Daten & Fakten

Diözesaner Flüchtlingsbeauftragter

Zum 1. Oktober 2015 wurde die Stelle eines diözesanen Flüchtlingsbeauftragten geschaffen, durch den die Anstrengungen in der Flüchtlingsarbeit gebündelt und dadurch intensiviert werden sollen. 

 

Finanzmittel / Sachmittel

Im Jahr 2017 wurden vom Bistum Augsburg 875.730 Euro für die Flüchtlingsarbeit bereitgestellt. Diese Summe beinhaltete unter anderem 127.840 Euro für die Instandsetzung pfarrlicher Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen, Zuschüsse für verbandliche und gemeindliche Aktivitäten, Maßnahmen zur schulischen Förderung von Flüchtlingen sowie Personalkosten für Beschäftigte in der kirchlichen Flüchtlingshilfe. Über 150.000 Euro wurden darüber hinaus an Projekte zur Flüchtlingshilfe im Libanon, im Südsudan und in der Ukraine verwendet. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2014 vom Bistum Augsburg 5.292.730 Euro für die Flüchtlingsarbeit bereitgestellt.

 

Unterbringung von Flüchtlingen

Seit Dezember 2014 war die Zahl an schutzsuchenden Flüchtlingen im Bistum Augsburg stufenweise angestiegen. Der Höchststand wurde im August 2016 erreicht: 1.145 Flüchtlinge wurden damals in kirchlichen Einrichtungen des Bistums untergebracht, davon 631 unbegleitete Minderjährige. Rund 70 kirchliche Einrichtungen – Gebäude der Diözese, Pfarreien (Pfarrhöfe, Pfarrzentren, Wohnungen in Pfarreieigentum), Orden, Träger der Jugendhilfe (Kolping, Katholische Jugendfürsorge, kirchliche Kinderheime) – stellten dafür Wohnraum zur Verfügung. Pfarreien, Verbände, kirchliche Einrichtungen und Initiativen haben die Flüchtlinge in ihrem Alltag begleitet und unterstützt. Die Zahl der Flüchtlinge ist seit Erreichen des Höchststandes deutlich zurückgegangen.

 

Ehrenamt

Ehrenamtliche betreuen Kinder (Foto: Alois Sattlecker).

Das bürgerschaftliche Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe war und ist nach wie vor groß: In vielen Orten, in denen Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet worden waren, bildeten sich schnell Helferkreise. Pfarrgemeinden und Pfarreiengemeinschaften des Bistums Augsburg gründeten und initiierten Helfergruppen oder brachten sich in die bestehenden Kreise ein. Hilfesuchende können und konnten auf diese Weise in ihrem Alltag begleitet werden, Sprachkurse organisiert und Kulturprogramme angeboten werden. Begleitende Strukturen zur Stärkung des Ehrenamts wurden in der Hauptabteilung II – Seelsorge, bei der Caritas sowie in den katholischen Verbänden und Initiativen (Kolping, BDKJ, SKM, SKF, KAB, Moritzpunkt der Cityseelsorge, Traumahilfe) ausgebaut. Rund 2.000 Menschen sind derzeit in der kirchlichen Flüchtlingshilfe im Bistum Augsburg ehrenamtlich tätig.

 

Sprachkurse und Berufsintegration

Die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Maria Stern (BFS) in Augsburg richtete zum Schuljahr 2016/2017 eine Berufsintegrationsklasse für Flüchtlinge ein. Diese wird auch im Schuljahr 2018/2019 weitergeführt. Die Kolping Akademie Augsburg bietet Integrationskurse an: 2017 nahmen daran rund 1.400 Migranten teil (Stand: Dezember 2017). Im Rahmen der Berufsintegrationsjahre an Berufsschulen werden zudem rund 900 junge Flüchtlinge qualifiziert. Die Malteser Flüchtlingshilfe in der Diözese Augsburg leistet Integrationsarbeit durch ehrenamtliche Hilfestellungen (Sprache, Arbeit, Freizeit und Alltag) und stellt ehrenamtliche  Integrationslotsen bereit (Fragen rund um Behörden, Sprache, Job- und Wohnungssuche).

 

Hilfe und Beratung

Beim Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. sind derzeit 60 Mitarbeiter/-innen in Voll- und Teilzeitbeschäftigung in der Migrations-, Asyl- und Rückkehrberatung tätig (Stand: Dezember 2017). Auch in Projekten zur Ehrenamtskoordination, zur Arbeitsmarktvermittlung sowie in der Hilfe für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge sind Mitarbeiter/-innen der Caritas im Einsatz. Diese sind in 23 Gemeinschaftsunterkünften und in einer Vielzahl von dezentralen Unterkünften aktiv. Im Jahr 2017 wurden rund 3.600 Menschen im Rahmen von Flüchtlings-/ Asylsozialberatung unterstützt. 

 

Asylsozial- und Migrationsberater/-innen der Caritas in Mindelheim tauschen sich gemeinsam mit Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg aus (Foto: Caritas/Gattner).

 

 

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Angekommen: Ahmed im Musikraum der Wohngruppe in Bühl (Foto: Winfried Karg / KJF).

Eine große Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge wurde von der Katholischen Jugendfürsorge, kirchlichen Kinderheimen sowie vom Kolping-Bildungswerk betreut. Die KJF kümmert sich aktuell um insgesamt 104 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Stand: Dezember 2017). Diese sind bistumsweit an verschiedenen Orten in neun Einrichtungen untergebracht. 23 Flüchtlinge, die von der KJF betreut wurden, haben mittlerweile eine Ausbildung begonnen. Zudem befinden sich 94 jugendliche Flüchtlinge in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen, 291 in Berufsschulen der KJF und 25 nehmen an einem internen Deutschkurs teil. Von der Kolping Akademie werden derzeit 110 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut und untergebracht (Stand: Dezember 2017).

 

Hilfe für Flüchtlingsfrauen in Not

Flüchtlingsfrauen in Schwangerschaft oder besonderen Notlagen finden beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Hilfe und Unterstützung. Für diese Beratungsarbeit stehen Mittel des Bischöflichen Hilfsfonds „Pro Vita“ zur Verfügung.