BERNHARDIN VON SIENA

Ordenspriester, Volksprediger
Namensdeutung: der Bärenstarke (althochdeutsch)
Namenstage: Bernhardin, Bernhard, Bernd, Bernard, Bernardino, weibl.: Bernhardine, Bernadette
Gedenktag: 20. Mai

Lebensdaten: geboren am 8. September 1380 in Massa Marittima (Toskana), gestorben am 20. Mai 1444 in L’Aquila

Lebensgeschichte: Bernardino, ein Spross der bedeutenden Familie degli Albizzeschi, wurde nach dem frühen Tod seiner Eltern von Verwandten in Siena erzogen und erhielt eine gediegene Ausbildung. Während einer Pestepidemie pflegte er seine Mitbürger bis zur Aufopferung der eigenen Gesundheit, verzichtete dann auf sein Erbe und trat 1402 in das Sieneser Kloster der Franziskanerobservanten ein.

Nach seiner Priesterweihe wirkte er auf Geheiß seiner Oberen als Volksprediger in Siena und Pavia, bis er 1411 an der Pest erkrankte, knapp überlebte und sich anschließend jahrelang ausschließlich dem Gebet und der Meditation widmete.

Ab 1416 zog er als Bußprediger durch ganz Oberitalien, wo seine Predigten gegen den Sittenverfall bis zu 30.000 Zuhörer fanden. Im Anschluss an seine Worte landeten häufig Spiegel, Kosmetika, Würfel und sogar Schachspiele auf dem Scheiterhaufen. Besonders scharf wandte er sich gegen den Geldwucher und klagte öffentlich auch die Unmoral der anwesenden Mächtigen an.

Um den ganz Italien zerreißenden Streit zwischen Welfen und Ghibellinen, respektive zwischen „Päpstlichen“ und „Kaiserlichen“, zu schlichten, ließ Bernhardin die entsprechenden Wappen abhängen und stattdessen den Namen Jesu auf einem Schild mit dem griechischen Christusmonogramm IHS verehren.

Er war so ungeheuer erfolgreich, dass Neider ihn mehrfach der Ketzerei beschuldigten, die Päpste ihn jedoch unterstützten und ihn sogar dreimal zum Bischof ernennen wollten. Kaiser Sigismund rühmte sich, sein Freund zu sein.

Ab 1438 war Bernhardin Generalvikar der Franziskanerobservanten. 1442 legte er dieses Amt nieder und nahm seine Predigtreisen wieder auf, seiner Schwäche wegen jedoch auf einem Esel reitend. Auf dem Weg nach Neapel erkrankte er und verstarb in L’Aquila.

Verehrung: L’Aquila bereitete ihm ein glanzvolles Begräbnis und richtete eigens ein Observantenkloster für sein Grab ein, an dem sich die Wunder häuften. Seinen Silberschrein stiftete König Ludwig XI. von Frankreich. Bereits 1450 heiliggesprochen, ist er bis heute ein in ganz Italien volkstümlicher Heiliger.

Darstellung: als hagerer Franziskaner, mit einer Sonnenscheibe mit der Inschrift IHS, der Heiligen Schrift oder drei Bischofsmitren

Patron: von Massa Marittima, der Wollweber, Helfer gegen Brust-und Lungenkrankheiten, Blutungen, Heiserkeit

 

Weitere Heilige des Tages:
Bartholomäus Holzhauser, Priester, Volksmissionar, Gründer
Elfriede von Mercien, Reklusin