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ANNA SCHÄFFER

Anna Schäffer um 1922
Anna Schäffer um 1922

Dulderin, Mystikerin

Namensdeutung: die Begnadete (hebr.)

Namenstage: Anna, Anne, Hanna, Ann, Anja, Antje, Anka, Anouk, Aenne, Anaïs, Annette, Anina, Anuschka

Gedenktag: 5. Oktober

Lebensdaten: geboren am 18. Februar 1882 in Mindelstetten bei Ingolstadt, gestorben am 5. Oktober 1925 ebendort

Lebensgeschichte: Die hochsensible und tiefgläubige Anna weihte sich mit 17 Jahren der Gottesmutter und wollte Missionsschwester werden. Um sich die Aussteuer für den Klostereintritt zu verdienen, verdingte sie sich als Haushaltshilfe und kam nach verschiedenen Stellen ins Forsthaus nach Stammham. Als sie dort im Februar 1901 das Ofenrohr reparieren wollte, rutschte sie aus, fiel bis über die Knie in die kochend heiße Lauge des Waschkessels und zog sich lebensgefährliche Verbrennungen zu. Alle ärztlichen Versuche, sie zu heilen, scheiterten. Im Mai 1902 wurde sie als nicht heilbar aus dem Krankenhaus entlassen. Die Mutter nahm sich ein Zimmer und sorgte von nun an nur noch für ihre kranke Tochter. Zu den körperlichen Leiden und der Enttäuschung darüber, nicht Missionsschwester werden zu können, kamen noch große Geldsorgen.
Doch Anna fand einen Sinn in ihrem Leiden und erkannte: Um Missionarin zu sein, muss man nicht in ferne Länder gehen. Ihre Mission war das Apostolat des Leidens, Betens und Tröstens. Alle ihre Schmerzen opferte sie für die Bekehrung der Sünder auf. Jeden Tag kam der Ortspfarrer, der ihr Seelenführer wurde, und brachte ihr die heilige Kommunion, die ihre Kraftquelle war. Diese Kraft gab sie an die vielen Menschen weiter, die sie in Briefen oder bei Besuchen um Rat und Trost baten. Immer gingen die, die eigentlich Anna hatten Trost spenden wollen, getröstet und gestärkt von ihr fort. Im Oktober 1910 empfing sie während einer Vision die Wundmale Jesu, die auf ihr Bitten hin aber von der Umwelt unbemerkt blieben. Von da an wurden ihre Leiden schlimmer, zuletzt konnte sie nach einem Sturz aus dem Bett weder sehen noch hören. Am 5. Oktober 1925 empfing sie zum letzten Mal die heilige Kommunion, schlug das Kreuzzeichen über sich, und mit den Worten „Jesus, dir leb’ ich“ starb sie.

Verehrung: Schon bei ihrer Beerdigung auf dem Mindelstetter Friedhof waren viele Menschen anwesend, und 1972 wurden die Gebeine Anna Schäffers auf vielfachen Wunsch der Gläubigen in die Pfarrkirche übertragen. 1999 wurde sie selig-, im Oktober 2012 heiliggesprochen.

Patronin: der Hospizbewegung

 

Weitere Heilige des Tages:

M. Faustyna Kowalska, Ordensfrau, Mystikerin
Franz Xaver Seelos, Priester
Raimund von Capua, Ordenspriester