DANIEL

Prophet
Namensdeutung: Mein Richter ist Gott (hebr.)
Namenstage: Daniel, Daniele, Dan, Danny, Daniil, weibl.: Daniela, Danielle, Dana, Dany, Nela
Gedenktag: 21. Juli

Lebensdaten: geboren vor 605 v.Chr. in Jerusalem, gestorben nach 536 in Babylon

Lebensgeschichte: Daniel wurde mit drei anderen, vornehmen Jungen nach Babylon verschleppt, um dort unter dem Namen Beltschazar („Baal beschütze den König“) zum Sternendeuter ausgebildet zu werden. Obwohl Daniel an den Reinheitsgeboten des Bundesvolks festhielt, avancierte er am Hof von König Nebukadnezzar zum favorisierten Zeichen- und Traumdeuter, weil er seine Weisheit von Gott hatte.

Als sich Daniels Gefährten weigerten, das Götzenbild des Herrschers anzubeten, wurden sie in einen Feuerofen geworfen und wunderbar errettet. Nach der persischen Eroberung des Landes wurde Daniel unter König Darius zu einem der Verwalter des Reichs, fiel aber in Ungnade: Er wurde in eine Löwengrube geworfen, weil er nach Jerusalem hin zu Gott gebetet hatte, statt sich an den König zu wenden. Doch auch er blieb unbeschadet. Später unter König Kyrus wurde der „Gott Daniels“ im ganzen Reich verehrt.

Besonders bildmächtig wurden zwei Episoden im alttestamentlichen Buch Daniel: die Rettung der zu Unrecht beschuldigten Susanna („im Bade“) sowie die Deutung der geheimnisvollen Zeichen, die bei einem Festmahl an der Wand erscheinen: „Mene mene tekel u-parsin“ (Dan 5,25). Die endzeitliche Vision vom „Menschensohn“, dem alles unterworfen wird (Dan 7,13), kehrt in den Bilderreden Jesu wieder.

Nach Flavius Josephus wurde Daniel in Ekbatana im Partherreich bestattet, anderen Überlieferungen nach im persischen Susa. Auch Kirkuk und Samarkand beanspruchen, seine Gebeine zu verwahren.

Verehrung/Brauchtum: Daniels Vision vom Stein, der sich ohne Zutun von Menschen von einem Berg löst und Götzenbilder zerschmettert (Dan 2,34), wurde in orthodoxen Hymnen zu einer Metapher für die Menschwerdung Gottes aus Maria der Jungfrau. Wegen der Löwengrube machte man Daniel zum Patron der Bergleute. In Nördlingen trägt der 90 Meter hohe Turm der St.-Georgs-Kirche seinen Namen. Dahinter steht der Vers: „Und der König erhöhte Daniel und … machte ihn zum Fürsten über das ganze Land“ (Dan 2,48).

Darstellung: mit Löwen, Bergmannswerkzeugen oder Gestein

Patron: der Bergleute

 

Weitere Heilige des Tages:
Laurentius von Brindisi, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Victor von Marseille, Bischof, Märtyrer