ADALBERT VON PRAG

Bischof, Glaubensbote, Märtyrer
Namensdeutung: durch edle Gesinnung glänzend (althochdt.)
Namenstage: Adalbert, Albert, Albero, Albrecht, Al, Béla, weibl.: Adalberta, Alberta, Albertine
Gedenktag: 23. April

Lebensdaten: geboren um 956 in Ostböhmen, gestorben am 23. April 997 in Tenkitten bei Königsberg

Lebensgeschichte: Vojtěch entstammte der weißkroatischen Herzogsfamilie der Slavnikiden und war über seine Mutter mit den kommenden Markgrafen von Österreich verwandt. Er wurde an der Domschule von Magdeburg ausgebildet und nahm bei seiner Firmung den Namen des Magdeburger Erzbischofs Adalbert an. 981 kehrte er nach Böhmen zurück, wurde zum Priester geweiht und zum künftigen Bischof von Prag bestimmt. 983 von Kaiser Otto II. investiert und Erzbischof Willigis von Mainz geweiht, war sein Wirken im halbheidnischen Umfeld mit Gewalttätigkeit, Vielweiberei und dem Handel mit christlichen Sklaven zum Scheitern verurteilt.

Adalbert verzichtete auf sein Bistum, zog nach Rom und trat 989 über die benediktinische Stammabtei Montecassino in das Kloster Santi Bonifacio e Alessio ein, wo griechische Mönche die orientalisch-asketischen Traditionen lebendighielten. 993 wurde er auf Drängen Prags und Willigis’ von Papst Johannes XV. in sein Bistum zurückgeschickt, allerdings mit der Erlaubnis, ein Kloster zu gründen: das Stift Břevnov, für tausend Jahre eines der geistigen Zentren Böhmens. Erfolg als Glaubensbote hatte Adalbert freilich nur in Ungarn. Nachdem die Gewalttätigkeiten bis hin zu einem Mord vor seinen Augen in einer Kirche zunahmen und dann noch die Přemysliden-Herrscher seine Familie niedermachten, zog er sich 996 wieder in sein römisches Kloster zurück.

Auf der Krönungssynode seines Freundes Kaiser Otto III. im selben Jahr wurde abermals Adalberts Rückkehr nach Prag verfügt, jedoch mit dem Vorbehalt, bei einem neuerlichen – und absehbaren – Scheitern seine Tätigkeit nach Osten verlagern zu dürfen. Über Ungarn, wo er Weihnachten 996 den künftigen König Stephan taufte, begab sich Adalbert auf Einladung Herzog Bolesławs I. Chrobry nach Polen, wo er bei der Danziger Ostseeküste zum ersten Mal heidnischen Prußen begegnete. Um bei diesen zu missionieren, ließ er sich mit zwei Begleitern und einigen Bewaffneten an der Nordküste des Frischen Haffs aussetzen. Dort geriet er mit Einheimischen aneinander und wurde mit einem Ruder erschlagen und von Spießen durchbohrt. Sein abgeschlagenes Haupt wurde zur Abschreckung auf einen Pfahl gesetzt.

Verehrung: Herzog Bolesław löste den Leichnam um sein Gegengewicht in Gold aus und übertrug ihn nach Gnesen, wo er nach der Kanonisation Adalberts durch Papst Silvester II. (999) Otto III. als Pilger empfing. Der Kaiser nahm Reliquien für das Aachener Adalbertstift und die römische Kirche San Bartolomeo all’Isola mit. 1039 entwendete der böhmische Herzog Břetislav I. die Reliquien aus Gnesen und verbrachte sie in den Prager Veitsdom.

Darstellung: als Bischof mit Adler, Ruder und Spießen

Patron: von Preußen, Böhmen und Polen, der Erzbistümer Esztergom-Budapest, Gnesen und Danzig, der Bistümer Köslin-Kolberg, Elbing und Lyck

 

Weitere Heilige des Tages:
Georg, Märtyrer, Nothelfer
Gerhard von Toul, Bischof