Heilige

Lebensdaten: geboren 1128 in Fjenneslev, Dänemark, gestorben am 21. März 1201 in Sorø, Dänemark Lebensgeschichte: Absalon, dessen hebräischer Name so ungewöhnlich ist, dass er häufig Axel genannt wird, stammte aus dem Adelsgeschlecht der Hvide und wuchs gemeinsam mit dem späteren König Waldemar auf. Er studierte in Paris Theologie und Kirchenrecht und wurde mit 30 Jahren Bischof von Roskilde. 20 Jahre später übernahm er zusätzlich das Erzbistum Lund und war damit Primas der Kirche in Dänemark, das damals weite Teile Schwedens umfasste.
Zusammen mit König Waldemar trieb er die dänische Vorherrschaft im gesamten Ostseeraum voran. Unter seinem Oberbefehl eroberte 1168 ein dänisches Heer Mecklenburg und die Insel Rügen von den heidnischen Einheimischen und unterwarf die Gebiete dem Christentum. Er gründete zahlreiche Klöster, unter anderem angeblich auch mit der Bischofsburg Havn das heutige Kopenhagen.
Als er die Abführung des Zehnten durchsetzte und auf die Einhaltung des Priesterzölibats drängte, brach 1181 ein Bauern- und Priesteraufstand aus, der in der blutigen Schlacht an der Dösjöbro beendet wurde.
1185 betraute er seinen Geheimschreiber Saxo Grammaticus mit einem Geschichtswerk, den Gesta Danorum, das die nordischen Geschichten und Sagen überliefert.
Absalon starb am 21. März 1201. Verehrung: Kopenhagen ehrt seinen Gründer mit einem Reiterstandbild auf dem Højbro-Platz. Von jeher wurde Absalon als großer Heiliger in Dänemark verehrt, obwohl er nie kanonisiert wurde. Weitere Heilige des Tages: Christian, Abt
Emilie Schneider, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 25. Oktober 1838 in Valletta, Malta, gestorben am 28. März 1885 in Ħamrun, Malta Lebensgeschichte und Bedeutung: Adelaide, auch Alida genannt, war das Kind eines wohlhabenden Nudelfabrikanten. 1856 bat sie um Aufnahme als Postulantin im Konvent St. Catherine in Valletta, wurde aber abgewiesen, weil die Schwestern hinter ihrer Bitte Liebeskummer vermuteten.
Nicht lange darauf lernte sie eine sizilianische Prostituierte kennen, mit der sie sich befreundete und die sie bewog, statt auf der Straße zu leben doch lieber zu ihr in ihr Elternhaus zu ziehen.
Aus dieser Freundschaft entstand eine neue missionarische Bewegung unter den „gefallenen“ Mädchen der Insel, denen ein Leben als Prostituierte drohte. Mit Hilfe des Ehepaares Aspen eröffnete sie in Ħamrun das erste Haus für ledige Mütter, und nach dem Tod ihres Vaters verwendete sie ihr Vermögen für die Gründung eines Heims für besonders bedürftige Mädchen.
Sie starb am 28. März 1885 und wurde auf dem Friedhof Santa Maria Addolorata in Paola bestattet. 1919 wurden ihre Gebeine in das Heim Ta’ Cini in Ħamrun überführt, in dem heute Frauen und Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, Zuflucht finden. Verehrung: 1907 eröffnete die Erzdiözese Malta ihren Seligsprechungsprozess, 1910 erklärte sie Papst Pius X. für verehrungswürdig. 1986 ehrte Malta die große Philanthropin mit einer Briefmarke.   Weitere Heilige des Tages: Kolumban, Glaubensbote, Abt
Guntram, König
Ingbert Naab, Ordenspriester
Johanna Maria de Maillé, Klausnerin
Wilhelm Eiselin, Ordensbruder
Lebensdaten: geboren um 931 in Burgund, vermutlich in Orbe (Kanton Waadt, Schweiz), gestorben am 16. oder 17. Dezember 999 in Seltz, Unterelsass Lebensgeschichte und Bedeutung: Adelheid war die Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund und seiner Frau Bertha von Schwaben. Bereits mit sechs Jahren wurde sie mit Lothar, dem Sohn und Erben König Hugos von Italien, verlobt, doch als sie diesen mit 16 Jahren heiratete, hatte bereits Markgraf Berengar von Ivrea die Macht an sich gerissen und führte Lothars baldigen Tod herbei. Berengar setzte die junge Witwe und Mutter einer dreijährigen Tochter fest und wollte von ihr die Ehe mit seinem Sohn erzwingen – Adelheid durfte nach langobardischem Recht den Nachfolger ihres Mannes bestimmen –, doch ihr gelang mit Hilfe ihres Kaplans und eines Schiffes die Flucht. Adelheid rief über ihren Bruder Konrad den deutschen König Otto I. zu Hilfe, der ihre Ländereien und ihre Herrschaft zurückeroberte und sie 951 selber heiratete – damit erhielt er Anspruch auf ganz Oberitalien. 962 empfing sie neben ihrem Mann von Papst Johannes XII. die Kaiserwürde. In Urkunden taucht sie als „Mitregentin“ auf, hatte Anteil an den Reichsgeschäften, führte eine eigene politische Korrespondenz und begleitete Otto I. auf seinen Italienzügen. Sie förderte durch Gründungen und Schenkungen die Reformbewegung, die von der Benediktinerabtei Cluny ausging, nach Kräften und stand mit den Äbten in Verbindung, konnte die Klosterreform aber im Reich nicht durchsetzen. Nach Ottos Tod 973 war sie als Erzieherin und später als Beraterin Kaiser Ottos II. eine der bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, bis hin zur Vertretung des Kaisers in Italien. Dann wurde sie aber von der Kaiserin Theophanu verdrängt und ihrem Sohn entfremdet. Nach dem frühen Tod Ottos II. und auch ihrer Schwiegertochter übernahm sie die Regentschaft für ihren Enkel Otto III., die sie mit Hilfe vor allem von Erzbischof Willigis von Mainz bis zu dessen Mündigkeit 994 ausübte. Als es zum Bruch des Kaisers mit seiner Großmutter kam, schenkte Otto III. ihrer Lieblingsgründung, dem elsässischen Kloster Seltz, reiche Besitzungen zum Abschied. In dieser Zeit unterstützte Adelheid auch den Wiederaufbau des eingestürzten Westteils des Augsburger Doms. Um in der Heimat Frieden zwischen ihrem Neffen König Rudolf III. und seinen Gegnern zu stiften, unternahm sie noch in ihrem Todesjahr 999 eine Reise nach Burgund. Sie besuchte mit Abt Odilo von Cluny das Grab ihrer Mutter in ihrer gemeinsamen Klostergründung Payerne sowie die Gedenkstätten der Heiligen der Thebäischen Legion in Saint-Maurice und Saint-Victor und übertrug die Abtei Saint-Victor an Cluny. Verehrung: Abt Odilo von Cluny begründete mit einer Lebensbeschreibung ihre Verehrung bei den Cluniazensern, die 1097 in ihrer Kanonisation durch Papst Urban II. – auch er ein Cluniazenser – mündete. Bis zum Verschwinden ihrer Reliquien in der Reformationszeit war das Kloster Seltz mit ihrer Grablege ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Darstellung: als mildtätige Kaiserin, mit Schiffs- oder Kirchenmodell Patronin: der Missbrauchsopfer, Bräute, Kaiserinnen, Exilierten, Witwen und Stiefmütter   Weitere Heilige des Tages: Sturmius, Klostergründer, Abt
Lebensdaten: geboren um 650, gestorben um 720 in Saint-Gilles-du-Gard bei Nîmes Lebensgeschichte und Legende: Aegidius, aus dem die Legenda aurea einen athenischen Prinzen gemacht hat, lebte viele Jahre als Einsiedler an der Rhône-Mündung, wo ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch versorgte. Als der westgotische König Flavius (oder Wamba) auf der Jagd einen Pfeil auf die Hirschkuh setzte, doch versehentlich den Einsiedler traf und ihn verbinden und entschädigen wollte, lehnte Aegidius ab: Tugend wachse durch Leiden, weswegen ihm die Wunde bis zum Lebensende blieb, und der König solle ein Kloster stiften. So entstand das Kloster Saint-Gilles-du-Gard, das Aegidius der Benediktsregel unterstellte und das er als heiligmäßiger und wunderwirkender Abt bis zu seinem Tod leitete. Eine Vita aus dem 10. Jahrhundert berichtet, dass Aegidius bei einer Messe für einen Frankenherrscher – später wurde „Karl der Große“ daraus – die Vergebung einer ungebeichteten Todsünde bewirkte, als ein Engel einen Zettel auf den Altar legte, dessen Aufschrift nach und nach verschwand. In Rom soll ihm der Papst ein hölzernes Kirchenportal geschenkt haben, das Aegidius unter Gebeten in den Tiber warf und bei seiner Rückkehr im heimatlichen Hafen wiederfand. Verehrung und Brauchtum: Der Aegidiuskult verbreitete sich mit zahlreichen Kirchen- und Klostergründungen über ganz Europa und mit den Kreuzzügen bis in den Libanon. Er gehört als einziger Nichtmärtyrer zu den 14 Nothelfern und wurde besonders in Pestzeiten angerufen. 1562 versiegte die Wallfahrt zu seinem Grab, nachdem seine Reliquien nach Toulouse verbracht worden waren, um sie vor den Hugenotten in Sicherheit zu bringen. Mit ihrer Wiederkehr in die Abtei Saint-Gilles-du-Gard 1862 setzte der Pilgerstrom wieder ein. Im Zusammenhang mit einer Wallfahrt steht auch das Gillamoos-Volksfest bei Abensberg. Im römischen Stadtteil Trastevere lebt seit 1968 die Gemeinschaft Sant’Egidio in der gleichnamigen Kirche. Darstellung: als Einsiedler mit Pfeil und Hirschkuh Patron: von Edinburgh, Graz, Klagenfurt, Nürnberg, Osnabrück, Sankt Gilgen, Braunschweig und Wollaberg, für eine gute Beichte, gegen die Pest, Aussatz und Krebs, der stillenden Mütter und der Hirten, der Bettler und Krüppel, bei Dürre, Sturm und Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Epilepsie, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit Weitere Heilige des Tages: Josua, Führer des Volkes Israel
Ruth, Ahnfrau Davids
Verena von Zurzach, Glaubensbotin
Lebensdaten: geboren um 280 auf Zypern, gestorben 304 in Augsburg Lebensgeschichte und Legende: Ihrer mehrfach ergänzten, legendarisch überhöhten und vermutlich falsch abgeschriebenen Heiligenvita nach war Afra die Tochter des Königs von Zypern. Nach dessen gewaltsamem Tod flüchtete sie mit ihrer Mutter Hilaria und weiteren Begleitern über Rom nach Augsburg, wo sie als Venusdienerin ein Freudenhaus einrichtete.
Als Bischof Narcissus von Gerona und sein Diakon Felix auf ihrer Flucht vor den Christenverfolgungen versehentlich bei ihr einkehrten und vor dem Essen beteten, wurde Afra neugierig und ließ sich von ihrem Glauben erzählen. Nach sieben Tagen wurde Afras ganzes Haus getauft und das Bordell geschlossen, Afras Onkel Zosimus oder Dionysius wurde Priester und zum ersten Bischof von Augsburg bestimmt. Narcissus und Felix blieben neun Monate, bevor sie nach Gerona zurückkehrten und dort das Martyrium erlitten.
Als dem Statthalter Gaius zu Ohren kam, dass Afra als Christin ihr Haus geschlossen hatte, ließ er sie verhaften und befahl ihr, ihr altes Leben wieder aufzunehmen und den Göttern zu opfern. Doch Afra weigerte sich standhaft. Schließlich wurde sie zum Feuertod auf einer Lechinsel verurteilt, verbrannte aber nicht, sondern erstickte am Rauch. Einer anderen Überlieferung nach wurde sie an einen Baum gefesselt und enthauptet. Wenig später erlitten auch ihre Mutter Hilaria und ihre Gefährtinnen das Martyrium. Verehrung: Die Kirche St. Afra im Felde in Friedberg bei Augsburg soll unweit ihrer Hinrichtungsstätte erbaut worden sein. Bestattet wurde Afra auf einem christlichen Gräberfeld am Südende Augsburgs, über dem im 6. Jahrhundert bereits eine ihr geweihte Kirche stand. Mehrfach zerstört, wurde sie von Bischof Ulrich wieder aufgebaut. 1064 wurden ihre verkohlten Gebeine feierlich erhoben. Sie ruhen heute unter dem Afra-Altar in der Krypta der Basilika St. Ulrich und Afra. Darstellung: an einen Pfahl gebunden mit züngelnden Flammen, manchmal in vornehmer Kleidung mit Schleier oder Krone Patronin: der Stadt und Diözese Augsburg, der Büßerinnen, der Armen Seelen, der Heilkräuter, Helferin gegen Feuersnot   Weitere Heilige des Tages: Friedrich von Spee, Ordenspriester, Dichter
Kajetan von Thiene, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren um 225 in Catania auf Sizilien, gestorben um 250 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Der Überlieferung nach stammte die schöne Jungfrau Agatha aus einer vornehmen Familie und wurde vom Statthalter von Catania begehrt. Als sie ihn zurückwies, nahm er Rache und verschleppte sie in ein Bordell; vielleicht verbirgt sich in diesem Detail die historische Tatsache, dass Jungfrauen im Römischen Reich nicht hingerichtet werden durften – auch nicht wegen ihres christlichen Glaubens.
Nachdem alle Versuche misslungen waren, Agatha zur Unzucht zu verleiten, wurde sie zu Tode gemartert – unter anderem wurden ihr die Brüste abgeschnitten. Danach wurde sie auf Scherben und glühende Kohlen gewälzt.
Der Legende nach wurde sie vom heiligen Petrus im Kerker besucht, Agatha jedoch lehnte eine Linderung ihrer Qualen durch diese Erscheinung ab. Ein Jahr nach ihrem Martyrium drohten bei einem Vulkanausbruch des Ätna die Lavaströme Catania zu begraben. Das gläubige Volk trug dem Lavastrom den Schleier Agathas entgegen, worauf der Strom augenblicklich stillstand. Verehrung/Brauchtum: Die Reliquien und der Schleier der heiligen Agatha werden in Catania verehrt, ihre Schädeldecke im Kloster Kamp (Nordrhein-Westfalen). Bereits 470 gab es eine arianische, der heiligen Agatha geweihte Kirche in Rom, Sant’Agata dei Goti, die Papst Gregor der Große 592 dem katholischen Kult umwidmete. Der Schutzheiligen Catanias ist jedes Jahr ein dreitägiges Fest der Stadt gewidmet. Auch Malta, das der Fürsprache der Heiligen die Rettung der Insel vor einer türkischen Invasion zuschreibt, begeht ihr Fest mit großem Aufwand. Im süddeutschen Raum gibt es am Gedenktag der Heiligen brustförmiges „Agathenbrot“ gegen Fieber und Entzündung, ebenso auf Sizilien. Darstellung: bei ihrem Martyrium, mit abgeschnittenen Brüsten, mit Märtyrerpalme Patronin: von Catania und Malta, der Ammen, Weber, Hirtinnen, Glockengießer, Goldschmiede, Bergarbeiter und Hungerleidenden, Helferin bei Brustkrebs und Entzündungen, gegen Unwetter, Erdbeben, Feuer, Unglück und gegen einen Vulkanausbruch Weitere Heilige des Tages: Adelheid, Gräfin, Äbtissin
Jakob, Stammvater
Lebensdaten: geboren 237/291, gestorben 250/304 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Die vornehme Römerin Agnes war von außergewöhnlicher Schönheit und hatte mit ihren zwölf Jahren bereits zahlreiche Verehrer, die sie jedoch alle abwies. Auch als der Stadtpräfekt für seinen Sohn um ihre Hand anhielt, lehnte sie ab. Sie sei bereits verlobt – mit Jesus Christus.
Da die Hinrichtung von Jungfrauen ungesetzlich war, ließ der Stadtpräfekt sie nackt ausziehen und in ein Bordell stecken. Sogleich bedeckten sie ihre Haare vollständiger als jeder Mantel. Als der Sohn des Präfekten sie zu schänden versuchte, fiel er tot um. Agnes erweckte ihn durch ihr Gebet wieder zum Leben, worauf sie aber der Hexerei bezichtigt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Die Flammen jedoch loderten nur um Agnes herum. Zuletzt stieß ihr ein Soldat ein Schwert in den Hals, und sie starb wie ein Lamm. Verehrung/Brauchtum: Agnes’ Martyrium ist seit 354 bezeugt, sie wird im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt. Am Ort ihres Martyriums erhebt sich heute die Kirche Sant’Agnese in Agone an der Piazza Navona.
Bestattet wurde Agnes aber auf dem römischen Friedhof an der Via Nomentana, über dem man die Kirche Sant’Agnese fuori le mura errichtete, die bis heute ihre Reliquien birgt. Jeden 21. Januar werden dort zwei Lämmer gesegnet, aus deren Wolle die Pallien (weiße Wollstreifen, die mit sechs schwarzen Kreuzen bestickt und um die Schulter gelegt werden) für die Erzbischöfe gewoben werden. Darstellung: mit ganz langen Haaren, die ihren Körper einhüllen, bei ihrem Martyrium auf dem Scheiterhaufen, mit einem Lamm Patronin: der Jungfrauen, Gärtner, Verlobten und Kinder, für die Keuschheit Weitere Heilige des Tages: Josepha Maria von der hl. Agnes, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 20. Januar 1211 in Prag, gestorben am 2. März 1282 ebendort Lebensgeschichte: Anežka war die Tochter von König Ottokar I. Přemysl. Ihre Tante war die heilige Hedwig von Schlesien, ihre Cousine die heilige Elisabeth von Thüringen und ihre Nichte die heilige Margarete von Ungarn. Zu Klara von Assisi hielt sie regen Briefkontakt. Sie selbst verbrachte ihre Kindheit im Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Agnes wurde aus dynastischen Gründen dreimal verlobt, jedes Mal mit einem europäischen Thronanwärter, bis sie alt genug war, selber zu entscheiden: fürs Ordensleben.
Mit Hilfe ihres Bruders Václav, der König geworden war, gründete sie in Prag ein Armenspital, das sie Franziskanern anvertraute, und errichtete daneben ein Klarissenkloster, in das sie 1234 auf Aufsehen erregende Weise selber eintrat. Papst Gregor IX. ernannte sie wenig später zur Äbtissin. Agnes trat aber bald von diesem Amt zurück und lebte als einfache Ordensschwester im Kloster, weil der Papst ihr eine eigene Ordensgründung verweigert hatte. Nach dem Tod des Papstes gründete sie allerdings den Hospitalorden der „Kreuzritter mit dem Roten Stern“ im franziskanischen Geist.
Agnes eiferte dem Vorbild ihrer Cousine Elisabeth nach und sorgte sich aufopfernd um die Armen und Kranken. Am 2. März 1282 starb sie sehr betagt und von unzähligen Menschen betrauert in ihrem Kloster. Verehrung: Weil ihre Gebeine in den Hussitenkriegen verlorengegangen waren, wurde Agnes erst 1874 seliggesprochen. Am 12. November 1989 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Darstellung: als Äbtissin mit Krone, meist bei der Krankenpflege   Weitere Heilige des Tages: Grimo von Ursberg, Probst
Johannes Maron, Patriarch
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer
Engelmar Unzeitig, NS-Gegner, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1268 bei Gracciano/Montepulciano, gestorben am 20. April 1317 in Montepulciano Lebensgeschichte: Agnes stammte aus der adligen Familie Segni und setzte mit erst neun Jahren ihren Entschluss durch, in das franziskanische Kloster der Bettelschwestern „vom Sack“ einzutreten, die so nach ihrer derben Ordenskleidung genannt wurden.
Als 1281 der Schlossherr von Poceno bei Orvieto den Konvent um die Entsendung einiger Schwestern für eine Klostergründung bat, war Agnes unter ihnen. Mit 20 Jahren wurde sie Äbtissin dieses Klosters und von Papst Nikolaus IV. ihres jungen Alters wegen ausdrücklich in diesem Amt bestätigt. Agnes galt bald als Heilige: Sie las in den Herzen der Menschen, erriet Geheimnisse, sagte Geschehnisse voraus und hatte die Gabe, Kranke zu heilen.
1306 wurde sie nach Montepulciano zurückgerufen. Sie bezog ein Haus von üblem Ruf, reinigte es und wandelte es in ein Kloster um, das sie nach einer Vision des heiligen Dominikus der Regel von dessen Orden unterstellte. In Montepulciano empfing sie zahlreiche Visionen und war eine gesuchte Schlichterin in städtischen Streitsachen.
1316 wurde Agnes schwerkrank, trat vergeblich eine Kur an und verstarb am 20. April 1317, umringt von ihren Mitschwestern. Legende: Agnes fastete so oft, dass sie sogar vergaß, die heilige Kommunion zu empfangen. Doch ein Engel kam, um ihr das Sakrament zu spenden. Verehrung: Agnes’ Leichnam ist bis heute unverwest und zieht viele Wallfahrer an ihr Grab. Raimund von Capua schrieb 1366 ihre Vita für Katharina von Siena nieder, als diese im Kloster Montepulciano ihre Nichte besuchte. 1726 wurde sie von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen. Darstellung: im Dominikanerhabit, mit Lamm und Lilienzweig Patronin: von Montepulciano   Weitere Heilige des Tages: Hildegund von Schönau, Ordensmann
Hugo von Poitiers, Prior
Wilhelm der Pilger von Windberg, Einsiedler, Mystiker
Lebensdaten: geboren um 1150 in Castro di Gualtieri bei Parma, gestorben am 14. September 1214 in Akkon bei Haifa Lebensgeschichte: Alberto Avogadro trat den Regularkanonikern vom Heiligen Kreuz von Mortara bei und wurde 1181 dort Prior. 1184 wurde er zum Bischof von Bobbio ernannt und ein Jahr später auf den Bischofsstuhl von Vercelli versetzt, wo er die Disziplin des Klerus wiederherstellte und eine kostenlose Kathedralschule eröffnete. Er hatte einen so guten Ruf, dass er zum Streitschlichter zwischen Papst Clemens III. und Kaiser Friedrich Barbarossa sowie zwischen mehreren verfeindeten Städten bestimmt wurde.
1204 wählten ihn die mehrheitlich italienischen und französischen Kanoniker vom Heiligen Grab zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, und Papst Innozenz III. ernannte ihn dazu zum Apostolischen Legaten fürs Heilige Land. Weil Jerusalem von den Mauren besetzt war, ließ sich Albert in Akkon nieder, wo er zuerst allerlei Händel unter den Kreuzfahrern zu befrieden hatte, dann aber Kontakt zu den Sultanen von Ägypten und Damaskus aufnahm, um Gefangene auszutauschen.
1209 baten ihn die Einsiedler auf dem Berg Karmel um eine Ordensregel, die Albert auf Grundlage seiner eigenen Augustinusregel besonders streng fasste. Diese „Albertsregel“, die individuelle Armut und gemeinsamen Besitz, brüderlichen Umgang, Einsamkeit und fleischlose Kost vorschreibt, gilt den Karmeliten als Gründungsurkunde ihres Ordens.
Kurz vor der Abreise nach Rom, wohin ihn Papst Innozenz zur Teilnahme am Vierten Laterankonzil berufen hatte, wurde Albert während einer Prozession durch die Straßen von Akkon vom Hospizmeister von Heilig-Geist erdolcht, den er wegen Unwürdigkeit abgesetzt hatte. Verehrung: Die Karmeliten verehren die Gründungsgestalt ihres Ordens seit 1504, und 1609 wurde Alberts Kult auf die Gesamtkirche ausgedehnt. Wegen des Festes Kreuzerhöhung wird sein Gedenktag – bei den Karmeliten als Fest – liturgisch meist am 17. September begangen.   Weitere Heilige und Feste des Tages: Kreuzerhöhung
Maternus, Glaubensbote, Bischof
Pierre de Tarentaise, Klostergründer, Abt