ALEXIUS VON EDESSA

Einsiedler
Namensdeutung: Verteidiger, Helfer (gr.)
Namenstage: Alexius, Alexis, Alexander, Alex, Alexei, Oleksi, weibl.: Alexa, Alexia, Alexandra, Sandra
Gedenktag: 17. Juli

Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben am 17. Juli 417 ebendort

Lebensgeschichte und Legende: Alexius stammte aus einer reichen Senatorenfamilie und wurde von seinen christlichen Eltern mit einer tugendhaften jungen Frau vermählt, überzeugte diese jedoch in der Hochzeitsnacht vom Verzicht auf die Ehe, übergab ihr seinen Gürtel, steckte ihr seinen Ehering an den Finger – und floh. Er gelangte nach Edessa, wo er 17 Jahre lang als Bettler vor einem Kirchentor lebte, bis ihn der Mesner mithilfe der Muttergottes als heiligen Mann erkannte und Alexius vor der frommen Menge, die ihn berühren wollte, fliehen musste. Ein Sturm verschlug sein Schiff zurück nach Rom, wo er Unterschlupf unter der Treppe des elterlichen Hauses fand. Sein mildtätiger Vater erkannte ihn unter den Zügen des ausgemergelten Bettlers nicht wieder, ließ ihm jedoch Nahrung reichen, sehr zum Verdruss der Dienerschaft, die Alexius bei jeder Gelegenheit verspottete und schikanierte, zum Beispiel durch Ausgießen des Spülwassers über den übelriechenden Stiegenbewohner. Als Alexius, der alles in Demut und Bußgesinnung hinnahm, nach wiederum 17 Jahren sein Ende nahen spürte, schrieb er seine Lebensgeschichte auf – und verschied. Nach seinem Tod gelang es erst seiner früheren Gattin, die verkrampften Finger zu lösen und das Geschriebene zu entziffern: dass er vor der Ehe geflohen sei, um Gott in äußerster Armut zu dienen, worauf Alexius ehrenvoll in einer Kirche bestattet wurde.
Der orientalischen Version der Alexiusgeschichte nach habe er schon immer in Edessa gelebt und sei auch dort verstorben.

Verehrung: Alexius’ Verehrung setzt in Rom im 10. Jahrhundert ein, als ein aus Syrien exilierter Erzbischof neben der Bonifatiuskirche eine Mönchsgemeinschaft ansiedelte. Die heutige Kirche Santi Bonifacio e Alessio erhebt sich angeblich über seinem Elternhaus auf dem Aventin und beherbergt Teile der Treppenwohnstatt des Heiligen. Weitere Reliquien liegen im Stift Breunau (Břevnov) in Prag und im Kloster Agia Lavra bei Kalavryta (Peloponnes). Die Alexiuslegende war im Mittelalter so verbreitet, dass eine 1350 gegründete Brüdergenossenschaft zur Pflege von Kranken sich nach ihm Alexianer nannte. Der liturgische Gedenktag am 17. Juli wurde im Zuge der Römischen Kalenderreform abgeschafft und besteht nur noch in Innsbruck, wo Alexius seit einem Erdbeben des Jahres 1670 als Stadtpatron verehrt wird.

Darstellung: bei seiner Vermählung, unter einer Treppe liegend

Patron: der Pilger, Bettler und Vagabunden, der Gürtelmacher, der Alexianer, gegen Erdbeben, Blitz und Unwetter, Pest und Seuchen, Mitpatron von Innsbruck

 

Weitere Heilige des Tages:
Hedwig von Polen, Königin
Marina der Mönch, Nonne