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Homiletisches Direktorium

(29.06.2015) Soeben ist das im Dezember 2014 veröffentlichte Homiletische Direktorium der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung auch in deutscher Übersetzung erschienen. Die Bischofssynode im Jahr 2008 zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ bot Gelegenheit sich über die Situation der Glaubensverkündigung intensiv auszutauschen. Papst Benedikt XVI. formulierte im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Verbum domini die Aufgabe der Homilie folgendermaßen: „Die Homilie ist eine Aktualisierung der Botschaft der Schrift, durch die die Gläubigen bewegt werden, die Gegenwart und Wirksamkeit des Wortes Gottes im Heute des eigenen Lebens zu entdecken. Sie muss zum Verständnis des gefeierten Geheimnisses führen und zur Mission einladen, indem sie die Gemeinde auf das Glaubensbekenntnis, das allgemeine Gebet und die eucharistische Liturgie vorbereitet.“ (Nr. 59) Eine unabdingbare Voraussetzung dafür bildet, dass „der Prediger sich als erster vom Wort Gottes, das er verkündet, befragen lassen muss“. (ebd.) Die Bedeutung profunder Predigtvorbereitung und der Predigt betont auch Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium nachdrücklich.

Auf diesem Hintergrund erarbeitete die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung mit dem Homiletischen Direktorium eine Hilfestellung für alle Prediger: Zunächst wird die Bedeutung der Homilie im liturgischen Rahmen dargelegt und in einem zweiten Teil Ars praedicandi werden mit Bezug auf bestimmte Zeiten im Kirchenjahr und besondere Anlässe Anregungen zur Vorbereitung und zum Vortrag der Homilie gegeben.

Beachtenswert ist der umfängliche Anhang: Passend zu den Leseordnungen der verschiedenen Lesejahre wird für alle Sonn- und Festtage auf inhaltliche Zusammenhänge mit verschiedenen Abschnitten des Katechismus der Katholischen Kirche hingewiesen, um die „Zuhörer einzuladen, über den Glauben der Kirche nachzudenken, der im Kontext der Liturgiefeier von selbst aus der Heiligen Schrift hervorgeht“ (Homiletisches Direktorium, S. 115).