DAVID VON AUGSBURG

Ordenspriester, Mystiker
Namensdeutung: der Geliebte (hebr.)
Namenstage: David, Davide, Dave, Davino, Dewi
Gedenktag: 19. November

Lebensdaten: geboren um 1200 in Augsburg, gestorben am 19. November 1272 ebendort

Lebensgeschichte und Bedeutung: David stammte dem Namen nach sicher aus Augsburg und muss eine sehr gediegene Ausbildung genossen haben. Um 1220, noch zu Lebzeiten des heiligen Franziskus, schloss er sich den Minderbrüdern als eines der ersten deutschen Ordensmitglieder an. Bald zum Theologielehrer bestellt, wirkte er an der Ausbildung der Novizen in Magdeburg und ab 1240 in Regensburg. Als Wanderprediger bereiste er mit Berthold von Regensburg Süddeutschland und war an der Inquisition der Waldenser in Bayern beteiligt. 1246 ist er als Visitator der Kanonissenstifte Ober- und Niedermünster in Regensburg bezeugt. Offenbar war er als Seelenführer bei den Klarissen und Franziskanerterziaren geschätzt. Ab 1250 wirkte er vom Augsburger Barfüßerkloster aus als Volksprediger.
David gilt als der größte Mystiker des Franziskanerordens und war der erste Mystiker, der seine Werke auf Deutsch verfasste. Sein Hauptwerk De exterioris et interioris hominis compositione – Von der äußerlichen und innerlichen Beschaffenheit des Menschen entstand aus seiner Ausbildungstätigkeit und wurde in seinem und anderen Orden als Novizenleitbuch verwendet; es fußt auf den von David solide beherrschten, maßgeblichen mystischen Autoren von der christlichen Spätantike bis zum 12. Jahrhundert und hatte mit seinem dreifachen Weg des Aufstiegs zum geistlichen Leben bedeutenden Einfluss auf spätere geistliche Strömungen wie die Devotio moderna. Auch im Schwabenspiegel, der Augsburger Rechtssammlung von 1268, ist sein Einfluss nachzuweisen.

Verehrung: Bruder David wurde in der Franziskanerkirche Zu den Barfüßern bestattet – wo genau, ist allerdings unbekannt. Der beliebte Prediger wurde im Volk als Heiliger verehrt, geriet aber, da er nie kanonisiert wurde, in Vergessenheit. Seine Schriften wurden für Werke von Bernhard von Clairvaux oder Bonaventura gehalten und erst im 19. und 20. Jahrhundert als seine erkannt und gewürdigt.

 

Weitere Heilige des Tages:
Elisabeth von Thüringen, Landgräfin
Mechthild von Hackeborn, Ordensfrau, Mystikerin