ANTONIUS DER GROSSE

Mönchsvater
Namensdeutung: der vorne Stehende, aus dem Geschlecht der Antonier (lat.)
Namenstage: Antonius, Anton, Antoninus, Toni, Tonio, Anthony, Antoine, Antal, Tonnies, Antonio, Antonello, Tonino, weibl.: Antonia, Antoinette, Antonie, Tonia
Gedenktag: 17. Januar

Lebensdaten: geboren um 250 in Kome, Mittelägypten (heute Qiman-al-Arûs), gestorben um 356 am Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes Zafarana in Ägypten

Lebensgeschichte: Antonius wurde um 250 als Sohn reicher, christlicher Bauern geboren, die ihn und eine jüngere Schwester bald als Waisen zurückließen. Mit 20 Jahren traf ihn die Bibelstelle vom reichen Jüngling mitten ins Herz: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib ihn den Armen; und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!“ (Mt 19,21). Antonius verkaufte tatsächlich seinen ganzen Besitz, versorgte seine Schwester, verteilte das übrige Geld unter den Armen und zog in die Wüste, um als Einsiedler in radikaler Armut, Schweigen und Askese zu leben. Auf der Suche nach noch größerer Einsamkeit flüchtete Antonius in ein Felsengrab und weiter auf einen Berg jenseits des Nils, wo er der Überlieferung nach zahllose Kämpfe mit Dämonen und Versuchungen überstand.
Nur zweimal verließ er diese Abgeschiedenheit. Um das Jahr 311 stand er in Alexandria den unter Kaiser Maximinus Daza verfolgten Christen bei, und nach dem Konzil von Nizäa reiste er wiederum nach Alexandrien, um auf Bitten seines Freundes und Biographen Athanasius gegen den Arianismus zu predigen.
Doch Antonius blieb nicht allein in der Wüste. Viele Mönche kamen und suchten bei ihm Rat, einige blieben. So entstand die erste Gemeinschaft von Einsiedlern und, als diese um eine Niederlassung eine erste Mauer zogen, das erste Kloster – der Ursprung allen klösterlichen Lebens. Bald danach starb Antonius mit etwa 105 Jahren.

Verehrung/Brauchtum: Schon bald nach seinem Tod erhielt der Mönchsvater den Beinamen „der Große“. Seine Verehrung ist schon seit dem 5. Jahrhundert bezeugt. In der Kirche des Westens setzte seine Verehrung erst mit der Übertragung von Reliquien im Mittelalter ein. Im 11. Jahrhundert wurde der Antoniterorden zur Krankenpflege gegründet, deren Schweine zur Futtersuche frei herumlaufen durften, mit einem Glöckchen gekennzeichnet. Immer am Antoniustag wurde eines der Tiere für die Armen geschlachtet.

Ausspruch des hl. Antonius: „Gewinnen wir einen Bruder, so gewinnen wir Gott, geben wir einem Bruder Ärgernis, so sündigen wir gegen Christus.“

Darstellung: mit Antoniuskreuz in T-Form und Buch, mit Schweinen, in Versuchungen

Patron: der Ritter, Metzger, Schweinehirten, Weber, Zuckerbäcker, Totengräber, Korbmacher, der Haustiere und Schweine, Helfer gegen Krankheiten, Pest, Feuer und Viehseuchen; einer der Vier Heiligen Marschälle

 

Weitere Heilige des Tages:

Roselina, Ordensfrau, Mystikerin