CRESCENTIA HÖSS

Oberin, Mystikerin
Namensdeutung: die Blühende (lat.)
Namenstage: Crescentia, Kreszenz, Zenta, Zenzi
Gedenktag: 5. April

Lebensdaten: geboren am 20. Oktober 1682 in Kaufbeuren, gestorben am 5. April 1744 ebendort

Lebensgeschichte: Anna Höß war das sechste von acht Kindern eines Webers und einer heilkundigen Mutter. Ihr Schutzengel hatte der 14jährigen das Franziskanerinnenkloster als Berufung gezeigt, doch ihrem Eintritt stand die fehlende Mitgift entgegen. Ausgerechnet der evangelische Bürgermeister von Kaufbeuren half ihr dadurch, dass er für ein versprochenes Grundstück ihre Aufnahme verlangte, worauf die Schwestern die Oberin überstimmten und Anna mit dem Ordensnamen Maria Crescentia ins Kloster eintrat.

Die Oberin betrachtete ihre Aufnahme als persönliche Niederlage und ließ die schwächliche Crescentia die schwersten und unsinnigsten Arbeiten verrichten, wie zum Beispiel Wasser in einem Sieb zu holen – doch das Sieb hielt und wird bis heute gezeigt.

Crescentia wurde von Visionen und chronischen Zahn- und Kopfschmerzen gequält, die ihr Gesicht entstellten und ihr den Ruf einbrachten, eine Hexe zu sein. Alles Leid erduldete sie als Stufe zum Himmel und beeindruckte damit über das Kloster hinaus. Nachdem die Oberin abgesetzt wurde, übernahm sie den Dienst an der Klosterpforte und wurde 1717 Novizenmeisterin, wodurch sie für viele Jahre den Ordensnachwuchs prägte. 1741 wurde sie schließlich selber zur Oberin gewählt und führte das Kloster so erfolgreich, dass neben seiner langfristigen Existenzsicherung noch viel für die caritativen Aufgaben übrig war.

Mit bis zu 1500 Briefen im Jahr führte Crescentia eine umfangreiche Korrespondenz mit Ratsuchenden, unter denen sich so hohe Persönlichkeiten wie der Kölner Erzbischof Kurfürst Clemens August von Bayern fanden. Sie starb am Ostersonntag des Jahres 1744.

Verehrung: Seit ihrem Tod machten unzählige Pilger Kaufbeuren zu einem geistlichen Zentrum Bayerisch-Schwabens. 1900 seliggesprochen, erfolgte ihre Heiligsprechung erst 2001 durch Papst Johannes Paul II. Das Grab der heiligen Crescentia wird von bis zu 70.000 Menschen im Jahr besucht.

Ausspruch der hl. Crescentia: „Ein geistlicher Mensch sollte sich nicht allzu sehr um die Zukunft sorgen, sondern seine Sorge soll sein, wie er im Augenblick Gott lieben und ihm nach Kräften dienen könnte.“

Darstellung: im Ordensgewand mit einem Kruzifix in der Hand, manchmal mit Sieb oder Taube

 

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