AGNES VON BÖHMEN

Klostergründerin, Äbtissin
Namensdeutung: die Keusche, die Reine (griech.), kann auch von lat. „Agnus – das Lamm“ abgeleitet werden
Namenstage: Agnes, Agneta, Anessa, Agnieszka, Ines
Gedenktag: 2. März

Lebensdaten: geboren am 20. Januar 1211 in Prag, gestorben am 2. März 1282 ebendort

Lebensgeschichte: Anežka war die Tochter von König Ottokar I. Přemysl. Ihre Tante war die heilige Hedwig von Schlesien, ihre Cousine die heilige Elisabeth von Thüringen und ihre Nichte die heilige Margarete von Ungarn. Zu Klara von Assisi hielt sie regen Briefkontakt. Sie selbst verbrachte ihre Kindheit im Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Agnes wurde aus dynastischen Gründen dreimal verlobt, jedes Mal mit einem europäischen Thronanwärter, bis sie alt genug war, selber zu entscheiden: fürs Ordensleben.
Mit Hilfe ihres Bruders Václav, der König geworden war, gründete sie in Prag ein Armenspital, das sie Franziskanern anvertraute, und errichtete daneben ein Klarissenkloster, in das sie 1234 auf aufsehenerregende Weise selber eintrat. Papst Gregor IX. ernannte sie wenig später zur Äbtissin. Agnes trat aber bald von diesem Amt zurück und lebte als einfache Ordensschwester im Kloster, weil der Papst ihr eine eigene Ordensgründung verweigert hatte. Nach dem Tod des Papstes gründete sie allerdings den Hospitalorden der „Kreuzritter mit dem Roten Stern“ im franziskanischen Geist.
Agnes eiferte dem Vorbild ihrer Cousine Elisabeth nach und sorgte sich aufopfernd um die Armen und Kranken. Am 2. März 1282 starb sie sehr betagt und von unzähligen Menschen betrauert in ihrem Kloster.

Verehrung: Weil ihre Gebeine in den Hussitenkriegen verlorengegangen waren, wurde Agnes erst 1874 seliggesprochen. Am 12. November 1989 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Darstellung: als Äbtissin mit Krone, meist bei der Krankenpflege

 

Weitere Heilige des Tages:

Grimo von Ursberg, Probst
Johannes Maron, Patriarch
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer
Engelmar Unzeitig, NS-Gegner, Märtyrer