BENEDIKT JOSEF LABRE

Pilger, Mystiker
Namensdeutung: der Gesegnete (lat.) – Gott fügt hinzu (hebr.)
Namenstage: Benedikt, Benoît, Ben, Baruch, Bento, weibl.: Benedikta, Benita – Josef, Joseph, José, Giuseppe, Jo, weibl.: Josefine, Josefa
Gedenktag: 16. April

Lebensdaten: geboren am 26. März 1748 in Amettes (Pas-de-Calais), gestorben am 16. April 1783 in Rom

Lebensgeschichte: Benoît-Joseph Labre war das älteste von 15 Kindern eines Landwirts und zeigte früh schon Anzeichen eines so tiefen Glaubens, dass ihn seine Eltern mit zwölf Jahren in die Obhut seines Onkels und Taufpaten gaben, der Pfarrer in einem Nachbarort war. Doch statt sich dem Lateinstudium zu widmen und sich aufs Priesterseminar vorzubereiten, griff der Jugendliche zu den vielen Erbauungsbüchern im Pfarrhaus und entwickelte eine so rigoristische und skrupulöse Frömmigkeit, dass er die heilige Kommunion nicht mehr zu empfangen wagte und in ein Kloster einzutreten wünschte. Mit 18 Jahren klopfte er an einer benachbarten Kartause an, wo man ihn jedoch seiner Jugend wegen nicht aufnahm. Einen längeren Aufenthalt in der nächstgelegenen Kartause beendete der Prior mit Hinweis auf seine labile Gesundheit, seine Ängste und seinen Hang zu exzessiver Strenge – Benoît-Joseph fehle die Berufung zum Kartäuser. Ähnliches widerfuhr dem jungen Mann bei den Trappisten und zuletzt im Zisterzienserkloster Sept-Fons, das ihn „wegen seiner geistlichen Leiden, die um seinen Kopf fürchten lassen“, wieder aus dem Noviziat entfernte. Nachdem er überall abgewiesen worden war, fand Benoît-Joseph seine Berufung schließlich in einem Leben als Bettler und Pilger – zu einer Zeit, als Wallfahrten als unnütz galten und Pilger von der „aufgeklärten“ Gesellschaft schief angesehen wurden. Er wanderte von Heiligtum zu Heiligtum und legte zwischen 1770 und 1774 etwa 30.000 Kilometer durch Frankreich, Spanien, die Schweiz und Italien zurück, wobei er sich mit dem mageren Ergebnis seines Bettelns nicht nur demütig zufriedengab, sondern alles immer gleich mit anderen teilte oder es ihnen ganz überließ. Auf seinen Pilgerreisen erwarb er sich so nach und nach den Ruf der Heiligkeit. Schließlich ließ er sich in Rom nieder, wo er einige Jahre in den Ruinen des Kolosseums gelebt haben soll und wo ihm zahlreiche mystische Gnadenerweise zuteil wurden. Er trat dem franziskanischen Drittorden bei und legte zur vollkommenen Abtötung des Fleisches das Gelübde ab, sich nicht mehr zu waschen – Labres Geruch und Befall mit Ungeziefer waren sprichwörtlich, wobei er Läuse und Flöhe seinen „lebendigen Bußgürtel“ nannte. Völlig entkräftet von den Reisestrapazen und nächtelangem Beten starb er am Mittwoch der Karwoche 1783 im Haus des Fleischers Zaccarelli, der den 35jährigen bewusstlos auf den Stufen der Kirche Santa Maria ai Monti liegend gefunden hatte. Die Nachricht seines Todes verbreiteten die römischen Kinder mit dem Ruf „È morto il santo – der Heilige ist tot!“, und sein Begräbnis gestaltete sich zu solch einem Menschenauflauf, dass Papst Pius VI. seine Korsische Garde einschreiten ließ.

Verehrung: Gleich nach seinem Tod wurden 136 auf seine Fürbitte zurückgehende Heilungswunder amtlich festgehalten, und sein Seligsprechungsverfahren wurde eröffnet. Es kam erst 1860 durch Papst Pius IX. zur Vollendung, weil ihn die rigoristischen Jansenisten für sich reklamierten. 1881 wurde er von Papst Leo XIII. heiliggesprochen. Benoît-Joseph Labre ruht im linken Seitenschiff der Kirche Santa Maria ai Monti unter einem Marmoraltar, auf dem er liegend abgebildet ist.

Patron: der Junggesellen, der Bettler und Obdachlosen, der Pilger, der Unangepassten

 

Weitere Heilige des Tages:

Bernadette Soubirous, Seherin, Ordensfrau
Magnus von Orkney, Märtyrer