BERNHARD VON CLAIRVAUX

Abt, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Bärenstarke (althochdeutsch)
Namenstage: Bernhard, Bernd, Bernard, Bernardino, weibl.: Bernarda, Bernhardine, Bernadette
Gedenktag: 20. August

Lebensdaten: geboren um 1090 in Fontaines-lès-Dijon, gestorben am 20. August 1153 in Clairvaux bei Troyes

Lebensgeschichte und Bedeutung: Bernhard war von mittlerem burgundischen Adel und erhielt eine gediegene Ausbildung in der Schule der Stiftsherren von Châtillon-sur-Seine. Mit etwa 16 Jahren verlor er seine Mutter, was ihm das weltliche Leben vergällte. 1112 trat er gemeinsam mit 30 Freunden und Verwandten in das Reformkloster von Cîteaux ein, empfing 1115 die Priesterweihe und wurde mit zwölf Mitbrüdern zur Klostergründung in einer abgelegenen Lichtung namens Clairvaux entsandt.

Trotz oder wegen seiner strengen Disziplin zog Abt Bernhards Kloster tausende Männer an, darunter auch den eigenen Vater und seine fünf Brüder, so dass von den 343 Zisterzienserklöstern europaweit, die es 1153 gab, 166 auf Clairvaux zurückgingen.

Bernhard brachte nicht nur den Zisterzienserorden zur Blüte. In seinen geistlichen Schriften begegnet er als Vertreter einer monastischen Theologie und mystischen Schriftauslegung, die in einem gewissen Spannungsverhältnis zur scholastischen, rationalen Theologie der aufkommenden Universitäten steht. Ohne ihn wäre die Frömmigkeitsgeschichte, was den leidenden Christus, das Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens betrifft, anders verlaufen.

Bernhard trat mit einer beunruhigenden Energie sowohl in kirchlichen als auch politischen Konflikten auf. Er ermahnte Bischöfe und Päpste, beriet durch eine umfangreiche Korrespondenz viele Fürsten, reiste rastlos predigend oder in diplomatischem Dienst durch ganz Frankreich bis nach Italien, Flandern und an den Rhein.

Bernhard, der fünfmal seine Bischofsernennung ablehnte, redigierte 1129 die Ordensregel der Tempelritter, wobei ihm der Spagat zwischen religiösem Auftrag und Schwertgebrauch nur durch den ephemeren Begriff eines „heiligen“ Krieges gelang. Nachdem sein Schüler Eugen III. Papst geworden war, predigte er 1147 erfolgreich den zweiten Kreuzzug nach Jerusalem und erlebte dessen Scheitern folgerichtig als seine größte Niederlage. 1153 erlag er seinem schweren Magenleiden.

Verehrung: Bernhards Grab in Cluny existiert nicht mehr, sein Haupt wird im Domschatz von Troyes aufbewahrt. 1174 wurde er heiliggesprochen, 1830 zum Kirchenlehrer erhoben.

Darstellung: als Mönch mit Bienenkorb, mit dem Teufel an der Kette, Kreuz, Totenkopf, Leidenswerkzeugen oder Rosenkranz, vom Gekreuzigten umarmt (Amplexus)

Patron: der Zisterzienser, von Burgund, Ligurien, Genua und Gibraltar, Helfer bei Kinderkrankheiten, Besessenheit, Tierseuchen, Gewitter und Unwetter, der Bienen, Imker, Wachszieher und Helfer in der Todesstunde

 

Weitere Heilige des Tages:
Samuel, Prophet
Maria de Mattias, Ordensgründerin
Georg Häfner, Priester, Märtyrer