THOMAS VON AQUIN

Ordenspriester, Kirchenlehrer
Namensdeutung: Zwilling (hebr.)
Namenstage: Thomas, Tom, Tommaso, Tommy, Foma, Tomek, Tammes, Tomislav, weibl.: Tamsin, Tommie, Tomasa, Tommasina, Tòmag
Gedenktag: 28. Januar

Lebensdaten: geboren um 1225 auf Burg Roccasecca bei Aquino, Latium, gestorben am 7. März 1274 im Kloster Fossanova

Lebensgeschichte: Der Grafensohn Tommaso de Aquino wurde mit fünf Jahren der Obhut der Benediktiner auf Montecassino anvertraut, deren Abt sein Onkel war. Bereits mit 13 Jahren nahm er das Studium in Neapel auf. Dort begeisterte er sich für den jungen Bettelorden der Dominikaner. Um ihn davon abzuhalten, sich den Predigerbrüdern anzuschließen, ließ ihn seine Mutter von seinen Brüdern gefangennehmen und sperrte ihn für ein Jahr in einen Schlossturm. Doch Thomas setzte seinen Entschluss durch.
In Paris studierte er bei seinem Ordensbruder Albertus Magnus, dessen Assistent er wurde und dem er zum Aufbau einer Ordensschule nach Köln folgte. Zurück in Paris lehrte er dort selber Theologie, bis er 1259 für zehn Jahre nach Italien zurückkehrte, wo er die Arbeit an seinen Hauptwerken aufnahm: den Summen (Lehrbüchern). Er lehrte ab 1268 ein weiteres Mal als Magister in Paris, wo der größte Teil der Summa Theologiae und die meisten seiner Aristoteles-Kommentare entstanden, und kehrte 1272 endgültig nach Italien zurück.
Neben dem weiten Gebrauch der Philosophie des Aristoteles († 322 v. Chr.), was durchaus kritisch von seinen Zeitgenossen beäugt wurde, machte sich Thomas von Aquin durch systematische, schulmäßige („scholastische“) Ordnung der Lehre der Kirche um die Wissenschaftlichkeit der Theologie verdient und wurde wegen seiner meisterhaft vorexerzierten Verknüpfung von Glaube und Vernunft sowie Theologie und Philosophie zum Kirchenlehrer bereits zu Lebzeiten.
Nach einem mystischen Erlebnis des Jahres 1273 weigerte sich Thomas weiter zu schreiben, denn „alles, was ich geschrieben habe, erscheint mir wie Spreu, verglichen mit dem, was ich geschaut habe.“ Er starb auf dem Weg zum Zweiten Konzil von Lyon am 7. März 1274 in der Zisterzienserabtei Fossanova südlich von Rom.

Verehrung: Thomas’ Gebeine wurden am 28. Januar 1369 nach Toulouse überführt, werden jetzt aber in mehreren europäischen Städten verehrt. 1323 wurde er heiliggesprochen, 1567 zum Kirchenlehrer und 1880 zum Patron aller theologischen Hochschulen ernannt.

Darstellung: als Dominikaner mit verschiedenen Attributen, die seine Tugenden ausdrücken sollen, wie zum Beispiel Sonne, Stern, Edelstein, Taube und Monstranz

Patron: der katholischen Hochschulen, Theologen und Studenten, Buchhändler und Bleistifthersteller, Helfer gegen Unwetter

Ausspruch des hl. Thomas: „Niemand besitzt die wahre Freude, wenn er nicht in der Liebe ist.“

 

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