DER JESUS DER GESCHICHTE. DER JESUS DES GLAUBENS.

11.12.2019 15:28

Vorweihnachtlicher Vortrag im Akademischen Forum zur Entwicklung des kirchlichen Christusbildes am Montag, 9. Dezember 2019

Prof. Dr. Bertram Stubenrauch: "Entscheidende Botschaft von Weihnachten ist die Proexistenz Gottes: Ich bin da für euch!" Foto: Akademisches Forum

 

 

Gerade die Geburt Jesu gab zu jeder Zeit Anlass zu Spekulationen: Wer ist das Kind in der Krippe? Woher kommt dieser „Sohn Gottes“? Und: Wie kann Gott Mensch werden? Die Kirche setzte sich Jahrhunderte lang mit dem theologischen Verständnis dieser Geburt auseinander und schrieb ihre gewachsenen Überzeugungen und Einsichten im Glaubensbekenntnis fest.

Professor Bertram Stubenrauch, Dogmatiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München, verband in seinem Vortrag die historischen Fakten über Jesus mit den späteren theologischen Einsichten. Wesentlich ist dabei die Feststellung, dass alle Aussagen über die Geburt Jesu nur von Ostern her verständlich sind und Sinn machen. In Jesus schenkt sich und zeigt sich Gott den Menschen: „Ich bin für euch da!“. Die Verkündigung und das Handeln des irdischen Jesus ist daher ein aussagekräftiges Spiegelbild, wie Gott ist.

Die zahlreichen Lehraussagen der frühen Konzilien über Jesus  Christus entstanden aus theologischen Streitthemen, die die Gottheit bzw. die Menschheit Jesu jeweils eingrenzten oder leugneten.

Stubenrauch schloss seinen Vortrag mit der Feststellung, dass uns diese Streitthemen heute etwas fremd geworden sind. Wichtiger sei die von Gott vermittelte Botschaft: der Mensch hat eine unantastbare Würde und ist von Ewigkeit her von Gott geliebt.