freiberuflicher Dozent/-innen in den Sprach- und Integrationskursen der Kolping Akademie eingesetzt. Für die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sind bei der Katholischen Jugendfürsorge insgesamt circa 120 Personen in Teil- und Vollzeit beschäftigt. Der SKM Kath. Verband für soziale Dienste beschäftigt im Bereich der Kümmerer für dezentrale Unterkünfte vier Mitarbeiter in Teilzeit. Das Team besteht aus einem Mitarbeiter in der Leitung und drei Mitarbeitern im operativen Tagesgeschäft. Die Unterstützung der ANEA Gruppe (siehe "Verbände und Initiativen") wird aus Eigenmitteln des SKM finanziert.

 

Immobilien

Die Zahlen der in kirchlichen Einrichtungen im Bistum Augsburg untergebrachten Flüchtlinge (Stand Dezember 2016): 1.018 insgesamt, davon 508 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, rund 150 weitere Plätze sind in Planung. Diese sind derzeit in rund 70 kirchlichen Einrichtungen – Gebäude der Diözese, Pfarreien (Pfarrhöfen, Pfarrzentren, Wohnungen in Pfarreieigentum), Orden, Träger der Jugendhilfe (Kolping, Katholische Jugendfürsorge, kirchliche Kinderheime) – untergebracht. Die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge hat sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2014 vervierfacht (Stand 31. Dezember 2014: insgesamt 231 untergebrachte Flüchtlinge, davon 90 unbegleitete Minderjährige).

Bistum und Pfarreien können bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen auf die lange und bewährte Zusammenarbeit mit staatlichen und kommunalen Behörden zurückgreifen. Kirchliche Einrichtungen übernehmen dabei im Sinne des Subsidiaritätsprinzips öffentliche Dienstleistungen. Sie erhalten im Rahmen dieser Zusammenarbeit wie andere Anbieter solcher Dienste auch öffentliche Gelder.

Für die Instandsetzung der derzeit 26 Einrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen, die sich im Besitz von Diözese, Pfarreien und Pfründestiftungen befinden (die oben genannten Zahlen beziehen auch Unterkünfte von Ordensgemeinschaften und Einrichtungen der Jugendhilfe mit ein), hat das Bistum aus Mitteln der Kirchensteuer im vergangenen Jahr 630.000 Euro zugesagt. Diese stammen aus dem im Doppelhaushalt 2015/2016 bereitgestellten Sonderetat in Höhe von drei Millionen Euro. Dieser in voller Höhe aus Mitteln der Kirchensteuer finanzierten Summe standen im Jahr 2015 Mieterträge in Höhe von rund 120.000 Euro gegenüber. Die Miete orientiert sich dabei an den jeweils ortsüblichen Sätzen, die auch andere kommunale Partner der Flüchtlingshilfe erhalten. Die Mieterträge fließen in die kirchliche Flüchtlingshilfe zurück. Zum einen kommen diese Mittel direkt der Betreuung vor Ort zugute, zum anderen der Arbeit des Flüchtlingsbeauftragten der Diözese. Somit kommt jeder Cent, den Diözese, Pfarreien und Pfründestiftungen aus der Vermietung erhalten werden, wieder direkt in die kirchliche Flüchtlingshilfe, und zwar zusätzlich zu den bereits im diözesanen Doppelhaushalt bereitgestellten Mitteln in Höhe von insgesamt 4,4 Mio. Euro. 

Bereits beim ersten größeren diözesanen Flüchtlingsprojekt im Kloster Maihingen im Ries im Herbst 2014, in dem derzeit rund 40 Flüchtlinge wohnen, wurde seitens des Bistums großer Wert darauf gelegt, die erhaltenen Mietzahlungen nach Abzug der Unkosten in voller Höhe für die personelle Begleitung der Flüchtlinge zu verwenden. Denn hier, in der Begleitung von Menschen, liegt die Kernkompetenz der Kirche, nicht nur in der Bereitstellung von Immobilien. Deshalb stellte das Bistum für die Asylsozialberatung der Caritas im Doppelhaushalt 2015/2016 die genannten 800.000 Euro aus Kirchensteuermitteln bereit.

 

Asylsozial- und Migrationsberater/-innen der Caritas in Mindelheim tauschen sich gemeinsam mit Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg aus (Foto: Caritas/Gattner).
Asylsozial- und Migrationsberater/-innen der Caritas in Mindelheim tauschen sich gemeinsam mit Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg aus (Foto: Caritas/Gattner).

 

Sprachkurse & (Berufs-)Integration

Die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Maria Stern (BFS) in Augsburg richtet zum Schuljahr 2016/2017 eine Berufsintegrationsklasse für Flüchtlinge ein. Bis zu 16 junge Menschen im berufsschulpflichtigen Alter sollen in zwei Jahren auf eine Berufsausbildung oder eine weiterführende Schule vorbereitet werden. Die Berufsfachschule gehört zum Schulwerk der Diözese Augsburg.

Die Kolping Akademie Augsburg bietet Integrationskurse für rund 1.500 Migranten an. Im Rahmen der Berufsintegrationsjahre an Berufsschulen werden zurzeit rund 1.200 junge Flüchtlinge qualifiziert. Außerdem führt die Kolping Akademie arbeitsamtsgeförderte Kurse zur Berufsorientierung und Integration in das Arbeitsleben für ungefähr 400 erwachsene Flüchtlinge durch. In sogenannten Alpha-Kursen werden derzeit rund 125 Flüchtlinge alphabetisiert.

Die Malteser Flüchtlingshilfe in der Diözese Augsburg leistet Integrationsarbeit durch

Ÿ- ehrenamtliche Hilfestellungen in Augsburg und Neu-Ulm: Unterstützungsleistungen in den Integrationssektoren Sprache, Arbeit, Freizeit und Alltag

- Integrationslotsen (Neu-Ulm und Donauwörth): Ehrenamtliche Integrationslotsen unterstützen bei alltäglichen Fragen rund um Behörden, Sprache sowie Job- und Wohnungssuche. Zudem helfen sie den Neuankömmlingen für ein bis zwei Stunden pro Woche, erste Kontakte zu knüpfen, zwischen verschiedenen Kulturen zu vermitteln und in dem für sie fremden Land anzukommen.

 

Hilfe & Beratung

Derzeit sind beim Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. 68 Mitarbeiter/-innen in Voll- und Teilzeitbeschäftigung in der Asylsozialberatung sowie im Bereich Migration und Rückkehrberatung tätig. Diese sind in 26 Gemeinschaftsunterkünften und in einer Vielzahl von dezentralen Unterkünften aktiv. Im Jahr 2015 wurden von der Asylsozialberatung der Caritas über 20.000 Flüchtlinge betreut. Im Vorjahr waren es ungefähr halb so viele.

 

Projekte

Um die Asylsozialarbeit zu optimieren und fortzuentwickeln, gibt es seit mehreren Jahren beim Caritasverband drei EU-Projekte:

  • Zentrale Rückkehrberatung Süd- und Ostbayern:
    Die ZRB Süd- und Ostbayern garantiert Migranten eine Rückkehr in Würde. Sie ist eine Einrichtung unter Federführung der Caritas. Neben Caritasverbänden sind auch das Diakonische Werk, das Rote Kreuz und die Regierung von Schwaben Projektteilnehmer. Freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt sind im Jahr 2014 rund 222 Flüchtlinge. Im Jahr 2015 gab es 770 Ausreisen, im Jahr 2016 waren es 459; insgesamt wurden im Jahr 2016 rund 1.500 Beratungsgespräche geführt.
  • Hiff-Projekt:
    Unterstützung und Begleitung sowie Therapie für traumatisierte Flüchtlinge, die Krieg, Tod und Elend durchlebt haben. Auch Kindersoldaten können in Zusammenarbeit mit Refugio München therapiert werden.
  • Transnationaler Austausch:
    Vernetzungstreffen europäischer Rückkehrhilfeorganisationen sowie deren Partner vor Ort. Austausch und Networking weltweit.

 

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Angekommen: Ahmed im Musikraum der Wohngruppe in Bühl. Fotos: KJF/Karg
Angekommen: Ahmed im Musikraum der Wohngruppe in Bühl. Fotos: KJF/Karg

Eine große Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge wird im Bistum Augsburg insbesondere von der Katholischen Jugendfürsorge, kirchlichen Kinderheimen sowie vom Kolping-Bildungswerk betreut. Seit Sommer 2015 gibt es zum Beispiel ein Projekt in Buxheim bei Memmingen. Dort wurde ein Gebäude des Schulwerks der Diözese Augsburg für die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger instandgesetzt. Mittlerweile sind 30 Jugendliche dort untergebracht. Die Jugendlichen werden von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) der Diözese Augsburg betreut. Weitere solche Projekte sind geplant bzw. in Vorbereitung. Die KJF betreut aktuell insgesamt 177 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Diese sind bistumsweit an sieben verschiedenen Orten in Einrichtungen untergebracht. Aktuell werden von der Kolping Akademie 120 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut und untergebracht. Insgesamt sind in kirchlichen Einrichtungen im Bistum Augsburg momentan rund 500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht (Stand: 31. Dezember 2016).

 

Schwangere Flüchtlingsfrauen und Frauen in Not

Beraterinnen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) kümmern sich um schwangere Flüchtlingsfrauen und Frauen in Not. Für diese Beratungsarbeit stehen ihnen auch Mittel des Bischöflichen Hilfsfonds „Pro Vita“ zur Verfügung. Im Jahr 2015 wurden an 416 Asylbewerberinnen - davon 249 schwangere Frauen - 165.630 Euro ausgegeben. Anfang September 2015 hatte Bischof Konrad durch einen Spendenaufruf darum gebeten, die Arbeit des Bischöflichen Hilfsfonds „Pro Vita“ mit Blick auf Flüchtlingsfrauen zu unterstützen. Daraufhin sind im vergangenen Jahr knapp 70.000 Euro an Spenden eingegangen. Zudem wurde der Hilfsfonds mit 50.000 Euro aus diözesanen Mitteln aufgestockt.

Seit Ende 2015 ist in einer Wohnung der Augsburger Pfarrgemeinde Peter und Paul eine Wohngemeinschaft von vier Frauen mit ihren Kindern untergebracht. „Haus der Hoffnung“ nannten die geflüchteten Frauen selbst ganz spontan die Wohnung. Möglich macht das eine Kooperation zwischen der Diözese Augsburg, der "Tür an Tür – miteinander wohnen und leben gGmbH" und SOLWODI Augsburg. Die Projektträger suchten schon lange eine Unterbringungsmöglichkeit für Frauen, die aufgrund besonderer persönlicher Umstände nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft mit Männern oder in einer dezentralen Unterkunft leben können. Die Diözese unterstützt das Projekt durch eine günstige Miete und monatliche Zuwendungen zur Finanzierung einiger Betreuungsstunden.