09:00:39
09:00:39
Heilige des Tages
09:31:38

23. September

Heilige:  PADRE PIO

Foto aus: Vera Schauber, Hanns M. Schindler, Bildlexikon der Heiligen, 1999. Mit freundlicher Genehmigung der Autoren
Foto aus: Vera Schauber, Hanns M. Schindler, Bildlexikon der Heiligen, 1999. Mit freundlicher Genehmigung der Autoren

PADRE PIO

Ordenspriester, Mystiker

Namensdeutung: der Fromme (lat.)

Namenstage: Pio, Pius, weibl.: Pia

Gedenktag: 23. September

Lebensdaten: geboren am 25. Mai 1887 in Pietrelcina, Kampanien, gestorben am 23. September 1968 in San Giovanni Rotondo, Apulien

Lebensgeschichte: Francesco Forgione, das achte Kind einer Bauernfamilie, fiel schon früh dadurch auf, dass er viel betete, wenig schlief und die Stille suchte. 1903 trat er mit dem Ordensnamen Pio das Noviziat bei den Kapuzinern an und wurde 1910 zum Priester geweiht. Er diente als Kaplan in seinem Heimatort, bis er 1915 trotz seiner Tuberkuloseerkrankung als Sanitäter in den Ersten Weltkrieg ziehen musste. 1916 kam Pater Pio ins Kloster San Giovanni Rotondo, wo er bis zu seinem Tod blieb. Seit 1910 hatten sich Hautrötungen bemerkbar gemacht, die ab dem 20. September 1918 als ständig blutende Wundmale Christi an Händen, Füßen und an der Brust zutage traten. Obwohl er die Stigmen zu verbergen suchte und ihm die Ordensoberen ein Schweigegebot auferlegten, wurde Padre Pio schnell berühmt. Von weither reisten Gläubige in sein Kloster, um seine mystische Verzückung bei der Feier der heiligen Messe zu erleben und bei dem prophetisch begabten Kapuzinerpater, dem „Apostel des Beichtstuhls“, die Beichte abzulegen. Padre Pio soll die Gabe der Bilokation besessen haben, das heißt, er konnte zugleich an verschiedenen Orten sein, und er soll unter anderem Karol Wojtyła 1947 seine Papstwahl und das Attentat von 1981 vorausgesagt haben. Gleichzeitig wuchs die Skepsis seitens des Ordens und des Vatikans. 1922 wurde seine Korrespondenz als Seelsorger eingeschränkt, dann die Beichterlaubnis entzogen, Anfang der 1930er Jahre sogar die öffentliche Messfeier untersagt. Die Gläubigen kümmerte das wenig. Padre Pio legte den Pilgern, die in immer größeren Scharen kamen und in eigenen Gebetsgruppen organisiert waren, die Hände auf und verwendete ab 1940 die zahlreichen Spenden zum Bau einer der größten und modernsten Kliniken Italiens, die 1956 eröffnet wurde. Als er 1968 starb, wurde er in der Krypta der Klosterkirche im Beisein von 100.000 Menschen bestattet.

Verehrung: Padre Pio, je nach Pontifikat abwechselnd Gegenstand der Verehrung oder von Skepsis bis Ablehnung, wurde 1999 selig- und 2002 vor einer Million Menschen heiliggesprochen. Neben seiner Grabeskirche steht seit 2004 die neue Großkirche San Pio da Pietrelcina, um der Pilgerströme Herr zu werden: Etwa sieben Millionen Menschen kommen jährlich an sein Grab, doppelt so viele wie nach Lourdes. Überall, wo Italiener leben und arbeiten, findet sich mit Sicherheit auch ein Andachtsbild von Padre Pio.

 

Weitere Heilige des Tages:

Elisabeth und Zacharias, Eltern Johannes’ des Täufers
Linus, Papst
Thekla, Glaubensbotin, Märtyrin