EDMUND VON ABINGDON

Erzbischof
Namensdeutung: Schützer des Besitzes (altenglisch)
Namenstage: Edmund, Edmond, Edmondo, Eamon, Ödön, Eadmund, Emond, weibl.: Edmunda
Gedenktag: 16. November

Lebensdaten: geboren an einem 20. November um 1175 in Abingdon bei Oxford, gestorben am 16. November 1240 in Soisy-Bouy bei Auxerre

Lebensgeschichte: Edmund war das älteste von sechs Kindern eines wohlhabenden Kaufmanns mit dem Beinamen „Rich“. In seinen Lebensschilderungen wird erzählt, dass er bereits als Kind samstags streng fastete, ein härenes Hemd trug und die Nächte vielfach im Gebet verbrachte. Nach anfänglichen Studien in Oxford zog er etwa 1195 nach Paris und kehrte fünf Jahre später mit einem Magistertitel nach Oxford zurück, wo er Mathematik sowie Dialektik unterrichtete und die Beschäftigung mit den Aristotelischen Schriften einführte. Von Edmund wird berichtet, dass er wegen des Schlafmangels und vielen Betens regelmäßig während seiner Vorlesungen kurz einzudösen pflegte und die Gebühren der Studenten für den Bau einer Marienkapelle verwendete. Nach ungefähr sechs Jahren erschien ihm seine verstorbene, fromme Mutter im Traum, worauf er das Studium der Theologie bis zur Promotion aufnahm, zum Priester geweiht wurde und sich neben seiner neuen Lehrtätigkeit einen Ruf als mitreißender Prediger und mildtätiger Pfarrer erwarb. 1222 wurde er mit dem Amt des Schatzmeisters der Kathedrale von Salisbury betraut, und 1227 warb er auf einer ausgedehnten Reise durchs Land für den sechsten Kreuzzug. 1233 wurde er von Papst Gregor IX. zum Erzbischof von Canterbury ernannt und nahm damit den wichtigsten Bischofssitz des Landes ein. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit erreichte er von König Heinrich III. unter Androhung der Exkommunikation die Entfernung des mächtigen Bischofs und Ministers Peter des Roches sowie die Versöhnung mit den rebellischen Baronen, wodurch ein zweijähriger Bürgerkrieg beendet wurde. Erzbischof Edmund hatte in der Folge weitere Konflikte mit dem Königshof auszustehen und setzte soweit wie möglich die Ansprüche der kirchlichen Gerichtsbarkeit gegen die weltliche durch, die größeren Schwierigkeiten bereiteten ihm allerdings die Brüder im bischöflichen Amt und die Klöster, als er an die Erfüllung seiner Rechte und Pflichten ging und die Bistümer und Klöster einer Visitation unterzog. Ihm begegnete so viel Opposition, dass er zweimal seine Sache in Rom vortragen musste. Bei seiner zweiten Reise wurde er unterwegs krank, kehrte um, verstarb aber unterwegs im burgundischen Augustinerpriorat Soisy.

Verehrung: Edmund wurde in der nahegelegenen Zisterzienserabtei Pontigny bestattet, weil auch die Benediktiner von Canterbury seine Visitationen als Angriff auf ihre Unabhängigkeit empfunden hatten. Nachdem sich an seinem Grab Wunder ereignet hatten, wurde er 1246, sechs Jahre nach seinem Tod, heiliggesprochen. Er ruht bis heute in einem wunderbaren Grabmal aus dem 17. Jahrhundert. 1852 wurde in Pontigny die Ordensgesellschaft der Edmunditen gegründet, die vorwiegend in Nordamerika tätig ist.

Darstellung: als Erzbischof mit Marienstatue oder Mitbischöfen

Patron: von Abingdon, des Bistums Portsmouth, des St Edmund’s College, Cambridge, der St Edmund Hall, Oxford

 

Weitere Heilige des Tages:

Margareta von Schottland
Otmar von St. Gallen, Klostergründer, Abt