ANNO VON KÖLN

Bischof, Klostergründer
Namensdeutung: wie ein Adler herrschend (althochdeutsch)
Namenstage: Anno, Hanno, Arnold, Arno, Arne, Arn, Arild, Arndt, Arnie, Onno
Gedenktag: 5. Dezember

Lebensdaten: geboren um 1010 in Altsteußlingen (Ehingen), gestorben am 4. Dezember 1075 in Köln

Lebensgeschichte: Anno war aus edelfreier Familie und erhielt nach kurzem Ritterdienst seine Ausbildung an der Bamberger Domschule, wo er später selber als Lehrer wirkte. Kaiser Heinrich III. machte ihn nacheinander zum Hofkaplan, zum Domprobst von Goslar und 1056 zum Erzbischof von Köln. Der persönlich asketische, aber leicht erregbare und in manchen Angelegenheiten auch skrupellose Anno vergrößerte das Bistumsgebiet, stiftete die Klöster Siegburg und Saalfeld und die Kirchen Maria ad gradus und St. Georg, baute für die Armen ein Hospital am Dom und sorgte für die Ausbildung der Jugend. Von Siegburg aus unterzog er alle Klöster seines Sprengels einer grundlegenden Reform, die sich über die Bistumsgrenzen hinaus auswirkte.
1062 brachte er den zwölfjährigen Kaiser Heinrich IV. sowie die Reichskleinodien in seine Gewalt und regierte bis zur Schwertleite des jungen Monarchen 1065 das Reich – beispielsweise durch einen Feldzug nach Ungarn durchaus erfolgreich. Als Erzkanzler für Italien beendete er 1064 durch seine Anerkennung Alexanders II. auf der Synode von Mantua das Papstschisma.
An Ostern 1074 brach wegen der willkürlichen Beschlagnahmung eines Schiffes ein Aufstand gegen ihn aus, vor dem Anno durch ein Loch in der Stadtmauer fliehen musste. Nach der brutalen Niederschlagung des Protests sollen 600 Bürgerfamilien die Stadt verlassen haben. Anno lenkte erst am Gründonnerstag 1075 wieder ein und begnadigte die angeklagten Kölner Rädelsführer, als er den Tod nahen spürte und Angst vor dem strafenden Gericht bekam.

Verehrung: Nach einer pompösen Trauerfeier wurde Anno in ein byzantinisches Seidentuch gewickelt, in einen Schrein gelegt und in das Kloster Siegburg überführt. Um 1080 entstand dort das Annolied zu seinen Ehren. 1183 wurde er durch die päpstlichen Legaten heiliggesprochen. 1391 wurden Reliquien an das Kloster Grafschaft im Sauerland gegeben.

Darstellung: als Bischof mit Stab, Buch, Schwert oder Kirchenmodellen

Patron: von Siegburg, gegen die Gicht

 

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