ALFRED DELP

Ordenspriester, Redakteur, Märtyrer
Namensdeutung: von Elfen/Naturgeistern beraten (altengl.-althochdt.)
Namenstage: Alfred, Fred, Freddy, Alfredas, Alfredo
Gedenktag: 2. Februar

Lebensdaten: geboren am 15. September 1907 in Mannheim, gestorben am 2. Februar 1945 in Berlin

Lebensgeschichte: Alfred Friedrich Delp wurde im Mannheimer Wöchnerinnenasyl „Luisenheim“ unehelich geboren und katholisch getauft. Nach der Heirat der Eltern wurde er von seinem evangelischen Vater erzogen und bis zur Konfirmation gebracht. Nach einer Ohrfeige des evangelischen Geistlichen wegen Zuspätkommens wandte sich Alfred Delp der katholischen Kirche zu und empfing drei Monate später die Erstkommunion und wurde gefirmt. Die konfessionelle Spaltung traf Delp somit existentiell.
Während seiner Gymnasialzeit am Bischöflichen Konvikt in Dieburg schloss er sich der jesuitisch geprägten, katholischen Jugendbewegung „Bund Neudeutschland“ an und trat unmittelbar nach dem Abitur in den Jesuitenorden ein. Zunächst war er als Erzieher und Lehrer im Kolleg St. Blasien im Schwarzwald tätig, bevor er 1937 die Priesterweihe empfing. Zwei Jahre später wurde er nach München in die Pfarrei Heilig Blut versetzt und übernahm bis zu ihrem Verbot die Chefredaktion der Ordenszeitschrift Stimmen der Zeit.
Durch seine nazikritische Jugendarbeit und seine mutigen Predigten wurde die Gestapo schnell auf ihn aufmerksam. Außerdem arbeitete er im „Kreisauer Kreis“ um Helmuth James Graf von Moltke mit und brachte hierbei die Soziallehre der katholischen Kirche für den Neuaufbau Deutschlands nach dem Krieg mit ein.
Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler wurde Pater Delp am 28. Juli 1944 nach der Frühmesse verhaftet. Zwar konnte er seine Mitwissenschaft am verübten Attentat widerlegen, der Volksgerichtshof sprach ihn dennoch wegen Hoch- und Landesverrats schuldig und verurteilte ihn zum Tod durch den Strang. Ein Angebot der Gestapo „Freilassung gegen Ordensaustritt“ schlug er aus. Am 8. Dezember 1944 legte er in der Haftanstalt Berlin-Tegel die feierliche Profess ab. Am 2. Februar 1945 wurde er in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee gehängt. Auf dem Weg zum Galgen waren seine letzten Worte an den Gefängnispfarrer, der ihn begleitete: „In einer halben Stunde weiß ich mehr als Sie.“ Sein Leichnam wurde verbrannt und seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern verstreut. Das Veröffentlichen einer Todesanzeige wurde verboten.

Verehrung: Zahlreiche Schulen, Wohn- und Jugendheime und sogar eine Kaserne tragen Alfred Delps Namen.

Ausspruch von Alfred Delp: „Man muss die Segel in den unendlichen Wind stellen, dann erst werden wir spüren, welcher Fahrt wir fähig sind.“

 

Weitere Heilige und Feste des Tages:
Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess
Burkhard von Würzburg, Bischof
Maria Katharina Kasper, Ordensgründerin