Rückmeldungen aus dem Bistum gehen nach Bonn

(10.05.2022). Im Oktober 2021 hat Papst Franziskus alle Gläubigen dazu aufgerufen, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und sich Schritt und Schritt auf einen gesamtkirchlichen geistlichen Prozess einzulassen, der nächstes Jahr in einer Bischofssynode münden soll. Bischof Bertram griff diese Initiative seinerzeit für das Bistum Augsburg auf und lud alle Gläubigen ein, sich inhaltlich – in Textform oder im Gesprächsprozess - daran zu beteiligen. Die eingereichten Rückmeldungen gingen nun in einer zehnseitigen Zusammenfassung an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz.

Bis Ende April erreichten das Seelsorgeamt insgesamt 25 Rückmeldungen. Davon stammen elf von Einzelpersonen oder Paaren, drei von Gruppen, sieben aus Pfarrgemeinderäten oder Gremien in Pfarreiengemeinschaften und Dekanaten und weitere vier kommen aus kirchlichen Verbänden, Berufsgruppen, diözesanen Fachstellen oder Abteilungen. Auffällig sei, dass „alle Eingaben von den Anliegen motiviert sind den Glauben zu vertiefen und die Glaubwürdigkeit der Kirche in der heutigen Zeit zu unterstützen“, heißt es in dem Text, der von Angelika Maucher, Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge, im Auftrag des Bischofs zusammengestellt wurde.

Die etwa zwei Dutzend Eingaben ließen zwar keinen Rückschluss auf das Gesamt der Katholiken im Bistum Augsburg zu, dennoch spiegele es das wider, was engagierte Christinnen und Christen für die Zukunft der Kirche bewegt. Im abschließenden letzten Teil des Textes heißt es: „Es fällt auf, dass es nicht nur um Strukturen der Kirche geht, sondern um die dahinterliegenden Fragen nach Gott in der Welt und Gesellschaft von heute. Aus vielen Beiträgen spricht die Erfahrung, dass die derzeitige Gestalt von Kirche für den Alltag zahlreicher Menschen immer weniger Bedeutung hat. Das Erleben von Gemeinschaft im Glauben nimmt ab. Mit dem Wunsch nach Wertschätzung von Individualität, Selbstbestimmung und Teilhabe ist die Hoffnung verbunden, als Kirche glaubwürdiger zu sein.“ Viele begriffen Reform nicht als Selbstzweck, sondern ihnen ginge es um die Sehnsucht, in der Kirche auch weiterhin eine geistliche Heimat zu finden.

Bischof Bertram, der in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Priesterrat und Diözesanrat „synodale Übungen“ praktizierte, erinnerte in seiner damaligen Einladung alle Gläubigen an ihre Pflicht als Christen, als Zeitgenossinnen und Zeitgenossen unsere Welt gemeinsam zu gestalten. „Brechen wir also auf, zusammen mit dem Hl. Vater, mit den Katholiken in aller Welt, um als kirchliche Gemeinschaft zu wachsen in Glaube, Hoffnung und Liebe!“

Die Rückmeldungen aus den 27 deutschen Bistümern werden nun auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz zusammengeführt, bevor dann wiederum eine Zusammenfassung dieser Rückmeldungen bis August 2022 nach Rom geht. Im Anschluss wird der Synodale Prozess auf weltkirchlicher Ebene weitergeführt, insbesondere in der Bischofssynode 2023.

Im Folgenden finden Sie die 10-seitige Zusammenfassung der eingegangenen Rückmeldungen:

Machen wir uns auf den Weg - Einladung zum Spaziergang 

Papst Franziskus lädt ein, aufeinander zu hören und ins Gespräch zu kommen, wie die Kirche im dritten Jahrtausend Gemeinschaft pflegen, Teilhabe ermöglichen und ihre Sendung leben kann. Eine Möglichkeit ist vorliegende Einladung zum Spaziergang. Dabei geht es weniger um eine Befragung, sondern um echtes Interesse am Gegenüber und Offenheit für die Erfahrung des/der Anderen. Das Gespräch soll sich nicht auf kirchliche Kreise beschränken. So kann eine Person eingeladen werden, die vielleicht gar nicht mit dem Interesse an ihren Erfahrungen rechnet. Es ist wichtig, sich von Anfang an darüber zu verständigen, dass das Gespräch während des Spaziergangs eine besondere Form hat: erst hört der/die eine, dann der/die andere, um übliche Muster des Redens zu durchbrechen.

Synodale Übung

angelehnt an die Entscheidungsfindung in den ignatianischen Exerzitien

Diese Übung folgt dem ignatianischen Verfahren der „Geistlichen Entscheidungsfindung in Gemeinschaft“. Dafür entscheidend ist der Wechsel von „Aufeinander hören“ und „Erwägen im Gebet“.

Gestaltung einer Gesprächszeit oder persönliche Überlegungen zum Synodalen Prozess