ALOJS ANDRITZKI

Priester, Märtyrer
Namensdeutung: der berühmte Krieger (althochdeutsch)
Namenstage: Aloysius, Alois, Alojs, Lois, Ludwig, Louis, Luis, Luigi, weibl.: Aloysia, Louise, Luise
Gedenktag: 3. Februar

Lebensdaten: geboren am 2. Juli 1914 in Radibor bei Bautzen, gestorben am 3. Februar 1943 im KZ Dachau

Lebensgeschichte: Alojs Andritzki war das vierte von sechs Kindern des Lehrers Johann Andritzki und seiner Frau Magdalena. Der Vater nahm die Kinder einmal im Monat zum Besuch eines Gnadenortes mit – Resultat: drei Söhne, darunter Alojs, wurden Priester. Er studierte nach dem Abitur an der Katholischen Oberschule in Bautzen Theologie und Philosophie in Paderborn. Das letzte Jahr seiner Ausbildung war er Alumne des Priesterseminars in Schmochtitz bei Bautzen. Nach seiner Priesterweihe 1939 wurde Andritzki Jugendseelsorger und Kaplan an der Hofkirche in Dresden sowie Präses der Dresdner Kapellknaben und der Kolpingfamilie.
Der vielseitig begabte Andritzki war ein sportliches Ausnahmetalent, das seinen Religionsunterricht mit artistischen Einlagen auflockerte, und mit seiner geradlinigen Art gelang es ihm, seine Schüler gegen die nationalsozialistische Ideologie zu immunisieren. Das sowie seine betonte sorbische Identität machten den Staatsapparat auf ihn aufmerksam. Als nach einer Theateraufführung die Gestapo die Namen aller Anwesenden notierte, sagte er zu den beunruhigten Jugendlichen: „Das ist erst der Anfang, der Kampf geht noch bis aufs Messer.“ Andritzki, der schon mehrfach verhört worden war und dem zusätzlich vorgeworfen wurde, polnische Kriegsgefangene seelsorgerisch betreut zu haben, wurde Anfang 1941 verhaftet und wegen „heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßen der Haftstrafe wurde er allerdings nicht freigelassen, sondern ins Konzentrationslager Dachau überstellt.
Die Zeit im KZ nutzte Andritzki, um geistlich zu reifen, ohne darüber seinen jugendlichen Schwung zu verlieren. Mit weiteren Priestern bildete er einen Studienkreis zur vertieften Lesung der Heiligen Schrift sowie einen Liturgiekreis, und er fand Anschluss an die Gruppe von Schönstattpriestern, zu denen ab 1942 auch Josef Kentenich gehörte. Doch der bereits von der Hungerruhr geschwächte Andritzki erkrankte an Typhus. Als er in der Krankenbaracke um die Sterbesakramente bat, erwiderte ihm der Wärter: „Christus will er? Eine Spritze bekommt er!“ Am 3. Februar 1943 wurde er durch eine Giftspritze ermordet.

Verehrung: Am Pfingstmontag 2011 wurde mit Alojs Andritzki der erste Sorbe und erste gebürtige Sachse seliggesprochen. Seine Urne war kurz zuvor vom Alten Katholischen Friedhof in die Märtyrerkapelle der Dresdner Hofkirche verbracht worden.

 

Weitere Heilige des Tages:

Ansgar, Bischof, Glaubensbote
Blasius, Bischof, Märtyrer
Helena Maria Stollwerk, Gründerin