ANGELA MERÍCI

Ordensgründerin
Namensdeutung: Engel, Bote Gottes (griech.-lat.)
Namenstage: Angela, Angelina, Angelika, Angélique, Angèle, Angie, Gela, Geli, männl.: Angelo, Angel, Ange
Gedenktag: 27. Januar

Lebensdaten: geboren um 1475 in Desenzano del Garda, gestorben am 27. Januar 1540 in Brescia

Lebensgeschichte: Angela war die Tochter eines Landedelmanns und einer vornehmen Brescianerin und lebte nach dem Tod ihrer Eltern bei einem Onkel in Salò am Gardasee, wo sie sich dem franziskanischen Dritten Orden anschloss. Zurück in ihrem Heimatort widmete sie sich der Erziehung und dem Unterricht der infolge häufiger Kriege verwahrlosten Kinder. 1516 wurde sie nach Brescia entsandt, um einer vornehmen Witwe beizustehen. Dort bewegte sie sich im Umfeld der Bruderschaft „Compagnia del Divino Amore – Gesellschaft der Göttlichen Liebe“ und stand mit einigen Gefährtinnen Menschen aller Gesellschaftsschichten mit Rat und Trost bei. Sie selbst führte ein bescheidenes und entsagungsvolles Leben, arbeitete tagsüber ununterbrochen und betete fast nächtelang.

1524 unternahm sie eine von Franziskanern geführte Wallfahrt ins Heilige Land, erblindete auf der Reise jedoch vorübergehend aus unerklärlichen Gründen. 1525 wurde sie in Privataudienz von Papst Clemens VII. empfangen, der ihr die Betreuung der römischen Spitäler antrug – vergebens. Zurück in Brescia sammelte sie einen Kreis von Mädchen und jungen Frauen um sich. Nach zwei beschwerlichen Wallfahrten – Angelas körperliche Kräfte nahmen im Gegensatz zu ihren geistigen immer mehr ab – zum Sacro Monte di Varallo, wo in den Alpen die heiligen Stätten Jerusalems und die Leidensszenen Christi nachgestellt sind, gründete sie am 25. November 1535, dem Festtag der heiligen Katharina von Alexandrien, gemeinsam mit 28 Gefährtinnen die „Compagnia di Santa Orsola – Gesellschaft der heiligen Ursula“. Die Frauen gelobten Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam und kehrten ohne Gelübde und Klausur zu ihren Familien zurück: das erste Säkularinstitut der Kirchengeschichte. Ab 1537 stand Angela dem rasch anerkannten und wachsenden Orden als erste Oberin vor. Neben ihrer Ordensregel hinterließ sie in ihrem Todesjahr 1540 ihren Nachfolgerinnen „Ricordi – Ermahnungen“ und „Legati – Vermächtnisse“.

Verehrung: Angela Meríci wurde unter großem Anteil der Brescianer Bevölkerung in der Afrakirche bestattet, neben der sie lebte und die heute ihren Namen trägt. Sie ruht im braunen Kleid der Tertiarinnen in einem Glasschrein in einer kleinen Seitenkapelle rechts vom Hochaltar. 1572 in eine Kongregation umgewandelt und 1614 der Augustinusregel unterstellt, wurden die Ursulinerinnen zum Werkzeug der Gegenreformation und zum wichtigsten Frauenorden für Erziehung und Unterricht der weiblichen Jugend. Das erste deutsche Ursulinenkloster mit Mädchenschule, Internat sowie kostenloser Elementarschule entstand 1639 in Köln. 1768 wurde Angela Meríci selig- und 1807 heiliggesprochen.

Darstellung: beim Lehren der Kinder, mit Kreuz, Rosenkranz und Buch, bei der Vision einer Himmelsleiter

Patronin: von Desenzano del Garda

 

Weitere Heilige des Tages:
Julianus, Bischof
Paul Josef Nardini, Priester, Ordensgründer