KINDHEITSGESCHICHTE JESU ... bei den Evangelisten Matthäus und Lukas

10.12.2018 14:38

Vortrag im Akademischen Forum am Donnerstag, 6. Dezember 2018

Prof. Dr. Gerd Häfner

 

 

 

Kein literarisches Fotoalbum

Ein göttlicher Engelsbote, ein Stern am Himmel, anbetende Magier, die Flucht nach Ägypten, die Darbringung des Kindes im Tempel ... die Erzählungen um die Geburt Jesu sind insgesamt Geschichten mit einer tiefen Symbolik, die gewiss nicht als literarische Fotoalben zu verstehen sind. Was aber wollen sie uns mitteilen? Welche Absicht steckt dahinter?

Gerd Häfner, Professor für Einleitungswissenschaften an der LMU-München, zeigte in seinem Vortrag über die Kindheitsgeschichte Jesu auf, dass die Evangelien keine exakt historischen Fakten vermitteln, sondern die Verkündigung des Glaubens an Jesus Christus in den Vordergrund rücken wollten. Dazu benutzen die Verfasser der Evangelien textliche Vorlagen, wie sie das Alte Testament für das Auftreten von wichtigen Persönlichkeiten überliefert (z.B. bei Isaak, Moses, Samuel).

Entscheidend ist die Botschaft, dass mit der Geburt Jesus der erwartete Messias und Sohn Gottes in die Welt kam. Und von diesem theologischen Standpunkt aus betrachtet, seien die Texte und Erzählungen „vom Feinsten“.