BARBARA

Märtyrin, Nothelferin
Namensdeutung: die Fremde (griech.)
Namenstage: Barbara, Barbra, Barbro, Babette, Barbet, Barbe, Bärbel, Barbie, Basia, Babsi, Bascha, Babina, Wara, Wawa
Gedenktag: 4. Dezember

Lebensdaten: gestorben 306 in Nikomedien, heute İzmit (Türkei)

Lebensgeschichte und Legende: Der Legenda aurea nach war Barbara die schöne und kluge Tochter eines reichen Kaufmanns namens Dioskur und traf sich in der Zeit der Verfolgungen unter Kaiser Maximinus Daia heimlich mit Christen. Um sie von diesen fernzuhalten, sperrte Dioskur sie in einen Turm, in dem Barbara jedoch drei Fenster als Bild der Dreifaltigkeit anbrachte und auf geheimnisvolle Weise die Taufe empfing.

Weil alles Reden und Drohen nichts nützte und Barbara sich nicht vom Glauben abbringen ließ, sondern auch verkleidet einen Fluchtversuch machte, zerrte sie ihr eigener Vater schließlich vor den römischen Statthalter Marcianus, der sie zum Tod verurteilte.

Sie wurde nackt ausgezogen und öffentlich ausgepeitscht, verstümmelt und mit Fackeln verbrannt, bis ihre Haut in Fetzen vom Körper hing, doch Barbara ertrug die Martern, als „hätten sie nur Straußenfedern gestreichelt“. Zuletzt ergriff Dioskur selbst das Schwert und schlug seiner Tochter den Kopf ab, worauf ihn augenblicklich ein Blitz vom Himmel zerschmetterte.

Verehrung und Brauchtum: Barbaras Reliquien gelangten im 11. Jahrhundert von Konstantinopel nach Venedig, Sevilla, Oviedo und Kiew. Wegen ihrer Standhaftigkeit und wegen des Turms avancierte Barbara zur Patronin der Bergleute, zur Schutzfrau der Artilleristen wegen des Blitzes – diese Berufsgruppen feiern den Gedenktag ihrer Nothelferin, der die Kalenderreform von 1969 überlebt hat, aufs feierlichste.

Im Libanon und in Syrien gedenken die Kinder ihrer Flucht und ziehen am Barbaratag verkleidet und bettelnd von Haus zu Haus. In den „Barbarazweigen“, die bis Weihnachten in einer Vase zum Blühen gebracht werden, hat sich ein alter Orakelbrauch erhalten.

Darstellung: bei ihrem Martyrium, mit Turm, Kelch, Hostie oder Schwert, mit Margareta von Antiochien und Katharina von Alexandrien

Patronin: der Bergleute, Bauarbeiter und Dachdecker sowie der Artilleristen, der Gefangenen, Glockengießer und weiterer Berufe, Nothelferin, für eine gute Sterbestunde, gegen Feuer, Gewitter, Fieber und die Pest

 

Weitere Heilige des Tages:
Adolph Kolping, Priester
Christian von Preußen, Bischof
Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer
Osmund von Salisbury, Bischof