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CAESARIUS VON ARLES

Reliquienbüste, 7. Jahrhundert, Abteikirche Saint-Césaire, Maurs (Cantal). Foto: Daniel Villafruela (CC BY-SA 3.0)
Reliquienbüste, 7. Jahrhundert, Abteikirche Saint-Césaire, Maurs (Cantal). Foto: Daniel Villafruela (CC BY-SA 3.0)

Bischof, Klostergründer

Namensdeutung: der Kaiserliche (lat.)

Namenstage: Cäsar, Caesarius, Césaire, Cesare

Gedenktag: 27. August

Lebensdaten: geboren um 470 bei Chalon-sur-Saône, gestorben am 27. August 542 in Arles

Lebensgeschichte: Caesarius war aus christlicher, gallorömischer Familie in Burgund und wurde mit 18 Jahren Kleriker seines Heimatbischofs Sylvester. Von seinem 20. bis etwa 30. Lebensjahr lebte er auf der Klosterinsel Lérins, einem der bedeutendsten kulturellen, politischen und geistlichen Zentren Galliens, das orientalische Traditionen bewahrte und bis nach Irland weiterreichte. Weil er es mit der mönchischen Askese übertrieben hatte, wurde er nach Arles gesandt, wo ihn sein Verwandter, Bischof Aeonius, 499 zum Priester weihte und ihm die Leitung eines Klosters auf einer Rhôneinsel bei der Stadt anvertraute, für das Caesarius eine Mönchsregel schrieb. Ende 502 wurde er selber Bischof von Arles, wobei er sein Mönchsleben weiterführte und seinen Klerus disziplinierte. Er geriet mehrfach ins Visier der west- und der ostgotischen Herrscher, die als Arianer den katholischen Glauben nicht teilten und ihn des Verrats verdächtigten, doch er konnte sie jedesmal von seiner politischen Loyalität überzeugen. Nach der Eroberung Südfrankreichs durch die katholischen Franken nahm Caesarius’ politische Bedeutung zu.
514 übergab ihm Papst Symmachus in Rom das Pallium des Erzbischofs und ernannte Caesarius zum Apostolischen Vikar für Gallien und Spanien, in welcher Funktion er auf einer ganzen Serie von Synoden und Konzilien die Gnadenlehre des heiligen Augustinus durchsetzte. Er gründete mit dem Johanneskloster der Stadt das vermutlich älteste Nonnenkloster des Westens, setzte seine Schwester Caesaria als Äbtissin ein und verfasste für die Jungfrauen ebenfalls eine Regel. Caesarius starb nach 40jähriger Amtszeit und hinterließ neben den Klosterregeln und dogmatischen Traktaten gegen die Arianer und Semipelagianer über 200 Predigten, die auch konkrete Einblicke in das Leben der gallischen Christen mit durchaus noch praktiziertem Aberglauben und Heidentum wie Orakel und Naturkulten geben.

Verehrung und Brauchtum: Caesarius wurde neben seiner Schwester in der Marienbasilika seines Frauenklosters bestattet, der heutigen Caesariusbasilika. Im 8. und 9. Jahrhundert wurde die Basilika von Normannen und Sarazenen verheert, seitdem finden sich Reliquien hinterm Hochaltar der Kirche Saint-Blaise und im Büstenreliquiar der Abteikirche von Maurs in der Auvergne. Am 27. August wurden früher in der Provence Pfirsiche geweiht, deren Kerne um den Hals getragen bei Fieber und gegen den bösen Blick halfen.

Darstellung: als Bischof, beim Löschen eines Feuers durch sein Gebet

Patron: gegen Feuergefahr


Weitere Heilige des Tages:

Margareta von Bayern, Herzogin
Maria del Pilar Izquierdo Albero, Ordensgründerin
Monika, Mutter