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"Sei gegrüßt, lieber Nikolaus..." - Mehr als 40 Nikolaus-Darsteller geschult

07.11.2017

Alle Jahre wieder laden Kitas, Schulen, Vereine und Nachbarschaften zu Nikolausfeiern ein. Höhepunkt einer jeden Feier ist der Besuch des Nikolaus. Was für ein Nikolausspiel wichtig und hilfreich ist, war Thema des „Zertifikatskurs Nikolaus“ der vom Bonifatiuswerk in Kooperation mit der Hauptabteilung III - Kirchliches Leben im Bistum Augsburg organisiert wurde.

Mehr als 40 Nikolaus-Darstellerinnen und -Darsteller haben daran teilgenommen, um mehr über die Gestalt des heiligen Nikolaus, seine Botschaft und das mit seiner Verehrung verbundene Brauchtum zu erfahren. Einige der Teilnehmer, darunter Erzieher und Lehrer, sind bereits seit vielen Jahren als Nikolausdarsteller aktiv, andere werden diese Aufgabe neu übernehmen. Durch das Seminar mit vielen Praxisanteilen führte Niklas Wagner, Referent für christliches Brauchtum beim Bonifatiuswerk Paderborn und Pfr. Dr. Ulrich Lindl, der Leiter des Diözesanen Bonifatiuswerkes.

„Menschen haben ein gutes Gedächtnis für das Gute“, darin erkennt Pfarrer Lindl den Grund, dass Bischof Nikolaus in mehr als 1600 Jahren nicht vergessen wurde. Noch heute zählten gerade auch für Erwachsene ein Nikolausabend daheim zu den lebendigen Kindheitserinnerungen.  Schon im 5. Jahrhundert bildeten sich die ersten Legenden um den heiligen Nikolaus, erläuterte Niklas Wagner. Diese seien dann über die Türkei, Griechenland, Italien und Gallien etwa im 10./11. Jahrhundert nach Germanien gelangt. Die Tradition des Schenkens gehe u.a. auf die Legende zurück, dass Nikolaus einer verarmten Familie Geldsäckchen durch das Fenster warf, ohne dabei erkannt werden zu wollen.

Mit dem Weihnachtsmann habe der Bischof Nikolaus nicht viel zu tun. Dieser sei nach der Ablehnung der Heiligenverehrung in der Reformation durch protestantische Auswanderer nach Amerika gelangt und von dort als Werbefigur ohne religiöse Bezüge wieder nach Europa gekommen, erklärte Wagner. Bereits seit vielen Jahren möchte das Bonifatiuswerk mit seiner bundesweiten Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“ dazu beitragen, den heiligen Nikolaus in der Gesellschaft wieder in den Vordergrund zu stellen und einer Verwechslung mit der populären Kunstfigur des Weihnachtsmannes entgegen wirken. „Unser Anliegen ist es, den Nikolaus als Freund der Kinder und Helfer von Menschen in Not immer wieder nahe zu bringen. Nikolaus ging es um den Menschen – nicht um Geschäft“, betonte Pfarrer Lindl, der zum Abschluss mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gemeinsame Eucharistiefeier in der Marienkapelle im Hohen Dom zu Augsburg feierte.